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Frankfurter Jubel nach dem Sieg gegen Hannover.

Eintracht Frankfurt

Im Mittelfeld der Tabelle

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Vorsichtige Tendenz: Die Frankfurter Eintracht wird den Spitzenteams nicht ganz das Wasser reichen können, den vermeintlichen Kellerkindern aber etwas voraus haben. Der Kommentar.

Der satte Dreier mit vier Toren gegen tumbe Hannoveraner hat bei Eintracht Frankfurt befreiende, ja erlösende Wirkung entfaltet. Zum einen tabellarisch. Da liegt der Bundesligist aus dem Hessischen nun auf Rang elf mit sieben Punkten. Das ist keine Bilanz, bei der man mit der Zunge schnalzt, aber angesichts des großen Umbruchs, des Stolperstarts in die Saison und des unangenehmen Auftaktprogramms ist diese Ausbeute durchaus in Ordnung. Der Sieg vom Wochenende hat der Eintracht eine gewisse Sicherheit gegeben, sie hat bewiesen, dass sie mithalten kann und konkurrenzfähig ist. Eine wichtige Erkenntnis, gerade dann, wenn man nicht genau weiß, wo man steht und sich einsortieren wird. 

Die Frankfurter haben in ihren bisherigen sechs Bundesligapartien in Dortmund und Mönchengladbach (beide 1:3) verloren, sie haben in Freiburg (2:0) und gegen Hannover gewonnen (4:1) und gegen RB Leipzig einen verdienten Zähler geholt (1:1). Das ist alles im Rahmen, und es sind Resultate, die in der grauen Theorie in etwa so vorhersagbar gewesen wären. Nur das 1:2 zu Hause gegen Werder Bremen fällt etwas aus der Reihe, ist aber auch nur bedingt zu bewerten und von eher begrenzter Aussagekraft, weil die Eintracht fast eine Stunde in Unterzahl spielen und den 1:2-Niederschlag erst in der Nachspielzeit per Freistoßtreffer einstecken musste. 

Will man also eine vorsichtige Tendenz ableiten, so könnte diese sein, dass die Hessen den Spitzenteams nicht ganz das Wasser reichen können, den vermeintlichen Kellerkindern aber etwas voraus haben. Das ist eine These, die keine Allgemeingültigkeit haben muss, es wird Abweichungen geben, Ausreißer nach oben oder unten, aber so in etwa könnte ein erstes Fazit nach einem Drittel der Vorrunde lauten.

Und auf die Eintracht warten jetzt Gegner, die sie schlagen können: Nach dem Spiel am Sonntag im Kraichgau bei der TSG Hoffenheim, noch mal ein dicker Brocken, geht es gegen Düsseldorf, Nürnberg und Stuttgart. Da sollte sie nicht leer ausgehen. 

Mit dem nötigen Ernst gegen Lazio Rom

Der jüngste Heimerfolg gegen Hannover hat zum anderen dafür gesorgt, dass die Frankfurter nun ihre Festtage auf internationalem Parkett richtig zelebrieren und genießen können, unbeschwert und sorgenfrei können sie das erste Europacupheimspiel seit mehr als viereinhalb Jahren angehen. In das knifflige Duell mit dem italienischen Spitzenverein Lazio Rom werden sie mit zusätzlichem Rückenwind gehen. Das ist viel wert. 

Die Eintracht wird die Begegnung gegen Rom mit dem nötigen Ernst bestreiten, das hat sie stets gemacht, wenn sie international unterwegs war, und das ist gut so. Unerträglich und peinlich waren die Auftritte der meisten deutschen Europa-League-Starter vor einem Jahr. Das kann sich die Eintracht sowieso nicht erlauben, weil die Menschen dem Verein die Bude einrennen. Den heutigen Auftritt verfolgen 47.000 Besucher, das Stadion ist pickepacke voll und ausverkauft, die Fans planen eine riesige Choreographie. Es wird sich wieder dieses ganz spezielle Flair über den Stadtwald legen.

Es ist kein Zufall, dass der Sender RTL Nitro die Eintracht für ihre aufwendig produzierte und sehenswerte Dokumentation „Countdown für Europa“ ausgewählt hat. Die Eintracht versteht sich halt, international in Szene zu setzen.

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