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Muani und Alidou - freche Frankfurter Flügel

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Engagiert und mutmachend: Faride Alidou. Foto: Jan Hübner
Engagiert und mutmachend: Faride Alidou. Foto: Jan Hübner © Jan Huebner

Eintracht-Außen machen Dampf beim 1:0-Sieg in Aschaffenburg, den Mario Götze erneutr nur als Zuschauer erlebt.

Wenn der Europapokalsieger anreist, muss der Viertligist weichen, obwohl er Gastgeber ist. So einfach ist das. Da kennt der gerade schwer angesagte Bundesligist Eintracht Frankfurt kein Pardon. Also beanspruchten die Hessen am Dienstagabend beim Freundschaftskick in Aschaffenburg beide Kabinen am Schönbusch, die Spieler des Regionalligisten mussten sich in ihrem Trainingszentrum umziehen und die Strecke ins Stadion per pedes zurücklegen – gut ein Kilometer weit. Gibt Schlimmeres, klar, muss aber trotzdem nicht sein.

Daran lag es indes nicht, dass die Aschaffenburger vor der stattlichen Kulisse von 6600 Fans am Ende doch den Kürzeren zogen. Evan Ndicka erzielte das Tor des Tages zum 1:0 (1:0)-Erfolg der Frankfurter, die damit auch das zweite Privatspiel ihrer Reihe „Eintracht in der Region“ gewannen. Nach dem lockeren Einstand beim 14:0 gegen den Achtligisten SV Nieder-Weisel hatten die Profis dieses Mal aber sehr viel mehr Mühe.

Auf diese Leistung können die Viktoria-Fußballer aufbauen, sie machten dem großen Gegner das Leben schwer. Wahrscheinlich auch, weil sie schon voll im Saft stehen, starten sie doch in nicht mal zehn Tagen in die Regionalligasaison. Bei der Eintracht kam ein Gutteil der Spieler gerade erst aus dem Urlaub zurück. Die Platzherren hatten sogar die besseren Einschusschancen: Alexandru Paraschiw verfehlte das Ziel knapp (10.), und Niklas Borger hatte Pech, dass der Ball nach einer Unsicherheit von Eintracht-Keeper Diant Ramaj nur Zentimeter am Pfosten vorbei flog (19.).

Die Eintracht, mit Viererkette angetreten, enttäuschte aber nicht, gerade über die Außen machte sie ganz schön Dampf. Faride Alidou, Neuzugang vom HSV und Randal Kolo Muani spielten ihre enorme Schnelligkeit mehrfach aus. Beide machen einen frischen, frechen und irgendwie unkonventionellen Eindruck. Mittelstürmer Lucas Alario blieb hingegen blass.

Kolo Muani war es auch, der die Führung vorbereitete, Evan Ndicka musste seine Hereingabe nur noch über die Linie drücken der stark haltende Ex-Bundesligatorwart Max Grün im Kasten der Bayern war machtlos (27.). Es sollte das einzige Tor bleiben, Rückkehrer Ali Akman (52.) und der frisch erblondete Rafael Borré (72.) ließen gute Gelegenheiten aus. Entsprechend war Trainer Oliver Glasner nicht besonders zufrieden mit der Vorstellung seiner Mannschaft: Zu langsam sei gespielt worden, zu wenig in die Tiefe attackiert. Man habe wohl gedacht, mit „ein bisschen Fußball reicht es.“ Reicht aber nicht.

Die Eintracht verzichtete erneut auf Starspieler Mario Götze, den weiterhin muskuläre Probleme hindern und aus Gründen der sogenannten Belastungssteuerung fehlte. Am Mittwoch soll er wieder ins Training einsteigen. Schon den Testspielauftakt hatte der Ex-Nationalspieler verpasst. Stattdessen arbeitete der 30-Jährige auf dem Trainingsgelände im Stadtwald individuell – genauso wie Jesper Lindström und Goncalo Paciencia, der kurz vor dem Absprung steht. „Er ist da, aber in Gesprächen“, sagte Glasner vielsagend. Riecht nach schneller Trennung.

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