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Eintracht Frankfurt

Neuer Sportvorstand Krösche muss gleich Scherben zusammenkehren

  • Thomas Kilchenstein
    vonThomas Kilchenstein
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Der neue Eintracht-Sportvorstand Markus Krösche muss nicht nur einen Trainer finden, sondern auch die Fans wieder mehr mitnehmen als sein Vorgänger Fredi Bobic.

Frankfurt – Der Frankfurter Noch-Trainer Adi Hütter kann von Glück sagen, dass auch am kommenden Samstag im unbedeutend gewordenen letzten Heimspiel der Saison gegen den SC Freiburg weiterhin keine Fans im Stadion sein werden. Das hätte ein gellendes Pfeifkonzert gegeben, mit unschönen, deftigen Plakaten und allerlei weiteren Missfallenskundgebungen.

Die Eintracht-Volksseele kocht - gut, dass keine Fans im Stadion sind

Die Volksseele kocht nach der leichtsinnig vergebenen historischen Champions-League-Chance und hätte sich sicherlich lautstark Bahn gebrochen. Auch Fredi Bobic hätte gewiss seinen Teil abbekommen, sonderlich beliebt war der Sportvorstand bei den Fans ja ohnehin noch nie, nicht nur wegen der Verpflichtung von Andreas Möller als Chef des Nachwuchsleistungszentrums. Nicht unwahrscheinlich, dass manche der verprellten Anhängerschaft am Spieltag Mittel und Wege finden wird, ihrem Unmut Ausdruck zu verleihen.

Eintracht Frankfurt: Aus Zuneigung wird Wut und Zorn

Erstaunlich ist dennoch, wie schnell eine durchaus vorhandene Zuneigung zu dem Fußballlehrer Hütter umgeschlagen ist in Wut und blanken Zorn. Dazu hat der 51-Jährige, obwohl er einen eigenen Berater hat und geschult in öffentlicher Rede ist, zuletzt zu viel falsch gemacht, zu viele unpassende Aussagen getätigt, zu wenig Empathie gezeigt, hat vornehmlich eigene Interessen verfolgt und ein anderes Gesicht gezeigt. Die Maske, sagen viele, die ihn besser kennen, sei gefallen. Und eine Menge Menschen haben in diesen Tagen den alten Spruch von Jürgen Klopp zitiert: „Es ist nicht wichtig, was die Leute über dich denken, wenn du kommst. Es ist wichtig, was die Leute von dir denken, wenn du gehst.“

Neuer Eintracht-Sportchef: Markus Krösche.

Die vergangenen Tage haben einiges verändert im Verhältnis zwischen der Anhängerschaft und dem Klub, eine Schere hat sich aufgetan, das enge Band zwischen denen auf dem Rasen und jenen auf den Rängen ist dünner geworden. Die Enttäuschung über ein unerwartetes Ende des Traums sitzt tief.

Eintracht Frankfurt: Markus Krösche muss neues Vertrauen aufbauen

Diese frustrierte Kundschaft zurückzugewinnen, sie erneut ins Boot zu holen, wird – neben anderen Dingen – eine vordringliche Aufgabe des neuen Sportvorstandes Markus Krösche sein. Er wird die Fans befrieden müssen, wird neues Vertrauen aufbauen und das fadenscheinig gewordene Band enger knüpfen müssen. Nach allem, was man hört, besitzt er dazu das erforderliche Einfühlungsvermögen, der Mann, der von RB Leipzig kommt und vorher eine große Nummer beim SC Paderborn war, gilt als Menschenfänger, einer, der kommunikativ die Massen mitnimmt. Vielleicht ist er auch ein bisschen der Gegenpol zum knallharten Fredi Bobic.

Zu tun hat der Mann auf alle Fälle. Und ganz oben auf der Agenda steht der Abschluss der Suche nach dem Nachfolger von Adi Hütter. Drei Kandidaten haben sich herausgeschält, Gerardo Seoane von Young Boys Bern, Edin Terzic vom frisch gebackenen Pokalsieger Borussia Dortmund und Raul, der in Madrid die zweite Mannschaft von Real anleitete. Dem Vernehmen nach könnte zeitnah, womöglich noch in dieser Woche Vollzug gemeldet werden. In Gespräche waren und sind Vertreter von Eintracht Frankfurt mit allen drei Kandidaten. Oliver Glasner vom Königsklassen-Teilnehmer VfL Wolfsburg soll aus dem Rennen sein.

Eintracht-Kandidat Gerardo Seoane geht nach Leverkusen

Charmant wäre die Lösung mit Seoane gewesen, der bereits nach dem Wechsel von Hütter zur Eintracht im Sommer 2018 in Bern dessen Nachfolge angetreten hatte. Den 42 Jahre alten gebürtige Luzerner mit spanischem Pass haben die Frankfurter ins Auge gefasst, beim Spiel der Young Boys Ende April gegen den FC Sion waren Eintracht-Vertreter im Stadion.

Kandidat eins: Gerardo Seoane (Young Boys Bern).

Allerdings wird sich Gerardo Seoane, der neben deutsch und spanisch, auch französisch, italienisch englisch und portugiesisch fließend spricht, Bayer Leverkusen anschließen. Am späten Dienstagabend meldete Sport 1 eine Einigung mit dem Schweizer, der eine Ausstiegsklausel (von unter einer Million Euro) besitzt, die bis Ende Mai gezogen werden kann. Seoane soll am Mitttwoch beim Leverkusener Bundesligisten vorgestellt werden und dort einen Zweijahresvertrag unterschreiben.

Wieder schnappt Bayer der Eintracht einen Trainer weg

Diese Personalie ist gleich in zweierlei Hinsicht pikant: Zum einen hat der Schweizer Meister, der einen Spieltag vor Rundenschluss die Tabelle mit 28 Zählern Vorsprung souverän anführt, im Februar dieses Jahres die Werkself mächtig geärgert. Die Young Boys warfen Bayer nämlich aus der Europa League, 4:3 und 2:0 gewannen die vom Ex-Eintrachtler Christoph Spycher geführten Eidgenossen beide Spiele in der Zwischenrunde, durchaus überraschend. Da ist Seoane den Bayer-Verantwortlichen als versierter Coach erstmals aufgefallen, ohnehin gilt der 42-Jährige als einer der besten Trainer der Schweiz.

Seoane gilt als bester Trainer der Schweiz

Darüber hinaus ist es, zweitens, das zweite Mal, dass Bayer Leverkusen der Frankfurter Eintracht einen Trainer vor der Nase wegschnappt: Vor Jahren waren sich die Hessen mit Roger Schmidt fast handelseinig, ehe der Coach das bessere Angebot der Werkself annahm.

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Raul sieht seine Zukunft eher in Madrid

Unterdessen hat auch Raul angekündigt, seine nähere Zukunft eher in Madrid zu sehen als in der Bundesliga. Der ehemalige Superstar, aktuell Coach der zweiten Mannschaft, stand ohnehin nicht ganz oben auf der Liste, mangelnde Erfahrung und Deutschkenntnisse sprechen gegen ihn. Bleibt eigentlich nur noch Edin Terzic, der bei Borussia Dortmund nach den jüngsten Erfolgen vielleicht zu groß geworden ist, um nach Marco Roses Verpflichtung wieder ins zweite Glied zurückzutreten.
Oder aber die Eintracht zieht noch den großen Unbekannten aus dem Hut. Wahrscheinlich ist dies indes nicht.

Kandidat zwei: Raul González Blanco (Real Madrid II).
Kandidat drei: Edin Terzic (Borussia Dortmund).

(Thomas Kilchenstein)

Rubriklistenbild: © dpa

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