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Die Trikots werden billiger. 20 000 Hemdchen hat die Eintracht in diesem Jahr verkauft.

Eintracht Frankfurt

Nur Meier schlägt Müller

Schmankerl für die Fans: Eintracht Frankfurt startet am Samstag eine Verkaufsaktion - die begehrten Trikots werden günstiger.

Von Timur Tinç

An diesem Samstag könnte der Andrang auf den Fanshop im Stadion noch ein wenig größer werden als sonst. „Zum HSV-Spiel starten wir unserer Sale-Aktion“, kündigt Tobias Naumann an, der Leiter der Merchandising-Abteilung. Das bis dato teuerste Trikot der Bundesliga wird dann statt 84,95 Euro nur noch 65 Euro kosten. Günstig ist auch das nicht.

Im Sommer hatte die Eintracht viel Kritik für den Preis einstecken müssen. 69,95 Euro hatte das Jersey vom vorherigen Ausrüster Jako zuletzt gekostet. Mit dem Wechsel zum US-Sportartikelhersteller Nike kam ein Aufschlag von 15 Euro. „Im Sommer haben die großen Hersteller ihre Preise erhöht“, erklärt Naumann. „Und wir haben uns an die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers gehalten.“ Da der FC Bayern München der Empfehlung seines Herstellers nicht gefolgt war, orientierte sich der Rest der Liga am Branchenprimus – bis auf Hertha BSC und eben die Eintracht.

Die Konsequenz: In der vergangenen Saison hatte die Eintracht etwa 36 000 Trikots verkauft. „Wir haben in diesem Jahr im Vergleich zum letzten eine für uns ordentliche Zahl an Trikots verkauft, wenn man die Preiserhöhung dagegen rechnet“, findet der 36-Jährige. Dennoch ist der Verkauf um mehr als ein Drittel weniger geworden. Dem Umsatz hat es nicht geschadet. Sechs Millionen Euro nimmt die Eintracht durch ihre Merchandising-Abteilung ein. „Diese Marke werden wir auch ungefähr halten“, erklärt Naumann, der seit dem 1. März 2013 die Abteilung mit 30 Vollzeitkräften leitet.

Das liegt vor allem daran, dass die Eintracht viel mehr Trainingsartikel verkauft als vorher. Bälle, Taschen, Trainingsanzüge und T-Shirts mit dem Eintracht-Wappen und dem Emblem des weltweit führenden Sportartikelherstellers gehen weg wie warme Semmeln. Für die Eintracht ist die Kooperation ein Imagegewinn und bringt dem Klub bis 2019 jährlich rund drei Millionen Euro ein. Und ein weiterer nicht zu unterschätzender Vorteil ist die Nähe zueinander: Tobias Naumann muss vom Stadion nur fünf Minuten zu Fuß laufen, schon steht er vor der Deutschlandzentrale von Nike, die ihren Sitz in der Otto-Fleck-Schneise hat. „Die bringen ganz andere PS auf die Straße“, sagt Naumann beeindruckt. In der kommenden Saison will der Klub gemeinsam mit dem Ausrüster offensiver für sich werben.

Trend: Die persönliche Note

Eintracht-Artikel gibt es durch die Shops ihres Ausrüsters mittlerweile deutschlandweit. Seit Makoto Hasebe in Frankfurt spielt, sind auch die Bestellungen aus Japan im Online-Shop angestiegen. Die Eintracht selbst betreibt fünf Fanshops, vier in Frankfurt und noch einen mit einem Franchisenehmer in Fulda. „An Produkten gibt es alles Vorstellbare“, so Naumann, der acht Jahre bei Bayer Leverkusen in der Merchandising-Abteilung gearbeitet hat. Die Frage sei mittlerweile nur noch: „Welchen Artikel passen zu Eintracht Frankfurt?“ Es gäbe wenige, die gar nicht funktionieren.

Ein absoluter Trend sind personalisierte Artikel. „Das werden wir noch ausbauen“, erklärt Naumann. Im Stadion-Fanshop kann sich jeder auf seine neu gekauften Schuhe Initialen, Nummern oder das Eintracht-Wappen sticken lassen. Ohnehin ist der eigene Name auf dem Trikot ein Verkaufsschlager. Nur Alex Meier übertrifft die persönliche Note auf dem Jersey.

Das neue Trikot für die kommende Saison ist übrigens fertig designt. Aktuell wird schon das für die Saison 2016/2017 erstellt.

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