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Ruhig und unaufgeregt: Union Trainer Urs Fischer.
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Ruhig und unaufgeregt: Union Trainer Urs Fischer.

SGE

Der Eintracht-Gegner: Mehr als Mad Max

  • Daniel Schmitt
    vonDaniel Schmitt
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Union Berlin ist bisher die Überraschung der Saison – und das nicht nur wegen des Zockers Max Kruse.

Die Fakten sprechen für sich: 15 Punkte, Platz fünf, damit die beste Mannschaft hinter dem deutschen Fußball-Establishment aus München, Dortmund, Leipzig und – mit Abstrichen – Leverkusen. Der 1. Fußballclub Union aus Berlin-Köpenick ist bisher die Überraschung der Bundesligasaison. Doch kann er sie auch auf längere Sicht bleiben? Ist gar ein internationaler Rang am Rundenende drin? Trainer Urs Fischer, bis in die letzten Ecken seines Charakters ein so ruhiger Zeitgenosse, dass die folgenden Worte als emotionaler Ausbruch gelten müssen, antwortete: „Es ist doof und dumm, über Europa nachzudenken. 15 Punkte helfen uns, unserem Ziel näher zu kommen.“ Nun gut, der Klassenerhalt also. Allemal: Er wäre ein großer Erfolg.

Die Berliner scheinen im vergangenen Sommer die richtigen Schlüsse aus ihrem Premierenjahr in der deutschen Eliteklasse gezogen zu haben. Überspitzt formuliert: Statt zerstörerischem Ballwegdreschens wird da mittlerweile richtig guter Fußball gespielt. Die Ballbesitzphasen haben sich im Vergleich zur Vorsaison erhöht (von 43 auf 48 Prozent), die Passquoten ebenfalls (von 70 auf 79 Prozent).

Der oft eigenwillige, aber sehr findige Manager Oliver Ruhnert hat in Absprache mit dem ruhigen ,authentischen Schweizer Fischer kluge Transfers getätigt, vor allem jenen von Max Kruse. Der unangepasste Ex-Bremer, Mad Max, der Zocker auf und neben dem Platz, der unter der Woche zu machen scheint, was er will (gerne an der Konsole bis tief in die Nacht), der wochenends aber trotzdem regelmäßige starke Leistungen auf den Rasen bringt.

Umstrittener Sponsor

Vier Tore, fünf Assists steuerte er bisher bei und dazu eine außerordentliche fußballerische Klasse, die der restlichen Truppe Halt gibt. Die Verteidiger trauen sich vermehrt, auch risikobehaftete Flachpässe ins Zentrum zu spielen, auf den Seiten wagen die Flügelflitzer kühne Dribblings, insgesamt schiebt die ganze Elf weiter nach vorne. „Union ist eben nicht nur Max Kruse“, stellte dieser Tage das Fußballfachmagazin „11 Freunde“ fest. Trainer Fischer sagte nicht umsonst mit Blick auf heutige Spiel (15.30 Uhr) gegen Eintracht Frankfurt selbstbewusst: „Es liegt an uns, unser Spiel auf den Platz zu bringen und die Eintracht daran zu hindern, dass sie Lust bekommt.“

Wenngleich den Berlinern seit Wochen einige Stammkräfte fehlen, haben sie es geschafft, ein stabiles Fundament zu schaffen. Sie lassen hinten wenig zu, nur knapp neun gegnerische Schüsse pro Partie, in dieser Statistik sind nur die Spitzenmannschaften aus München, Dortmund und Leverkusen abwehrsicherer.

Könnte der FC Union nicht also doch auf Strecke die Überraschung der Saison bleiben? Ausgeschlossen ist das nicht, wenngleich es einen Fakt gibt, der auch bei Mahner Fischer fest verankert sein dürfte: der Spielplan. Nachdem Union zuletzt auf die fünf Teams am Tabellenende – Schalke, Köln, Bielefeld, Mainz und Freiburg – sowie auf den Ligazwölften Hoffenheim getroffen war, warten nun kompliziertere Aufgaben. Nach dem Heimspiel gegen Frankfurt steht das Stadtduell gegen die Hertha an. Zudem folgen in diesem Jahr noch Bayern und Dortmund, im kommenden dann alsbald Wolfsburg, Leverkusen und Leipzig.

Und Union muss zudem auch diesen Spagat hinbekommen: Der Klub aus Köpenick pflegt weiterhin ein alternatives Underdog-Image, Ruhnert ist Fraktionschef der Linkspartei in Iserlohn - und doch leisten sich die Eisernen das börsennotierten Immobilienunternehmen Aroundtown aus Luxemburg als Hauptsponsor. Der Konzern, der jährlich zwei Millionen gibt, verwaltet einen Häuserbestand im Wert von knapp 18 Milliarden Euro. Die Immobilienbranche genießt in Zeiten von steigenden Mieten, Wohnungsnot und Debatten um Mietendeckel in Berlin und anderswo nicht den besten Ruf.

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