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Endlich wieder am Ball: Alexander Meier (rechts) im Zweikampf mit Daniel Schulz.
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Endlich wieder am Ball: Alexander Meier (rechts) im Zweikampf mit Daniel Schulz.

Eintracht Frankfurt

Meier hält durch

  • Thomas Kilchenstein
    VonThomas Kilchenstein
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Der Frankfurter Torjäger Alexander Meier spielt erstmals seit seiner Operation am Knie über volle 90 Minuten Fußball - seine Mannschaft verliert im Testkick trotzdem.

Als Alexander Meier am Donnerstagmorgen, so kurz nach halb zwölf, als erster Mann den Kabinengang verließ und den satten grünen Rasen vor sich sah, ist ihm ganz anders geworden. Es war jetzt nicht die ganz große Bühne: Riederwald, ungewohnte Zeit, keine Zuschauer, und doch fühlte er etwas, was er lange nicht mehr gespürt hatte: „Ich muss sagen: Ich war schon ein bisschen aufgeregt.“

Kein Wunder: Vor Meier lagen die ersten 90 Minuten seit ziemlich genau fünf Monaten, lagen die ersten 90 Minuten seit seiner schweren Knieoperation in Basel, bei der die lädierte Patellasehne geflickt wurde, lagen die ersten 90 Minuten nach einer langen, nervenzehrenden Reha mit vielen einsamen, schweren Stunden im Kraftraum: „Die schlimmste Zeit für einen Fußballer.“

Als die 90 Minuten dann gespielt waren, Eintracht Frankfurt in aller Freundschaft gegen den Tabellensiebten der zweiten Liga, den SV Sandhausen, durch ein Tor von Streli Mamba (75.) 0:1 verloren hatte, da war Alexander Meier dennoch ein gewaltiger Stein vom Herzen gefallen. „War ganz okay“, sagte der Lange dann typisch zurückhaltend über seine Leistung. „Hauptsache ist doch, dass mein Knie gehalten hat.“ Und es hielt, zumindest für diese 90 Minuten. „Jetzt muss ich schauen, wie und ob das Knie reagiert.“ Aber Alex Meier ist zuversichtlich, dass er die Belastungen dieses ersten Spiels wegsteckt, übers Wochenende hat Trainer Armin Veh der Mannschaft ohnehin freigegeben, er werde sich ausruhen „und nächste Woche weiterarbeiten und Gas geben“.

Dieses Freundschaftsspiel gegen den SV Sandhausen nahezu unter Ausschluss der Öffentlichkeit war eigens für Alex Meier arrangiert worden. Der Torschützenkönig der vergangenen Saison (19 Treffer) benötigt jetzt vor allem Spielpraxis; nur Spiele können ihm die fehlende Fitness zurückbringen. „Das war heute das Wichtigste: dass Alex 90 Minuten durchgehalten hat. Und das hat er, er ist bis zum Schluss rumgelaufen, auch wenn er müde war. Ich bin froh, dass er durchgehalten hat. So ein Testspiel ist allemal besser als eine weitere Trainingseinheit“, sagte Trainer Veh nach der recht munteren Begegnung, in der vor allem Vaclav Kadlec mit den besten Möglichkeiten des Spiels einmal an der Latte (80.) und einmal an Torhüter Alexander Bieler (68.) scheiterte. „Einen davon muss er reinmachen“, deckelte der Coach den Tschechen sanft.

Auch Meier hatten sich im Spiel zwei Gelegenheiten geboten, einmal versprang ihm der Ball, das andere Mal wurde sein Schuss abgeblockt. „Selbst wenn er nicht fit ist, hat er seine Chancen“, versteckte Armin Veh ein bisschen sein Lob für den 32-Jährigen, der in der Bundesliga zuletzt am 4. April im Spiel gegen Hannover 96 ernsthaft gegen den Ball getreten hat.

Natürlich war das am Donnerstagvormittag am Riederwald noch lange nicht der alte Meier. Er fremdelte noch ein wenig beim Comeback, konnte wenig Akzente setzen. Sein allererster Pass nach fünf Monaten Zwangspause landete prompt beim Gegner, er war auch nicht richtig ins Spiel eingebunden. Aber das hatte von ihm auch niemand erwartet. „Es ist doch normal, dass bei mir noch einige Dinge schiefgehen“, sagte Meier. Der Bewegungsablauf stimmte noch nicht, das richtige Gefühl, in die freien Räume zu laufen, fehlte noch, aber entscheidend war, dass er zurück auf dem Rasen ist. „Ich freue mich einfach, wieder Fußball zu spielen. Und ich muss diese Spiele nutzen, um Kraft zu sammeln, um richtig fit zu werden“, sagte der Lange, der auch vor kniffligen Zweikämpfen nicht zurückschreckte. „Ich habe kein Trauma. Die Verletzung habe ich mir ja nicht bei einem Zweikampf geholt.“

Hoffnung für Köln

Ob es reicht für das nächste Bundesligaspiel zu Hause gegen den 1.FC Köln? „Mir fehlen noch ein paar Prozent“, sagte Meier selbst. Auch Armin Veh wollte sich nach diesem Geheimtestspiel nicht auf eine Prognose festnageln lassen. „Ich ziehe meine Schlüsse aus diesem Spiel“, sagte der Fußball-Trainer, im übrigen habe man ja bis zum nächsten Partie noch zehn Tage Zeit. Es spricht einiges dafür, dass „die Frankfurter Lebensversicherung“ am übernächsten Samstag zumindest im Kader steht. Vor einem Jahr, noch unter Thomas Schaaf, durfte Meier übrigens (auch) erst am vierten Spieltag zum ersten Mal von Anfang an ran. Prompt schoss er da auf Schalke ein Tor.

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