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Selbst vorne war er einstweilen zu finden: Abwehrspieler Martin Hinteregger.

Eintracht Frankfurt

Hinteregger, der Kaltstarter

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  • Ingo Durstewitz
    Ingo Durstewitz
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Martin Hinteregger schlägt sich in seinem ersten Spiel für seinen neuen Klub nach Anfangsschwierigkeiten tapfer.

Hinterher hat sich Martin Hinteregger auffällig zurückgehalten. Zum Gespräch ans Flatterband, dort wo die Journalisten stehen, kam der neue Eintracht-Verteidiger nicht, dabei scheut er nun wahrlich nicht das offene Wort. Das, zum Beispiel, war der Grund, weswegen er nach einem Blitztransfer überhaupt in Frankfurt spielt und nicht mehr beim FC Augsburg wie noch vor Wochenfrist. Es waren bewegende Tage, die hinter dem österreichischen Nationalspieler liegen, eben noch beinharter Abstiegskampf, im nächsten Moment schon mittendrin im Rennen um einen Europapokalrang. Und alle Vornamen seiner neuer Mitspieler kannte der 26-Jährige auch noch nicht.

Wie sollte er auch: Hinteregger, der sich drei Stunden vor Transferschluss am Donnerstag bis zum Saisonende zu Eintracht Frankfurt hatte ausleihen lassen, hat nur ein einziges Mal, und das beim Abschlusstraining, mit der neuen Mannschaft trainiert. Und musste am Samstag gleich gegen „die beste Mannschaft der Liga“ (Trainer Adi Hütter) von Anfang an ran - David Abraham, etatmäßiger Innenverteidiger, ist wegen seiner Probleme mit der Wade nicht mehr rechtzeitig fit geworden und konnte auch am gestrigen Sonntag nicht trainieren. Erschwerend kam bei seinem ersten Einsatz hinzu, dass er, als Linksfuß, auf der rechten Seiten spielen musste - das hat die ohnehin knifflige Aufgabe nicht gerade leichter gemacht.

Adi Hütter ist „sehr zufrieden“

Für Trainer Hütter, der ihn aus gemeinsamen Salzburger Zeiten bestens kennt, hat er ein Debüt gegeben, mit dem er „sehr zufrieden“ sei. Er sei im Laufe des Spiels „immer stärker und stärker geworden“. Unübersehbar war freilich auch, dass der gebürtige Kärtner anfangs große Mühe hatte mit dem Hochgeschwindigkeitsfußball der Borussen. Er schwamm zuweilen gewaltig, ließ sich - wie andere Eintracht-Defensive freilich auch - vor dem 0:1 recht mühelos vom quirligen Raphael Guerreiro ausspielen, wirkte tatsächlich auch ein wenig schwerfällig.

Das wurde freilich in der zweiten Halbzeit merklich besser, da kam Hinteregger immer besser zurecht, er biss sich förmlich in diese für ihn so schwierige Partie hinein. Seine beste Szene hatte er nach 67 Minuten, als er mit einer halsbrecherischen Grätsche in allerletzter Sekunde gegen den einschussbereiten Guerreiro klärte und einen sicheren Treffer verhinderte. Zuvor hatte Kevin Trapp einen Drehschuss von BVB-Stürmer Paco Alcacer nach vorne abwehren können. Und ums Haar hätte Hinteregger noch den Frankfurter Siegtreffer vorbereitet, ausgerechnet mit seinem schwächeren rechten Fuß - doch Sebastien Haller und danach Ante Rebic verpassten seine Hereingabe knapp. Das wäre ein Einstand gewesen.

Am Ende schaukelten er und die Frankfurter Kollegen das Unentschieden gepflegt nach Hause. Anders als der FC Augsburg. Der kassierte, trotz Hinteregger, im Spiel gegen den BVB in der sechsten Minute der Nachspielzeit das 3:4 - Torschütze war Mittelstürmer Paco Alacacer.

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