Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Führungsspieler: Sebastian Rode. Foto: Hübner
+
Führungsspieler: Sebastian Rode.

SGE

Neuer Eintracht-Kapitän: Sebastian Rode wäre nicht abgeneigt

  • Daniel Schmitt
    VonDaniel Schmitt
    schließen

Frankfurts Sebastian Rode gewinnt an Profil und will noch mehr Verantwortung übernehmen - Trainer Oliver Glasner gefällt das.

Frankfurt - Früher als Fußballer, als mit Abstand erfahrenster Profi in Ried, als Rekordspieler des Klubs aus Österreich, trug er regelmäßig die Tore vor den Übungseinheiten an ihren Platz und hinterher wieder weg. Nicht nur die Jungen wollte er schleppen lassen, so wie es ja allerorten üblich ist, egal ob in Kreis- oder Weltklasse. Nein, er ging lieber als Vorbild voran, packte an. 36 Jahre hin, 36 Jahre her. Ein Faulpelz, ein Drückeberger, ein Eigenbrötler – das war Oliver Glasner nie und solch ein Verhalten mag er auch heute, zehn Jahre später, überhaupt nicht.

An einem Strang sollen seine Spieler ziehen, was gewiss nicht immer gelingen wird, aber eben so häufig wie möglich gelingen sollte. Nur dann kann die gemeinsame Arbeit positive Wirkung entfalten, können Erfolge eingefahren werden. Quertreibern bekommen beim 46-Jährigen eine zweite Chance, das schon, diese sollten sie aber tunlichst nutzen. Nach diesem Credo verfährt der Cheftrainer von Eintracht Frankfurt, diese Werte vertritt er. Tag für Tag.

Eintracht Frankfurt: Rode lobt Glasner

„Er macht einen sehr positiven Eindruck“, sagt der Frankfurter Mittelfeldspieler Sebastian Rode über den neuen Chef: „Er versucht, viel zu korrigieren, ist sehr kommunikativ und offen.“ Am Freitag absolvierte der hessische Bundesligist unter Anleitung von Glasner seine dritte Übungseinheit auf dem Rasen. Kurzes Aufwärmprogramm, Überzahl-Unterzahl-Übungen in Kleingruppen, abschließend auf beengtem Feld ein intensives Spielchen: Zweikämpfe, Sprints, Torabschlüsse – von allem ziemlich viel. Kurzum: Es geht direkt knackig zur Sache, ein lockeres Reinkommen ist nicht das Ding von Oliver Glasner. „Jetzt ist Fußball pur“, sagt der Trainer mit einem Strahlen im Gesicht. Die fünfeinhalb Wochen bis zur ersten Pokalrunde (6. bis 8. August, Auslosung an diesem Sonntag) will er bestmöglich nutzen, um Stärken und Schwächen seiner Spieler kennenzulernen. Und umgekehrt übrigens genauso.

Zumal sich rund um die Mannschaft eine Menge verändert hat, nicht nur der Chefcoach und der Sportvorstand. Da wären auch noch neue Co-Trainer (Michael Angerschmid, Ronald Brunmayr) und Analysten (Niklas Lanwehr, Sebastian Saglimbeni), ein neuer Leiter der Lizenzspielerabteilung (Timmo Hardung), ein Athletikcoach (Thomas Pitzke) mit frischen Impulsen, eine Ernährungsberaterin (Anna Lena van der Felden), gar einen sogenannten Potenzialtrainer (Martin Daxl) gibt’s jetzt. Als Markus Krösche, der Sportvorstand, deren Vorstellung in der Kabine übernommen habe, scherzt Rode, „hat das schon seeehr lange gedauert“.

Eintracht Frankfurt: Glasner ist ehrlich und direkt

Sebastian Rode selbst ist bei der Eintracht eine Konstante. Er geht nun schon in seine achte Saison für die Hessen. Zwar musste er das gestrige Üben angeschlagen aussetzen, hatte er sich tags zuvor bei einem Zusammenprall doch eine leichte Kapselzerrung im linken Knie zugezogen („Typisch ich halt“), alles in allem aber soll er im Team von Oliver Glasner eine wichtige Rolle spielen - auf dem Feld, dort will der 30-Jährige eine persönlich bessere Runde als die vergangene spielen, aber auch abseits davon als Führungspersönlichkeit.

Noch in der Sommerpause erhielt Rode von seinem Trainer einen Anruf, erste Bande zwischen Leitfigur und Chef sollten geknüpft werden, ein gegenseitiges Beschnuppern. Das sei sicher eine Zeichen dafür, „dass der Trainer mich als einen der Führungsspieler ansieht.“ Diese Rolle will Rode kommende Saison noch mehr als ohnehin schon ausfüllen. Gerade im Saisonendspurt, als die Frankfurter Fußballwelt brodelte, gewann er durch ehrliche wie treffende Aussagen deutlich an Profil. Auch intern hat das den Verantwortlichen durchaus gefallen, mal die abgewanderten Trainer und Vorstand ausgenommen.

Und wie steht’s ums Kapitänsamt, Herr Rode? „Abgeneigt wäre ich sicher nicht, aber wie ich es schon im vergangenen Halbjahr betont habe: Es ist kein Zweikampf um die Binde, wir sind bisher auch sehr gut gefahren mit einer flachen Hierarchie.“ Glasner wird seinen Spielführer vor dem ersten Pflichtspiel selbst bestimmen und will das Amt nicht ständig rotieren lassen, wie es unlängst unter Vorgänger Adi Hütter der Fall war. Da streiften nach dem Winterabgang von David Abraham wechselweise Makoto Hasebe, Martin Hinteregger oder Rode die Binde über. Neben diesem Trio ist auch Torwart Kevin Trapp künftig ein Kandidat.

Eintracht Frankfurt hat viele Führungsspieler

„Frankfurt hat viele Führungsspieler, das habe ich schon als gegnerischer Trainer gemerkt“, sagt Glasner wohlwissend, dass auch diese im Saisonendspurt den verrutschten Fokus bei sich und den Kollegen nicht mehr geraderücken konnten. In Wolfsburg hatte sich Glasner für Josuha Guilavogui als Kapitän entschieden, für jenen Profi also, der nach dem Abgang des Trainers verbal nachkartete. Guilavogui, hinter Maxi Arnold und Xaver Schlager verständlicherweise nur Ersatzmann, fand, dass Glasner nicht fair mit ihm umgegangen sei. Nicht nur sportliche Gründe hätten eine Rolle für die Verbannung gespielt, „auch persönliche“. Bei Glasner kam diese Abrechnung nicht gut an. Solch Worte im persönlichen Gespräch? Na gut. Aber öffentlich? Ein No-Go. Ehrlichkeit, Direktheit spielen für Glasner wichtige Rollen.

Nun ist Guilavogui für den Coach längst Vergangenheit, Rode und Kollegen sind die Zukunft. Nach Trainingsende suchte Oliver Glasner sofort den Austausch mit dem angeschlagenen Profi, ließ sich über dessen Blessur aufklären, Arm in Arm trotteten Chef und Führungsspieler vom Platz. Für eines blieb dadurch aber keine Zeit mehr: Tore müssen in Frankfurt dann doch die Spieler tragen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare