1. Startseite
  2. Eintracht

Merkwürdige Attacke von Bobic

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Ingo Durstewitz

Kommentare

Im Zentrum der Diskussion: Eintracht-Profi Ante Rebic (li.).
Im Zentrum der Diskussion: Eintracht-Profi Ante Rebic (li.). © MODLA/EPA/REX/Shutterstock

„Man soll nicht immer aus kleinen Dingen so große Sachen machen“: Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic mosert über den TV-Experten Markus Merk.

Der höchst sonderbaren Vorstellung einiger seiner Fußballer in Leipzig wollte Fredi Bobic offenbar nicht nachstehen. Nach dem Abpfiff knöpfte sich der Eintracht-Sportvorstand quasi aus heiterem Himmel den heutigen TV-Experten und früheren Bundesliga-Schiedsrichter Markus Merk vor. „Ich muss wirklich schmunzeln, wenn ich mir in der Halbzeitpause den Super-Schiedsrichter-Experten Markus Merk anhöre“, moserte Bobic bei Sky. „Da denke ich: Komm, lass’ es. Diese Experten braucht wirklich kein Mensch. Dieses ganze Gequatsche macht doch gar keinen Sinn mehr. Wir werden keinen körperlosen Fußball mehr sehen. Es soll nicht unfair, aber schon noch ein bisschen körperbetont zur Sache gehen. Man soll nicht immer aus kleinen Dingen so große Sachen machen.“ Hatte Merk aber gar nicht.

Bobic bezog sich auf eine Szene von Ante Rebic nach einer knappen halben Stunde, als der Frankfurter Stürmer den Leipziger Diego Demme bei einem Laufduell mit dem Arm traf. Rebic war nach einem rüden Foul gegen Willi Orban bereits mit Gelb verwarnt, und es gab nicht wenige, die die Ampelkarte für die korrekte Strafe gehalten hätten. Das wäre allerdings in dieser Szene überzogen gewesen.

So sah es auch Sky-Experte Merk, der sich der Meinung von Referee Deniz Aytekin anschloss, es bei einer letzten Ermahnung zu belassen. „Im Moment empfinde ich eine unfassbare Wahrnehmungsstörung“, konterte der konsternierte Merk die Attacke des Ex-Profis. „Er kann nicht zugehört haben, weil ich klar gesagt habe: ‚Keine zweite Gelbe Karte, keine zielgerichtete Aktion.‘ Wir haben seinen Spieler geschützt.“ Bobic fühlt sich laut Merk „von den Medien verfolgt. Ich weiß nicht, woher er das hat“. Fakt ist, dass der Angriff des Eintracht-Vorstands überflüssig, er schlecht beraten oder schlicht falsch informiert worden war, was eine Äußerung von Bobic gegenüber der "Bild" nahelegt. Dort wird der Vorstand mit den Worten: "Mir wurde das so berichtet. Da war ich falsch informiert. Es tut mir leid." zitiert.

Dass nach der Partie aber erneut über ein Einsteigen von Ante Rebic diskutiert wurde, ist hingegen kein Zufall. Der Kroate, laut Trainer Niko Kovac ohnehin mit „Urgewalt“ unterwegs, hat immer wieder mal Nickligkeiten in seinem Spiel, hakelt mal hier, stößt mal da. Das ist alles irgendwie unsauber. Gefühlt steht der 23-Jährige in fast jedem Spiel am Rande eines Platzverweises, fünf Gelbe Karte hat er schon gesammelt, am Freitag auf Schalke wird er daher fehlen.

Dabei hat es der aus Florenz ausgeliehene Stürmer gar nicht nötig. In Leipzig war er der mit Abstand beste Eintracht-Spieler, der mit seiner Körperlichkeit und seinem beachtlichen Durchsetzungsvermögen für Unruhe und Gefahr sorgte und zwei brauchbare Chancen herausarbeitete. Rebic, der um einen neuen Vertrag in Frankfurt spielt, wird den Spagat finden müssen zwischen einer etwas gemäßigteren Spielweise, ohne aber seinen brachialen Stil und damit seine große Stärke zu verlieren.

Auch interessant

Kommentare