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Frankfurts Sportdezernent Markus Frank (l.) brachte eine frohe Botschaft für Sportvorstand Fredi Bobic und die Eintracht mit zur Jahreshauptversammlung.

Neue Geschäftsstelle

Mehr Platz für die Eintracht

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Entscheidung gefallen: Eintracht Frankfurt darf auf der Tennisanlage am Stadion die neue Geschäftsstelle bauen.

Nach einer Aufsichtsratssitzung der Sportpark Stadion GmbH erläuterte Sportdezernent Markus Frank (CDU) am Montag die Entscheidung. Danach hätten unter anderem wirtschaftliche Gründe den Ausschlag gegeben. Für den Rückbau der Tennisanlage müsse die Stadt höchstens 1,5 Millionen Euro bezahlen. Dafür soll die Eintracht das Gelände in Erbpacht übernehmen. Wie viel der Bundesligist zahlt, wird demnächst verhandelt. Die Stadt will zunächst ein Wertgutachten erstellen lassen.

„Wir wollen der Eintracht eine langfristige Perspektive bieten“, sagte Kämmerer Uwe Becker (CDU). Gleichzeitig habe die Stadt „keine Entscheidung gegen den Tennissport getroffen“. Denn als Kompensation für den Wegfall der insgesamt elf Plätze am Stadion muss die Eintracht neue Plätze anlegen. Wie viele, darüber wird noch verhandelt. Realistisch dürften vier bis fünf sein, denn die Anlage am Stadion war längst nicht ausgelastet.

Markus Frank schlug vor, die Eintracht könne die Plätze auf dem vereinseigenen Gelände am Riederwald bauen. Der „Überschuss an Tennisanlagen“, von dem im aktuellen Sportentwicklungsplan von 2010 noch die Rede war, bestehe nicht mehr. „Der Tennissport hat die Talsohle durchschritten“, sagte Frank.

Bei der Eintracht machte sich nach der Entscheidung Erleichterung breit. Durch das Gelände werde die Wettbewerbsfähigkeit des Klubs mittel- und langfristig gestärkt, sagte Vorstand Axel Hellmann im Gespräch mit der FR: „Die Infrastruktur ist eine wesentliche Säule im Wettbewerb Bundesliga.“ Dass die Eintracht Ersatz für die wegfallenden Tennisfelder schaffe, sei eine Selbstverständlichkeit. Der Verein sei mit seinen 17 Abteilungen „nicht nur dem Fußball verpflichtet“.

Hellmann hofft nun, die Verhandlungen mit der Stadt zügig abschließen zu können. Denn der Zeitplan der Eintracht ist ambitioniert. Spätestens Anfang 2018 will sie anfangen, das Gelände zu bebauen. Ende 2019 sollen Geschäftsstelle, Trainingsplätze und Kabinentrakt fertig sein.

Seit Jahren kämpft der Bundesligist darum, seine Flächen am Stadion erweitern zu können. Zuletzt hatte Sportvorstand Fredi Bobic beim Neujahrsempfang der Industrie- und Handelskammer „Platz- und Raumnot“ beklagt. Die Eintracht könne nur dann „einen markanten Schritt vorwärtsgehen, wenn die Strukturen verbessert werden“. Zugleich erklärte er, Eintracht Frankfurt sei der „bekannteste Werbeträger der Stadt“. Auch Trainer Niko Kovac hatte mehrfach darauf hingewiesen, dass die Eintracht am Stadion zu wenig Platz habe.

Demgegenüber standen die Pläne von Alexander Waske, der im Offenbacher Stadtteil Rosenhöhe eine Tennisakademie betreibt. In einem offenen Brief an Markus Frank hatte er die Forderung erhoben: „Kein Fußballbeton auf Tennissand!“ Allerdings stieß Waske auf Widerstände – etwa vom Hessischen Tennisverband. Der HTV nannte sein Vorhaben „nicht zielführend“. Der Verband hatte die Befürchtung, dass der Breitensport zu kurz komme.

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