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Perfekt geschlenzt, da kann der Leverkusener Kerem Demirbay nur staunen: Djibril Sow bei seinem Treffer.
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Perfekt geschlenzt, da kann der Leverkusener Kerem Demirbay nur staunen: Djibril Sow bei seinem Treffer. (Archivfoto)

Djibril Sow

Eintracht Frankfurt: Zum Torjäger mit Hilfe des Fußballgotts

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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  • Thomas Kilchenstein
    Thomas Kilchenstein
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Eintracht-Abräumer Djibril Sow wird zum neuen Torjäger und kann sich über Tipps des großen Alex Meier freuen. Torgefahr strahlen die Frankfurter von überall aus

Frankfurt am Main - Der König der Innenseite war es, der den entscheidenden Ratschlag gab. Vor wenigen Wochen erst nahm sich der Frankfurter Fußballgott Alexander Meier den bis dato nicht als Torjäger auffällig gewordenen Mittelfeldspieler Djibril Sow zur Seite und flüsterte ihm ein paar Takte ins Ohr. „Im Training hast du einen super Schuss, da schließt du mit der Innenseite ab“, gab der heutige Nachwuchstrainer und ständige Trainingsgast dem Schweizer Nationalspieler mit auf den Weg. „Im Spiel nimmst du aber immer den Spann, probiere es mal mit der Innenseite.“ Djirbil Sow, der lernwillige, kluge 24-Jährige hat sich die Worte der einstigen Eintracht-Tormaschine zu Herzen genommen: Traumtor gegen Union Berlin Ende November, Traumtor gegen Bayer Leverkusen am gestrigen Sonntag, beide mit der Innenseite, dazwischen ein Treffer in bester Mittelstürmer-Manier in Istanbul. Nicht schlecht die Tipps des großen Alex Meier.

„Ich war früher oft zu überhastet im Abschluss, dieses Mal bin ich ruhig geblieben und habe ihn mit der Innenseite gemacht“, sagte Sow nach seinem jüngsten Coup beim spektakulären 5:2-Erfolg über das Spitzenteam Bayer Leverkusen. „Ich freue mich, dass ich der Mannschaft mit Toren helfen kann.“ Seine Treffsicherheit hat gewiss mit der modifizierten Schusstechnik, aber auch mit Selbstvertrauen zu tun. Das weiß ein sensibler Spieler wie Sow nur zu gut. „Ich habe einen Lauf, schwebe auf einer Wolke“, befand er, um schnell einzuschränken: „Man sollte aber nicht glauben, dass ich jedes Spiel ein Tor machen.“ Jedes zweite würde ja auch reichen.

Doch nicht nur wegen seinen plötzlichen Torjäger-Qualitäten ist der Eidgenosse auf dem Vormarsch, gegen die Werkself zeigte er sicher seine stärkste Leistung im Eintracht-Dress, er war Dreh- und Angelpunkt, klaute hinten die Bälle und trug sie nach vorne.

Eintracht Frankfurt: Traumtor, Sahnepass

Sow war überall zu finden und prägte das Spiel nicht nur durch Laufstärke und Kampfkraft, sondern sorgte auch für spielerische Glanzlichter. Sein Zuspiel vor dem 2:2 auf Jesper Lindström war erste Sahne, ein Traumpass in den Lauf des schnellen Dänen, der den wichtigen Ausgleich machte, später in der Halbzeit von einer veritablen Übelkeit übermannt wurde und deshalb nicht mehr aufs Feld zurückkehrte.

Die gesamte Entstehung des Tores war wie aus dem Fußballlehrbuch: Martin Hinteregger mit einem scharfen Flachpass durchs Mittelfeld, Ablage von Stürmer Rafael Borré, Traumpass von Sow auf Lindström – und hinein ins Glück. „Ein fantastisches Tor“, jubilierte Trainer Oliver Glasner. Und ein Treffer der Machart, die Sportvorstand Markus Krösche gerne als „Steil-Klatsch-Situation“ beschreibt. Wer nicht weiß, was man sich darunter vorzustellen hat: einfach noch mal im Fernsehen anschauen.

Bemerkenswert und eine neue Stärke ist, dass die Eintracht variabler geworden ist, ihre Treffer nicht mehr an einer Person festgemacht werden können. War es in der Vorsaison André Silva, der 28 Tore alleine schoss, verteilen sich die Schützen nun deutlich ausgeglichener durch den gesamten Kader. Auch hier dient das Leverkusen-Spiel als Paradebeispiel: 1:2 Verteidiger Tuta nach einem Eckball, 2:2 Halbstürmer Lindström, 3:2 Abwehrhüne Even Ndicka nach Eckstoß, 4:2 Mittelfeldabräumer Kristijan Jakic mit seinem ersten Eintracht-Treffer nach einem Gegenangriff, 5:2 Djibril Sow per Traumschlenzer in den Giebel. Nur eines bleibt offenbar immer gleich: Filip Kostic ist nicht zu ersetzen, der nicht zu stoppende Serbe bereitet Tore und Chancen am Fließband vor. Er ist Extraklasse, und es grenzt eigentlich an ein kleines Wunder, dass der Nationalspieler noch immer in Frankfurt und nicht bei einem europäischen Topklub spielt.

Für Coach Glasner ist es nicht überraschend, dass auch die sogenannten Sechser häufiger treffen. „Das war bei all meinen früheren Stationen so.“ Natürlich müssten Spieler wie Jakic und Sow die Bälle selbst reinschießen, aber es gehe auch um Verhaltensweisen, „um gewisse Mechanismen, die in Fleisch und Blut übergehen, damit man in diese Situationen kommt“, erklärt der 47-Jährige. „Und Selbstvertrauen schadet auch nicht.“ Genauso wenig wie ein Lehrmeister Alex Meier. (Ingo Durstewitz/Thomas Kilchenstein)

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