Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Ist unter die Autoren gegangen: Marco Russ.
+
Ist unter die Autoren gegangen: Marco Russ.

„Im Kopf immer positiv geblieben“

Momente für die Ewigkeit

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
    schließen

Ex-Eintracht-Profi Marco Russ stellt sein Buch vor, in dem es um seine Karriere, aber auch um seine Krebserkrankung geht.

Eigentlich, sagt Marco Russ, 36 Jahre alt, fühle er sich noch ein bisschen zu jung, um ein Buch zu schreiben oder, besser, es schreiben zu lassen. „Dafür ist es zu früh“, dachte der frühere Spieler der Frankfurter Eintracht, alleine der Gedanke habe ihn „abgeschreckt“, so viel habe er ja noch gar nicht erlebt, was natürlich nicht stimmt. „Ich dachte, nach 25 Seiten ist bei mir das Buch vorbei.“ Pustekuchen. Am Ende wurden es 240 Seiten, „Kämpfen. Siegen. Leben.“

Nach und nach reifte in ihm der Entschluss, sein Leben von Ghostwriter Alex Raack aufschreiben zu lassen, immerhin war er 17 Jahre Fußballprofi und hat noch zu seiner aktiven Zeit eine Krebserkrankung bekämpft und besiegt. Sein größer Kampf, sein größer Sieg, ganz ohne Frage.

Ein dreiviertel Jahr arbeiteten beide an dem Projekt, unter Coronabedingungen, weshalb die Handys glühten. „Ich habe viele Botschaften in dem Buch, es ist cool geworden“, findet der heutige Eintracht-Analyst, der sich gewundert hat, wie viel er im Laufe der fast zwei Jahrzehnte vergessen hat und erst wieder hervorkramen musste. „Das ist echt krass.“

Das Werk richtet sich, wie der Ex-Verteidiger sagt, an Eintracht-Fans, was nur allzu logisch ist, aber auch an Menschen, die in irgendeiner Form mit der schlimmen Krankheit zu tun haben. „Der Krebs gehört zu meinem Leben dazu, ich habe keine Scham, darüber zu sprechen, das ist für mich keine unangenehme Situation.“ Eine seiner Botschaften im Umgang lautet: „Im Kopf positiv bleiben.“ Das sei für ihn enorm wichtig gewesen, vielleicht sogar lebensrettend. „Natürlich gab es auch beschissene Tage, aber man darf sich nicht ergeben und nicht hadern.“ Gerade für die Angehörigen sei so eine Situation auch extrem schwierig und belastend. „Wenn du aber mental in der Lage bist, die Sache anzugehen, ist es auch für sie leichter“, findet das Eintracht-Urgestein. „Der Kopf entscheidet so viel.“ Nicht nur im Ringen um Leben und Tod, sondern, ungleich profaner, auch auf dem Fußballplatz.

Der nimmt auch eine Menge Raum im Machwerk ein, dezidiert führt er aus, wie das so war 2018 mit dem Pokalsieg gegen die Bayern. „Unsere Chancen waren unterirdisch“, sagt Russ, der seinem Förderer Friedhelm Funkel zu ewigem Dank verpflichtet sei („Ohne ihn wäre ich nicht da, wo ich bin“). Der historische Triumph gegen die Bayern war für Marco Russ der emotionalste Moment seiner Karriere und auch des Buches. Ein Sieg für die Ewigkeit. „Wir waren damals ein super Haufen, das schweißt uns zusammen – für immer.“

Auf seiner Highlight-Skala ebenfalls weit oben: Die Einwechslung gegen Bielefeld nach überstandener Erkrankung, als sich die Fans erhoben und minutenlang seinen Namen skandierten. „Gänsehaut pur.“ Und: Das erste Relegationsspiel gegen Nürnberg – einen Tag nach der schockierenden Diagnose. Die Klammer des Buches: der schöne Fußball und die tückische Krankheit.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare