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Flugshow: Heinz Lindner zeigt, was er kann.

Heinz Lindner

Auf zu neuen Ufern

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Der nette Bursche Heinz Lindner verlässt Eintracht Frankfurt am Ende der Saison.

Im Sommer wird sich Heinz Lindner einen neuen Arbeitgeber suchen. Zwei Jahre nur Teilzeitkraft – oder zumeist nicht mal das – genügen dem 26-Jährigen. Verständlicherweise. Heinz Lindner hat einen Schlussstrich unter seine Zeit bei Eintracht Frankfurt gezogen, zwei Spiele noch, dann ist es vorüber, in einer Woche noch das große Finale im DFB-Pokal in Berlin, auch dort wird Heinz Lindner nur Zuschauer sein, aber dieses Highlight will er genießen und mitnehmen.

Spuren konnte er in Frankfurt nicht hinterlassen, eigentlich weiß man gar nicht, wofür diese 24 Monate im Leben des Heinz Lindner eigentlich stehen. Von zwei verlorenen Jahren würde der stets gut gelaunte und verbindliche Linzer aber nicht sprechen. Er habe Erfahrungen sammeln können, das Training war stets auf einem Topniveau, er habe sich durchaus weiterentwickelt. Aber eines durfte er halt so gut wie nie: Seiner Hauptbeschäftigung nachgehen, Bälle halten in Pflichtspielen. An Lukas Hradecky, der unumstrittenen Nummer eines, kam er nie vorbei. Dabei, Kuriosum am Rande, ist der finnische Konkurrent sein bester Kumpel. „Wir sind gute Freunde, unternehmen viel“, erzählte Lindner. Die Hierarchie hat er stets akzeptiert: „Lukas ist die Nummer eins.“


Und: Lindner hat niemals Stunk gemacht, ist immer positiv und aufbauend geblieben. Das ist nicht selbstverständlich. Für den netten Keeper aber eben doch. „Ich muss keinen Hehl daraus machen, dass ich nicht der zufriedenste Profi hier war. Natürlich will man spielen, bei mir steht aber der Teamgedanke vor dem Ego. Ich wollte kein Unruhestifter sein, wollte keine schlechte Laune reinbringen, habe versucht, genau das Gegenteil zu machen. Ich habe die Jungs abseits des Platzes unterstützt“, sagte er unlängst.

Heinz Lindner ist im Mannschaftskreis beliebt und geschätzt, und das hat wenig mit seinen Fähigkeiten als Torwart zu tun. Die durfte er nur selten zeigen. Er ist ein integrer Bursche, ein bejahender Typ. So einer kommt an.

Lindner wird die Eintracht nun nach zwei Jahren verlassen, er hat die große Chance, Nummer eins in der österreichischen Nationalmannschaft zu werden, aber dazu, ganz klar, muss er spielen. Sein Berater Max Hagmayr sondiert schon länger den Markt, es gebe Interessenten aus der Bundesliga, der zweiten Klasse, Österreich, Italien und der Schweiz. Das ist nicht schlecht für einen, der in 48 Monaten dreimal im Ernstfall unter der Latte stehen durfte.

Zwei Spiele helfen ihm

Seinen ersten Einsatz im Eintracht-Dress hatte er, als Hradecky noch gar nicht verpflichtet war, das war im Sommer 2015 im DFB-Pokal beim harmlosen Fünftligisten Bremer SV. 3:0 siegten die Frankfurter, einen Schuss musste er nicht abwehren. Und dann musste er einspringen in der ersten Partie in 2017 in Leipzig, dem letzten Rückrundenspiel, das im neuen Jahr ausgetragen wurde. Hradecky hatte sich mit einer Slapsticknummer und einem Handspiel außerhalb des Strafraums selbst aus dem Spiel genommen. Lindner kam rein – und musste nur wenige Sekunden später erstmals hinter sich greifen. Den Freistoß von Marcel Halstenberg parierte der Österreicher zwar, weil er aber zuvor einen Schritt in die Mitte gemacht hatte, konnte er ihn nicht mehr kontrolliert abwehren. Marvin Compper staubte ab, anschließend kassierte Lindner noch zwei Tore, die Frankfurter gingen mit 0:3 baden. Doch am Schlussmann lag es nicht.

Insgesamt zeigte er eine runde, vielversprechende Leistung. Genauso wie eine Woche später auf Schalke, als die Eintracht noch die alte Eintracht war und wenig bis gar nichts zuließ. Lindner blieb weitgehend beschäftigungslos. Und doch strahlte er Ruhe und Sicherheit aus. Diese beiden Spiele waren für ihn wichtig, er hat sich auf großer Bühne präsentieren und zeigen können, dass auf ihn Verlass ist, wenn es darauf ankommt. Das hat ihm geholfen für das neue Kapitel, das er aufschlagen wird. In einer Woche nach dem Pokalendspiel in Berlin, das er mal wieder als Zuschauer erleben wird.

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