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Neue Ziele in petto

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Von: Thomas Kilchenstein

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Zeitnehmer unter sich: Athletik-Trainer Klaus Luisser (links) und Cheftrainer Niko Kovac überlassen nichts dem Zufall.
Zeitnehmer unter sich: Athletik-Trainer Klaus Luisser (links) und Cheftrainer Niko Kovac überlassen nichts dem Zufall. © Jan Hübner

Eintracht Frankfurt will die nächsten fünf Spiele abwarten, um zu wissen, wohin die Reise geht.

Der neuerliche Wintereinbruch mit Neuschnee am Donnerstagmorgen hatte die Profis der Frankfurter Eintracht natürlich nicht davon abgehalten, ihr Trainingsprogramm durchzuziehen. Sogar doppelt: Am Morgen stand die Schulung der Athletik auf dem Programm, am späten Nachmittag rollte dann der Ball unter Flutlicht auf dem beheizbaren Platz hinter der Arena. Kein Jota will Trainer Niko Kovac von seiner akribischen Arbeitsauffassung abweichen, gerade jetzt, im letzten Drittel der Saison, gilt es, nicht nachzulassen. Denn tatsächlich ist der große Coup, das Erreichen eines internationalen Wettbewerbs, in realistischer Nähe, zwar noch nicht in greifbarer, aber möglich allemal. „Die Tabelle gibt sehr viel her für uns“, sagte am Donnerstag selbst der in diesen Fragen früher eher zurückhaltende Fußballlehrer.

Wenn nicht alles täuscht, schaut auch Kovac schon nicht mehr nach unten. Er sagt stattdessen: „Es dürfte schwer werden für die Mannschaften von unten, uns noch einzuholen.“ Das ist nett formuliert. Bei 16 Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz und lediglich zwölf ausstehenden Partien dürfte in Frankfurt in der Tat die ärgste Abstiegsangst zerstreut sein.

Ein neues Saisonziel will der 46 Jahre alte Coach aber nicht ausgeben - noch nicht. „Ich lasse mich nicht treiben.“ Viel mehr wolle er bis zur nächsten Länderspielpause warten, und die ist Ende März mit den Spielen der DFB-Elf gegen Brasilien und Spanien. Fünf Spiele sind es bis dahin noch, die Gegner sind Leipzig (H), Stuttgart (A), Hannover (H), Dortmund (A) und Mainz 05 (H). Nach diesen fünf Spielen „können wir sagen, in welche Richtung die Reise geht“, sagte Kovac. Aber klar ist auch: Intern wird allemal darüber gesprochen, den momentanen Höhenflug schon zu nutzen, um sich nach ganz oben zu schieben.

Die Chancen, in die Phalanx der ersten sechs, sieben Teams einzudringen, ist gegeben. Und Lehren aus den Fehlern der vergangenen Saison, als Eintracht Frankfurt nach einer ähnlich guten Ausgangsposition die Rückserie nahezu komplett in den Sand gesetzt hat, scheinen gezogen. Es gibt aktuell bis auf Rekonvaleszent Alexander Meier, der auch gestern individuell auf dem Platz mit Ball übte, keine Verletzten, selbst Jonathan de Guzman und David Abraham sind wieder voll eingestiegen. Kovac hat also die Qual der Wahl, was der Qualität im Spiel und im Training zugute kommt.

Von Null auf hundert

Schon für die Partie am kommenden Montag gegen RB Leipzig (20.30 Uhr) wird sich Niko Kovac den Kopf darüber zerbrechen müssen, ob er David Abraham schon für die Startformation nominiert. Der Innenverteidiger, der sich am 12. Dezember bei einem Schlag auf die Wade ein Knochenödem zugezogen hatte, würde - im Vollbesitz seiner Kräfte - nahezu ideal als Gegenspieler des furiosen Leipziger Angreifers Timo Werner passen. Wenn einer das Tempo des Nationalspielers mitgehen kann, dann sicherlich Abraham. Die Frage ist nur: Ist der Argentinier nach knapp achtwöchiger Pause schon wieder soweit? Kovac glaubt, dass das möglich sein könnte. „Unser Ziel war ja immer, dass er gegen Leipzig wieder eine Alternative ist.“ Freilich müsse man abwarten, wie die Wade in dieser Woche auf die Belastung reagiere.

Von der Fitness her, sei ein Einsatz aber kein Problem. Der 31-Jährige habe die knapp zwei Monate ja nicht untätig herumgesessen. „Er ist körperlich auf einem hohen Niveau“, findet Kovac. Allerdings hat Abraham in dieser Zeit lediglich viele Kilometer auf dem Ergometer abspulen können. Kovac sieht keinen Grund, Abraham nicht gleich von Anfang an zu bringen. „David kann man von Null auf 100 reinwerfen.“

Sollte Abraham tatsächlich in der Startelf stehen, müssten entweder Marco Russ, der in den letzten beiden Spielen seine Sache außerordentlich gut gemacht hat und der zusätzlich Torgefahr bei Standards ausstrahlt, oder Simon Falette auf die Bank. Oder sogar Makoto Hasebe? Aber das ist eher unwahrscheinlich, dazu spielt der Japaner zu solide. Dessen ungeachtet bleibt es keine ganz einfache Entscheidung für Niko Kovac. Das ist die Krux, wenn einem 29 fitte Fußballer zur Verfügung stehen.

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