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Das neue Gesicht der Eintracht

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Von: Ingo Durstewitz

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Steht wohl für beide Ligen zur Verfügung: Fredi Bobic.
Steht wohl für beide Ligen zur Verfügung: Fredi Bobic. © dpa

Mit ziemlicher Sicherheit heuert Fredi Bobic als Sportvorstand bei Eintracht Frankfurt an - man will aber zur Verkündung noch das Saisonfinale abwarten.

In den vergangenen Monaten war Fredi Bobic oft auf Reisen, nicht nur zum Vergnügen oder zur Erholung. Der frühere Nationalstürmer und Manager des VfB Stuttgart hospitierte mal hier und mal dort, schnupperte überall mal rein. Er bildete sich in England weiter, verhandelte in den USA mit Philadelphia Union, zu einem Abschluss kam es aber nicht. Und doch hat er die Zeit genossen und als lehrreich verbucht. „Es geht darum, sich bei Klubs bekannt zu machen. Kontakte sind unbezahlbar“, sagte er im Gespräch mit „Goal“. „Das Netzwerk ist mein Faustpfand. Als Manager musst du es pflegen und ausbauen. Es ist wichtig, zu wissen, wer wo an den Hebeln sitzt.“

Sein in der Tat mächtiges Netzwerk wird der 44-Jährige in Zukunft für Eintracht Frankfurt nutzen, denn Bobic wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit einen Sitz im Vorstand des hessischen Bundesligisten einnehmen. Unterschrieben ist sein Arbeitspapier allerdings noch nicht, auch eine offizielle Bestätigung steht noch aus. Doch dass es so kommen wird, pfeifen die Spatzen von den Dächern.

Vertrag bis 2019

Die Eintracht will aber auf jeden Fall das Saisonfinale abwarten. Erst wenn klar ist, in welcher Spielklasse die Frankfurter in der kommenden Saison antreten werden, soll die Verpflichtung publik gemacht werden. Über die Ligazugehörigkeit weiß der Klub im besten Fall am Samstag um 17.20 Uhr Bescheid, im schlechtesten Fall am Montag, 23. Mai, dann wird das zweite Relegationsspiel gegen den 1. FC Nürnberg ausgetragen.

Bobic, so hört man, soll aber für beide Ligen zur Verfügung stehen und, wie der „Kicker“ berichtet, einen Vertrag bis 2019 erhalten. Eine Laufzeit von drei Jahren erscheint durchaus sinnvoll.

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Bobic hat sich gegen viele Bewerber durchsetzen können, nachdem den Frankfurtern auch einige Wunschkandidaten durch die Lappen gingen: Christoph Metzelder, Christian Nerlinger oder auch Jens Todt hatten dankend abgelehnt. Andere, Sebastian Kehl etwa, hatten eine andere Lebensplanung.

Der frühere Stuttgarter Sportchef wird in Frankfurt nicht Vorstandsvorsitzender und damit kein direkter Nachfolger des offiziell am 30. Juni ausscheidenden Heribert Bruchhagen, sondern als Sportvorstand firmieren. Er soll das Gesicht sein, das die Eintracht nach außen repräsentiert. Die Bekanntheit dazu hat das Mitglied des Europameisterteams von 1996. Der Favorit als Sprecher des Führungsgremiums ist indessen das langjährige Vorstandsmitglied Axel Hellmann.

Was wird aus Hübner?

Bobic war im Eintracht-Aufsichtsrat nicht unumstritten, nicht alle votierten anfangs für den Sohn eines Slowenen und einer Kroatin. Es gab Vorbehalte, auch bei den Eintracht-Fans herrscht Skepsis vor. Bobic soll die Räte aber letztlich durch seine Konzeption und sein Auftreten überzeugt haben.

Die Frage bleibt, was aus Sportdirektor Bruno Hübner wird, der ebenfalls einen gültigen Kontrakt bis 2019 besitzt. Der Manager wird intern von einigen kritisch gesehen, aber er hat auch Fürsprecher. Im Endeffekt wird Bobic in Absprache mit Trainer Niko Kovac entscheiden müssen, ob er sich eine Zusammenarbeit vorstellen kann. Hübner und Bobic kennen sich nicht näher, nur flüchtig von früheren Managertagungen. Ein Schnellschuss ist in dieser Frage eher nicht zu erwarten, gerade bei einem immer noch möglichen Abstieg wäre es fahrlässig, Hübner vorschnell von seinen Aufgaben zu entbinden.

Bobic und Kovac, beide Jahrgang 1971, kennen sich bestens. Beide haben von 2003 bis 2005 gemeinsam bei Hertha BSC gespielt. Sie schätzen sich und pflegen ein gutes Verhältnis. Im Falle des Klassenerhalts wird Kovac Trainer bleiben, er hat nur einen Vertrag für die erste Liga. Doch selbst wenn die Eintracht ins Unterhaus müsste, spricht viel dafür, den Kroaten zum Bleiben zu bewegen.

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