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Mann  mit Köpfchen: Wilhelm Bender (rechts) im Einsatz für die Eintracht-Traditionsmannschaft.
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Mann mit Köpfchen: Wilhelm Bender (rechts) im Einsatz für die Eintracht-Traditionsmannschaft.

Bender statt Becker

Neue Mannschaft, frischer Wind

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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Das Staffelholz wird übergeben: Ex-Flughafenchef Wilhelm Bender löst den scheidenden Herbert Becker als Aufsichtsratsboss der Eintracht ab. Von Ingo Durstewitz

Das Staffelholz wird übergeben, ganz offiziell, und also sagt der Vorgänger über seinen Nachfolger: "Wilhelm ist ein toller Mann, der anerkannt ist, der etwas erreicht hat im Leben. Toll für Eintracht Frankfurt." Und also urteilt der Nachfolger über seinen Vorgänger: "Herbert ist ein lieber Mensch, der unheimlich viel für die Eintracht geleistet hat." Viel mehr Eintracht geht ja nicht.

Man muss wissen, um zu verstehen: Die beiden Funktionäre eint eine langjährige Freundschaft, seit sie zusammengearbeitet haben. Herbert Becker, der scheidende Aufsichtsratschef des Frankfurter Bundesligisten, als "Außenminister" für den Flughafenbetreiber Fraport. Wilhelm Bender, der neue Vorsitzende des Kontrollgremiums, als langjähriger Flughafenboss. "Er war mein Chef, jetzt ist er mein Freund", sagt Herbert Becker. Beide sind in Pension, Bender seit August 2009.

Heute übernimmt Bender, eine Frankfurter Institution und in der Gesellschaft geschätzt, den Vorsitz für die nächsten fünf Jahre. Der langjährige Unterstützer der Eintracht wird sicherlich keine revolutionären Änderungen durchpeitschen. "Die Eintracht steht für Kontinuität und Seriosität, dafür hat auch der Aufsichtsrat gesorgt. Das wollen wir fortsetzen."

Bender, 65, gilt als loyal, er wird den Vorstandsvorsitzenden Heribert Bruchhagen nach bestem Wissen unterstützen. Ins operative Geschäft will er sich nicht einmischen. "Ich habe Erfahrung als Aktionär, Aufsichtsrat und Vorstand. Und ich weiß, wer welche Rolle zu spielen hat", sagt er. Und doch ist der erfolgreiche Manager ambitioniert genug, sich einzubringen. Ein Ziel: "Wir wollen nie mehr am Rande des Abstiegs stehen, sondern uns im Mittelfeld etablieren. Mindestens."

Bender hat die Mittelmaß-Debatte der vergangenen Jahre verfolgt, als mal mehr, mal weniger deutlich gefordert wurde, die Eintracht müsse endlich mehr Geld in die Hand nehmen, um in die Phalanx der Großen einzubrechen. Er würde solch ein ehrgeiziges Ziel nicht aus dem Stand heraus ausrufen, tritt aber mit seiner neuen Mannschaft durchaus an, um frischen Wind zu entfachen. "Es ist auch die Aufgabe des Aufsichtsrats, die Strategie des Unternehmens voranzubringen. Das obliegt nicht nur dem Vorstand." Das Gremium sei dafür bestens aufgestellt: "Unsere Aufsichtsratsmitglieder werden gewichtige Beiträge leisten können."

Die neuen Räte kommen vorwiegend aus der Wirtschaft: Etwa Philip Holzer, stellvertretender Deutschland-Chef der Investment-Bank Goldman Sachs, Claudio Montanini, der Geschäftsführer der PR-Agentur PSM&W, oder auch BHF-Bank-Vorstand Dietmar Schmid. Erfolgreiche Geschäftsmänner, die Aufsichtsrat Axel Hellmann als "Paket von Persönlichkeiten" anpries.

Für Becker wird es nun ruhiger. Sieben Jahre stand er dem Gremium vor, es waren erfolgreiche Jahre, die er mitprägte. Er war es, der Heribert Bruchhagen zur Eintracht lotste. "Ich habe ein bisschen was zum Erfolg beigetragen", sagt Becker bescheiden. Der Mann, der sein Herz auf der Zunge trägt, wird mehr Zeit haben, seinem Hobby nachzugehen: dem Bergsteigen. Im August geht es auf die Zugspitze. Becker wird der Eintracht mit seiner direkten, manchmal ruppigen, aber liebenswerten Art fehlen, doch er bleibt ihr erhalten. Als Fan auf der Haupttribüne. Da ist er bei seinen Nebenleuten gefürchtet.

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