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Eintracht-Präsident Peter Fischer engagiert sich weiter gegen die AfD.

Eintracht-Präsident Peter Fischer

"Das ist für mich ein Schlag ins Gesicht"

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Eintracht-Präsident Peter Fischer freut sich nicht über das Wahlergebnis in Hessen - und er will weiter gegen Rechtspopulisten kämpfen.

Peter Fischer redete nicht um den heißen Brei herum und streute seine Meinung gewohnt unverblümt unters Fernsehvolk. Die Landtagswahl in Hessen sei „beschissen“ gelaufen, befand der Vereinspräsident von Eintracht Frankfurt im HR-Heimspiel. „Für mich war das ein Scheißtag.“ Der 62-Jährige echauffierte sich gar sehr über das Abschneiden der AfD,  die auf 13,1 Prozent gekommen war. „Das ist für mich ein Schlag ins Gesicht“, sagte Fischer, der die rechtspopulistische Partei in der Vergangenheit  aufs Schärfste kritisiert hatte („Wer die AfD wählt oder Mitglied ist, passt nicht zur Eintracht“). 

Der 62-Jährige hatte, wie er ausführte, geglaubt, dass er durch seine Initiativen und sein Engagement mehr Menschen davon hätte überzeugen können, nicht für  die AfD zu votieren.  „Ich bin nicht  unfehlbar“, sagte Fischer. Doch er  will weiter  gegen die Rechtspopulisten  kämpfen. „Ich werde dort weitermachen, wo ich angefangen habe. Da gibt es kein Ende.“ Es sei wichtig,  den Menschen die Augen zu öffnen.  „Es geht nicht nur um zweimal 45 Minuten, es geht um viel mehr.“

Erst vor wenigen Wochen hat die Staatsanwaltschaft Frankfurt ein Verfahren gegen den Präsidenten eingestellt.  Anfang des Jahres hatten die Landessprecher der AfD Hessen Strafanzeige gegen Fischer wegen Beleidigung, übler Nachrede und Verleumdung gestellt. Die Klagen sind abgewiesen worden. 

Ende 2017 hatte Fischer in einem Interview der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ gesagt: „Es verträgt sich nicht mit unserer Satzung, AfD zu wählen.“ Nach Kritik aus der AfD legte er in einem Gespräch mit dem Hessischen Rundfunk nach: „Es gibt für die braune Brut keinen Platz. Solange ich da bin, wird es keine Nazis bei Eintracht Frankfurt geben.“ 

Fischer warnt Eintracht-Fans

Fischer äußerte sich im Heimspiel auch zum Auswärtsspiel in Rom, für das die Eintracht nur 5800 Karten bekommen hat. Er riet den Fans, nicht ohne Karten nach Italien zu reisen. Er habe Sorgen vor Angriffen aus dem römischen Fan-Lager. „Dort  gibt es eine ganz grausame und stark aus dem rechtsextremen Bereich kommende Gruppe.“ Die bessere Option sei also, gar nicht erst in die italienische Hauptstadt zu fahren.  „Bleibt zu Hause, guckt’s im Fernsehen.“ 

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