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Geballte Eintracht-Power: Sportvorstand Markus Krösche (links) und Vorstandssprecher Axel Hellmann.
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Geballte Eintracht-Power: Sportvorstand Markus Krösche (links) und Vorstandssprecher Axel Hellmann.

Eintracht Frankfurt

Eintracht will um Fans „kämpfen“ – und Ungeimpfte ins Stadion lassen

  • Daniel Schmitt
    VonDaniel Schmitt
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In schwierigen Corona-Zeiten will Eintracht Frankfurt um und für ihre Fans „kämpfen“. Nur Geimpfte ins Stadion zu lassen, kommt für den Klub nicht in Frage.

Frankfurt – Gerade rechtzeitig ist die Baustelle im Innern des Stadions fertig geworden. Bis zum letzten Tag hatten fleißige Maler dem großen Pressekonferenzsaal im Bauch der Haupttribüne den finalen Anstrich verliehen. Ziemlich dunkel wirkt es jetzt dort unten, schwarzer Boden, schwarze Decke, schwarzes Pult, ist aber halt sehr modern. Während sich also Spieler wie Trainer von Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt zuletzt den Fragen der Reporter dort stellten, wo sonst die Stadionbesucher ihr Bierchen trinken, weihten die beiden Vorstände, Axel Hellmann und Markus Krösche, die aufgehübschten Räumlichkeiten nun höchstpersönlich ein – eine satte Stunde lang dauerte die Saisoneröffnungspressekonferenz, entsprechend viele Themenfelder wurden abgearbeitet.

Angefangen natürlich mit der derzeit fast alles überschattenden Fanrückkehr in die Arenen. Bei Eintracht Frankfurt werden in zwei Wochen im ersten Heimspiel der Bundesligasaison 25.000 Fans zugelassen sein, darunter 20.000 Genesene oder Geimpfte sowie 5000 negativ auf das Coronavirus Getestete. „Wir wollen alle teilhaben lassen“, verkündete der gewohnt bestens vorbereitete und meinungsstarke Vorstandsprecher Axel Hellmann, „einen reinen Zugang nur für Geimpfte können wir uns nicht vorstellen.“

Eintracht Frankfurt muss um Fans kämpfen

Ein anderer Weg wie vom 1. FC Köln birgt aus Sicht von Hellmann Spaltungspotenzial, er plädiert für eine „Teilhabe für alle“. Der Fußball solle schließlich die Leute zusammenbringen. Die Eintracht müsse ohnehin um die Menschen, ihre Fans, kämpfen. „Wir müssen die Anfassbarkeit von Eintracht Frankfurt in den Mittelpunkt stellen“, sagte Hellmann: „Ich sehe etwas weniger Asien und mehr Wetterau auf uns zukommen. Es wird ein Gesamtkonzept werden, um als Klub noch näher an die Region zu rücken.“ Eine gute Idee.

Grundsätzlich hofft der langjährige Eintracht-Boss, alsbald auch wieder mehr als die für das Augsburg-Heimspiel am 21. August zugelassenen 25.000 Zuschauerinnen und Zuschauer im 54.000 Menschen fassenden Stadion empfangen zu können, denn, so erklärt er: „Ein zweites Jahr können wir das alles nicht schultern, ohne an unser Tafelsilber zu gehen.“

Für die vergangene Runde wies die Eintracht einen Verlust von 45 Millionen Euro aus, auf 70 Millionen Euro belief sich der Umsatzrückgang. Nun lieferte Hellmann ein in die Zukunft gerichtetes Rechenmodell: Fehlen im Saisonschnitt 10.000 Fans, müsse laut Hellmann dadurch mit einem Verlust von etwa zehn bis zwölf Millionen Euro kalkuliert werden. Heißt: Wären über eine ganze Spielzeit nur die jetzt erlaubten 25.000 Fans in den Stadien, würde sich das im Falle der Hessen auf etwa 25 bis 30 Millionen Euro summieren.

Eintracht Frankfurt: Kein Angebot für Filip Kostic

Für den Kaderverantwortlichen, den neuen Sportvorstand Markus Krösche, macht das die Aufgabe natürlich nicht leichter. Er muss in dieser diffusen, weil nie so ganz planbaren Gemengelage ein gutes Bundesligateam zusammenstellen, das möglichst beim Auftakt am Samstag in Dortmund weitestgehend funktioniert, das aber auch Morgen und Übermorgen gewisse Kaderwerte schaffe, wie es Krösche selbst formulierte. „Transfererlöse gehören zum Alltag der Klubs dazu, also auch für uns“. Ein Fußballverein sei eben auch ein „Wirtschaftsunternehmen“.

Jene Meldung, die die Gazzetta dello Sport aufbrachte, wonach Lazio Rom um den Frankfurter Linksaußen Filip Kostic buhle und diesem bereits einen Fünfjahresvertrag angeboten habe, nahm Krösche gelassen zur Kenntnis. „Bei uns ist kein Angebot eingegangen. Italienische Medien sind häufig sehr forsch, das würde ich in diesem Fall auch so sehen.“ Was freilich nicht ausschließt, dass in naher Zukunft noch ein Angebot für den Serben bei der Eintracht eintrudelt.

Ilsanker drängt, Hrustic gut dabei

Taktiktraining stand am Mittwoch bei Eintracht Frankfurt auf dem Programm. Coach Oliver Glasner ließ seine Mannschaft im Elf gegen Elf gegeneinander antreten, unterbrach häufig, um seinen Spielern die richtigen Lauf- und Passwege näherzubringen. Teilweise schaltete er sich selbst als Kurzzeitspieler in die Kombinationen mit ein.

Einige Erkenntnisse aus diesem 45-minütigem Übungsspielchen mit Blick auf den Ligastart am Samstag bei Borussia Dortmund: Weiterhin probieren es die Frankfurter im 3-4-3-System, Neuzugang Jens Petter Hauge, gerade aus Mailand gekommen, kickte dabei vorerst mal in der Elf der vermeintlichen Ergänzungsspieler. Der junge Fabio Blanco durfte gar nicht mitmachen, er war der 23. Mann und absolvierte abseits des Rests für sich Konditionsübungen.

Stefan Ilsanker verteidigte derweil anstelle von Tuta in der A-Elf, davor im defensiven Mittelfeld bekam der zuletzt an Corona erkrankte Ajdin Hrustic relativ viel Spielzeit. An seiner Seite wechselten sich Kapitän Sebastian Rode und der Schweizer Djibril Sow ab. Ein Fingerzeig? Nicht unmöglich jedenfalls.

Eintracht Frankfurt: Sportvorstand gibt bei Saisonziel aus

Wichtig sei bei allen personellen Planung ohnehin, so Krösche, dass es auch immer einen Plan B gebe. Eine generelle Absage könne er etwaigen Wechseln von Spitzenspielern seines Kaders jedenfalls nicht erteilen. Nur verständlich, sind es auch ja noch 20 Tage bis zum Ende der Transferphase, viel Zeit also im stets pulsierenden Profigeschäft. Ein sportliches Ziel für die Bundesligarunde gab der Sportvorstand nicht aus, in Europa wolle die Eintracht, nur logisch, aber die Gruppenphase überstehen, „aus sportlichen Gesichtspunkten und auch mit Blick auf die Einnahmen.“

Grundsätzlich merkte Axel Hellmann mit Blick auf die Liga noch kritisch an, dass diese derzeit keine sei, die für Furore sorge. Die Bayern als Dauermeister, gähn, das Abrutschen einiger Traditionsklubs wie Schalke 04 oder Werder Bremen, autsch. Aus Sicht des Frankfurter Vorstandssprechers eine ungünstige Entwicklung. Dass Traditionsklubs es schwerer hätten als diejenigen, „die auf einer grünen Wiese entwickelt wurden“, sei nicht neu, sagte Hellmann, der aber auch einschränkte: „Einen Artenschutz für Traditionsklubs kann natürlich nicht eingerichtet werden.“ (Daniel Schmitt)

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