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So sehen keine Sieger aus: Geschlagene Eintracht-Profis.
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So sehen keine Sieger aus: Geschlagene Eintracht-Profis.

Niederlage gegen Freiburg

Der nächste Rückschlag

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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  • Thomas Kilchenstein
    Thomas Kilchenstein
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Eintracht Frankfurt verliert zu Hause auch gegen den SC Freiburg und hadert mit unglücklichen Schiedsrichter-Entscheidungen.

Als Alexander Meier dann in der Nachspielzeit die größte, allerdings auch die einzige Chance in der zweiten Halbzeit vergeben hatte, als SC-Torhüter Alexander Schwolow den Ball mit der Ferse um den Pfosten lenkte, als es also nichts war mit dem 2:2-Ausgleich gegen den SC Freiburg, da war klar, dass Eintracht Frankfurt wieder keinen Schritt raus aus der Krise hatte tun können. Das 1:2 (1:1) gegen den Aufsteiger aus dem Breisgau war die vierte Niederlage in Folge, und langsam sieht es danach aus, dass die Hessen, vor drei, vier Wochen noch auf einem Champions-League-Platz, sukzessive nach hinten in der Tabelle durchgereicht werden.

Zwar bleiben sie mit 35 Punkten auf Tabellenplatz sechs, doch die Frankfurter spüren inzwischen den heißen Atem der Verfolger – und nächste Woche geht es zum FC Bayern München. „Wir wussten alle, dass es in dieser Runde auch mal so eine schwierige Phase geben wird“, sagte Meier unmittelbar nach der Partie, „da müssen wir jetzt gemeinsam durch.“ Meier war erst zehn Minuten vor Ende der Partie eingewechselt worden, er habe sich krank gefühlt und nicht im Vollbesitz seiner Kräfte, sagte er.

Sportdirektor Bruno Hübner wollte die neuerliche Niederlage nicht überbewertet wissen: „Uns war vor der Saison klar, dass so eine negative Serie passieren kann, wenn wir nicht alle Mann an Bord haben. Es ist schon Wahnsinn, was wir im Moment so an Rückschlägen wegstecken müssen.“ Es sei „schade, dass wir unsere gute Ausgangslage verloren haben. Ärgerlich ist aber, wie es passiert ist.“

Tatsächlich haderten die Frankfurter nicht ganz unberechtigt: Einmal verweigerte der insgesamt schwache Schiedsrichter Günter Perl (Pullach) einem Treffer von Ante Rebic (33.) die Anerkennung, weil zuvor Mijat Gacinovic Torwart Schwalow behindert haben soll. Im Grunde stand der Serbe dem Schlussmann nur im Weg. Es war eine sehr harte Entscheidung. Und es wäre die 2:1-Führung gewesen. Das zweite Mal, und dieser Treffer zählte, erzielte der SC Freiburg den 2:1-Siegtreffer durch Florian Niederlechner (59.) aus klarer Abseitsposition. „Die ganze Ersatzbank von uns ist aufgesprungen, weil jeder gesehen hat, dass das Abseits war“, echauffierte sich Hübner hinterher. (Siehe auch Seite S2). Und neben diesen beiden Spiel entscheidenden Szenen gab es immer wieder strittige Pfiffe, die zuungunsten der Eintracht ausgefallen waren. „Wir hatten heute“, sagte SC-Trainer Christian Streich, „das Quäntle Glück.“

Dass sich das Spielglück gewendet hat, dass Fifty-Fifty-Entscheidungen mittlerweile zugunsten des Gegners ausfallen, zieht sich seit der Rückrunde wie ein Roter Faden durch die Spiele der Eintracht. Das mögen immer wieder Kleinigkeiten sein, in der Summe „machen sie aber unser Spiel kaputt“, sagte Bastian Oczipka, der seine fünfte Gelbe Karte sah und in München fehlen wird. Enge Spiele verlieren die Frankfurter deshalb.

Das freilich ist nur ein Teil der Wahrheit. Fest steht auch: Eintracht Frankfurt kann momentan nicht viel besser Fußball spielen, sie stecken in einem Loch, können das, was sie in der Vorrunde ausgezeichnet hat, nicht mehr auf den Rasen bekommen. Auch gegen Freiburg fehlte die komplette Stamm-Innenverteidigung mit David Abraham (gesperrt) und Jesus Vallejo, der immerhin am Dienstag langsam mit der Mannschaft trainieren soll, für das Bayern-Spiel aber noch nicht zur Verfügung stehen wird.

Die Frankfurter Abwehr ist nur noch Flickwerk und trotz fünf Mann nicht wirklich sicher. Ein Pass von Nicolas Höfler durch die Mitte genügte, um Niederlechner mutterseelenallein auf Torwart Lukas Hradecky laufen zu lassen. Der Freiburger schob cool zum 1:1 (25.) ein. Dazu fehlt der Eintracht seit Wochen schon das kreative Element, eine Idee, wie man eine Hintermannschaft aushebelt. Torchancen sind Mangelware, die Stürmer hängen in der Luft, die Eintracht verströmt kein bisschen Gefahr.

In der kompletten zweiten Halbzeit hatte sich den Gastgebern – bis auf Meiers Schuss Sekunden vor dem Ende – keine einzige Chance geboten, ja es wurde nicht einmal besonders brenzlig für Freiburg. Fußballerisch war das sehr dünn. Marco Fabian, der verletzte Spielmacher, fehlt an allen Ecken und Enden; er soll in dieser Woche vorsichtig einsteigen. Und es war Lukas Hradecky, der den Finger in die Wunde legte: „Spielerisch waren wir nicht so gut drauf. Das ist die Wahrheit.“ Früher sei man über die Teamleistung gekommen, jetzt stärker über individuelle Qualität. Im Grunde beschränkte sich das Angriffsspiel in ewigen Querpässen oder langen Schlägen nach vorne.

Dabei hatte es aus Frankfurter Sicht gut begonnen. Branimir Hrgota, für Meier nominiert, markierte schon früh die Führung, nach einem Befreiungsschlag von Michael Hector und einem harten Einsatz von Ante Rebic schob er überlegt ein (11.). Doch dieser Treffer gab keine Sicherheit.

Hinterher fand Trainer Niko Kovac sogar, dass die Eintracht gegen das laufstärkste Team der Liga ein ordentliches Spiel gemacht habe. Hrgota sprach gar von einer „sehr, sehr, sehr guten Leistung“. Und von einem „Knacks“, den diese Heimniederlage der Eintracht womöglich verpasst hätte, wollte der Trainer nichts wissen. „Wenn wir einen Knacks hätten, hätten wir nicht diese ansprechende Leistung zeigen können.“ Die Ansprüche in Frankfurt sind deutlich heruntergeschraubt worden.

Kovac wird seine gestrauchelte Truppe jetzt aufrichten müssen. „Wir werden die positiven Sachen ansprechen, werden die Mannschaft mental aufbauen und Kräfte bündeln.“ Leicht wird das nicht, Kovac weiß es, denn die Mannschaft „ist nicht so stark wie sie geschrieben wurde.“ Aber ins Bockshorn will er sich auch nicht jagen lassen. „Nach Regen kommt auch wieder Sonne.

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