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Gewann die letzten fünf Spiele – drei mit Österreich, zwei mit der Eintracht: Stefan Ilsanker (Mitte). afp

Eintracht Frankfurt

Mit gesundem Selbstvertrauen zum „Superstart“

  • Daniel Schmitt
    vonDaniel Schmitt
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Die Hessen wollen auch am Sonntag im Bundesligaspiel beim 1. FC Köln gewinnen, um ungeschlagen zum Rekordmeister reisen zu können. Trainer Hütter ist zuversichtlich.

Die wichtigste Nachricht verkündete Adi Hütter gestern gleich zu Beginn: „Es geht allen gut.“ Für den Trainer von Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt war diese Mitteilung auf der Pressekonferenz vor dem Sonntagsspiel (15.30 Uhr) beim 1. FC Köln insofern von Bedeutung, hatte es in den vergangenen Tagen doch zumindest das eine oder andere kleine Fragezeichen hinter dem Wohlbefinden einzelner Eintracht-Spieler gegeben. So war der österreichische Verteidiger Martin Hinteregger beim Auftritt seiner Nationalmannschaft in Rumänien schmerzhaft am rechten Knöchel erwischt worden, zudem zählte Angreifer André Silva zum portugiesischen Team, in dessen Mitte kein Geringerer als Superstar Cristiano Ronaldo unlängst positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Doch, so Hütter: „Bei uns sind alle Spieler negativ getestet worden und haben auch am Training teilgenommen.“ Entwarnung also.

Für das Spiel bei den krisengeschüttelten Kölner (siehe auch Artikel unten) wird der Frankfurter Fußballlehrer damit aller Voraussicht nach auf die identische Startelf vertrauen, die er auch vor zwei Wochen beim 2:1-Heimerfolg gegen die TSG Hoffenheim aufs Feld geschickt hatte. So hat Kapitän David Abraham seine leichten Beschwerden überwunden und wird an der Seite von Makoto Hasebe und Hinteregger verteidigen. Davor kann sich derzeit Stefan Ilsanker dem Vertrauen seines Trainers sicher sein, zumal der Abräumer vor der Abwehr durch fünf Siege am Stück (zwei mit der Eintracht, drei mit Österreich) „großes Selbstvertrauen“ getankt habe, wie Hütter über Landsmann Ilsanker sagte. Ähnliches gilt für den rechten Flankenläufer Almamy Touré. Er habe zwar manchmal noch einzelne Schlampigkeit in seinem Spiel, erklärte Hütter, „aber ich finde grundsätzlich, dass Almamy manchmal unter dem Radar läuft und der Mannschaft im Moment sehr gut tut.“

Im Angriff wird der Trainer derweil das bewährte Duo André Silva und Bas Dost aufs Feld schicken, wenngleich er in Abwesenheit des verletzten Nachwuchsmannes Ragnar Ache dann von der Bank keinen gelernten Mittelstürmer mehr nachschieben kann. „Es gibt aber noch andere Leute, die vorne spielen können“, so Hütter, der Daichi Kamada und Amin Younes als Alternativen für die Spitze nannte. Mit Abstrichen zählt gewiss auch noch Ajdin Hrustic zu jenen Profis, die als Ersatzangreifer durch die gegnerische Hintermannschaft wuseln könnten.

Bei Younes ist Geduld nötig

Startelfeinsätze traut Hütter den beiden Last-Minute-Neuzugänge Younes und Hrustic aber eher nicht zu. „Sie sind auf einem guten Weg, aber wir müssen noch ein bisschen Geduld mit ihnen haben“, sagte der Trainer. Gerade Younes habe zuletzt wenig Spielpraxis beim SSC Neapel sammeln können (eigentlich gar keine), „aber ich sehe, wie hart sie beide arbeiten, wie gierig sie auf dem Platz und bei den individuellen Videoanalysen sind, weil sie uns schnell weiterhelfen wollen.“ Kurzeinsätze sind in Köln nicht ausgeschlossen. „An Kreativität fehlt ihnen gar nichts“, stellte Hütter noch klar – körperlich und spieltaktisch dann aber doch noch ein wenig.

Während selbst der vier Wochen wegen einer Sprunggelenksverletzung ausgefallene Verteidiger Evan Ndicka für Sonntag ein Thema für einen Platz auf der Bank ist, wird Linksaußen Filip Kostic wegen seines Teilanrisses am Innenband des rechten Knies weiterhin vor dem Fernseher zuschauen müssen. Trotzdem war der Serbe zur Nationalmannschaft gereist, „in Absprache mit unseren Fitnesstrainern“, wie Hütter festhielt, habe Kostic in Serbien doch mit seinem persönlichen Trainer an einem baldigen Comeback arbeiten können.

Unabhängig von einzelnen Personalien gab sich der Frankfurter Coach äußerst zuversichtlich, dass es für seine Mannschaft in Köln mit dem nächsten Dreier klappen könnte, dem dritten nacheinander. Warum? Ganz einfach, wegen der Eindrücke im Training. Dort sei hochkonzentriert gearbeitet worden, „die Jungs waren sehr aktiv, man spürt, dass Selbstvertrauen vorhanden ist, ein gesundes Selbstvertrauen.“ Wenn seine Truppe an die Leistungen aus den Spielen gegen Berlin und Hoffenheim anknüpfen könne, „dann bin ich zuversichtlich, dass wir gegen Köln gewinnen“. Der Eintracht-Trainer wird seine Spieler mit der Marschroute aufs Feld schicken, von Beginn an möglichst die Kontrolle zu übernehmen, dies sie freilich aber nicht nur gegen die bisher punktlosen Kölner das Ziel. „Wir wollen immer das Spiel bestimmen“, sagte Hütter.

Die Eintracht kann sich durchaus realistische Chancen ausrechnen, mit einem Sieg satte zehn Punkte nach vier Spieltagen auf dem Konto zu haben. Wie er diese Vorstellung denn finde, vor allem im Hinblick aufs kommende Wochenende, wenn die Eintracht womöglich ungeschlagen beim Champions-League-Sieger aus München antreten würde, wurde Hütter noch gefragt. Seine Antwort: „Wenn uns das gelingt, wäre es natürlich ein Superstart in die Saison“. Wie wahr.

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