+
Bereiten das Feld für die Eintracht - Platzpfleger.

Eintracht Frankfurt

Minus 17 Grad

  • schließen

Eintracht Frankfurt ist über den ausgelosten Gegner Schachtjor Donezk nicht gerade erfreut.

Nach der leichten Trainingseinheit am Montagmorgen bei trübem Wetter, bei der der wegen einer Muskelverletzung in diesem Jahr nicht mehr zum Einsatz kommende Makoto Hasebe laufend Runden drehte, haben sich die Profis von Eintracht Frankfurt in einer Loge im Stadion getroffen. Zum Fernsehgucken. Die Auslosung des Sechzehntelfinales aus Nyon wollten die Spieler natürlich live verfolgen. Als dann aber die frühere Frankfurter Fußballerin Celia Sasic und der ehemalige portugiesische Nationalspieler Ricardo Carvalho Schachtjor Donezk aus der Loskugel pulten, war die Stimmung dahin und die Gesichter lang. Schwerer, so der allgemeine Tenor, hätte es Eintracht Frankfurt nicht treffen können. Ausgerechnet das Team aus der Ukraine, wieder – wie schon 2013/2014 mit dem FC Porto – bekamen die Hessen einen Gruppendritten aus der Champions League zugelost. Wozu wird man dann als bestes Team der Europa League mit sechs Siegen überhaupt gesetzt?

Trainer Adi Hütter versuchte dann, nach der ersten Enttäuschung, schnell das Positive zu finden: „Mit Young Boys Bern haben wir sie mal geschlagenen. Das ist mir noch in guter Erinnerung.“ Aber natürlich sind die Ukrainer, die elf Brasilianer in ihrem Kader haben (siehe obigen Text) ein schweres Los – „vielleicht eines der schwersten, das wir kriegen konnten“, wie Mijat Gacinovic fand.

Andererseits: „Wir müssen uns nicht verstecken. Wir sind sportlich in der Lage, eine Runde weiterzukommen“, schaltete Fußballlehrer Hütter wie gewohnt in den Angriffsmodus. „Dadurch, dass Schachtjor zuvor zweimal gegen Hoffenheim gespielt hat, haben wir genügend Analysematerial und werden deshalb bestens vorbereitet sein.“ Hütter taxiert die Chancen aufs Weiterkommen gegen den elfmaligen ukrainischen Meister, zwölfmaligen ukrainischen Pokalsieger und einmaligen Uefa-Cup-Sieger „auf 50:50“. Immerhin spiele Donezk einen schnellen, technisch guten Fußball, einen Fußball, der Eintracht Frankfurt liegen dürfte. Das Team des portugiesischen Trainers Paulo Fonseca wird ebenfalls die Initiative ergreifen wollen.

Spielort gegen Donezk ist unklar

Wo genau am Donnerstag, 14. Februar, gespielt wird, steht noch nicht fest. Wegen der unsicheren Lage in der Ost-Ukraine trägt Schachtjor seine Heimspiele entweder in Kiew oder im 2315 Kilometer von Frankfurt entfernten Charkiw aus. „Charkiw“, sagt Vorstand Axel Hellmann, mit Justitiar Philipp Reschke und Berater Rainer Falkenhain bei der Auslosung vor Ort, sei derzeit „die wahrscheinlichste Option“. Ohnehin ist ja noch nicht sicher, ob der Eintracht wegen den Ausschreitungen in Rom nicht ein Zuschauer-Teilausschluss droht, die Verhandlung ist am 10, Januar.

Nach dem ersten Schock freilich kehrte gleich eine Jetzt-erst-Recht-Stimmung ein. Torwart Kevin Trapp sagte: „Es ist kein einfaches Los, aber wir können uns trotzdem freuen. Wir haben ja auch keine schlechte Mannschaft.“ Und Gacinovic ergänzte: „In der Gruppe haben wir gezeigt, dass wie es mit jedem in Europa aufnehmen können. Wir nehmen es so, wie es kommt und werden im Februar Gas geben.“

Rechtsverteidiger Danny da Costa überkamen ganz andere Gedanken: „Im Februar in der Ukraine zu spielen, ist nicht so toll. Wir haben mit Leverkusen mal gegen Charkiw gespielt. Bei minus 17 Grad.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare