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Moderate Umbauarbeiten

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Von: Thomas Kilchenstein

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Am Sonntag in der Startelf? Mo Idrissou
Am Sonntag in der Startelf? Mo Idrissou © S. Krieger

Eintracht-Trainer Armin Veh zieht personelle Konsequenzen und spricht Bamba Anderson das Vertrauen aus. Für Martin Amedick könnte sich eine neue Chance ergeben.

Der Frankfurter Fußball-Trainer Armin Veh ist keiner, der nach einem schlechten Spiel oder einer Niederlage gleich das komplette Team umkrempeln will. Das macht er nicht, weil es aus seiner Sicht keinen Sinn ergibt, und reinen Aktionismus lehnt der 51-Jährige ab. „Soll ich jetzt jemand von der zweiten Mannschaft holen?“, fragt er süffisant. Und doch wird sich nach dem schlechten Spiel und der Niederlage in Paderborn bei Eintracht Frankfurt etwas ändern, und zwar mindestens auf zwei Positionen, vielleicht gar auf drei.

Schildenfeld erst mal raus

Sicher ist, dass Gordon Schildenfeld seinen Platz in der Innenverteidigung nach exakt 2053 Minuten in der zweiten Liga räumen muss. Womöglich wird er es nicht mal mehr in den 18er-Kader schaffen. Am Mittwoch hat Trainer Armin Veh auf Nachfrage noch einmal betont, für ihn sei der Punkt erreicht, an dem er handeln müsse: „Soll ich warten, bis wir Sechster sind?“ Veh kann auch deshalb Konsequenzen ziehen, weil er über ausreichend qualifiziertes Alternativpersonal verfügt. Wahrscheinlich ist: Martin Amedick, frisch vom 1. FC Kaiserslautern gekommen, wird am nächsten Sonntag gegen den Tabellen-Elften Energie Cottbus zentral verteidigen.

Eine Chance für Amedick

Amedick (29) hatte ein etwas unglückliches Entree in Frankfurt; im ersten Spiel gegen Braunschweig ging ihm Stürmer Dominick Kumbela einmal zu oft von der Leine, dann verletzte sich der Stopper im Training und musste passen. Nun dürfte der bundesligaerfahrene Mann zu seinem zweiten Einsatz für die Hessen kommen. Wenn nicht jetzt, wann dann? „Er ist eine Möglichkeit“, sagt Veh und lässt sich nicht in die Karten gucken. Eine andere Option wäre: Heiko Butscher von der linken Seite ins Zentrum verschieben und Constant Djakpa außen verteidigen lassen. Dann müsste man sich freilich fragen, wieso sich Eintracht Frankfurt unbedingt der Dienste von Amedick versichert hatte, noch bis 2014. Sicher ist zudem, dass Bamba Anderson spielen wird, obwohl auch er in Paderborn eher schlecht als recht verteidigt hat. Veh sprach ihm bereits das Vertrauen aus.

Was ist mit Schwegler?

Bleibt noch, für Kapitän Pirmin Schwegler ein Plätzchen zu finden. Dass der Schweizer auf die Sechs zurückkehren wird, steht fest. Der 24-Jährige dürfte neben Matthias Lehmann im defensiven Mittelfeld spielen, Sebastian Rode müsste dann auf den rechten Flügel – anstelle von Karim Matmour. Der Algerier kehrt als Letzter von allen Nationalmannschaftsreisenden erst am Freitag vom Länderspiel in Gambia zurück. Zudem gilt Matmour als Edeljoker.

Zwickmühle mit Idrissou

Und dann hat Veh noch das Problem mit Mohamadou Idrissou: Eigentlich müsste der Kameruner spielen, weil er nach seiner Verletzung Praxis braucht, vielleicht auch ein Erfolgserlebnis. Der Angreifer ist kein Einwechselspieler, er ist keiner, der gleich zündet, wenn er von der Bank kommt. Andererseits waren seine bislang gezeigten Leistungen nicht so, dass es gerechtfertigt erscheint, ihn in die Anfangself zu beordern. Veh steckt da in einer Zwickmühle. „Wenn das Wetter besser wäre, hätten wir ein Freundschaftsspiel ausgemacht, damit Mo Spielpraxis kriegt“, sagt der Coach.

Jeder Punkt zählt

Ein wenig erstaunt nahm Veh zur Kenntnis, dass die Aufstiegsaspiranten im neuen Jahr nicht gerade konstante Leistungen abrufen. Düsseldorf hat in vier Spielen drei Punkte geholt, Greuther Fürth sieben, Paderborn zehn, St. Pauli vier, die Eintracht sieben. Und 1860 München als bestes Rückrundenteam zwölf. „Es wird auf jeden Punkt ankommen“, sagt Armin Veh. Deshalb „müssen wir immer am oberen Limit spielen, viel abrufen, viel laufen, viel arbeiten.“ Und manchmal auch Konsequenzen ziehen.

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