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Eintracht Frankfurt: Makoto Hasebe drängt in Startelf

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Von: Daniel Schmitt

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Steht wieder zur Verfügung: Makoto Hasebe.
Steht wieder zur Verfügung: Makoto Hasebe. © Jan Huebner

Der älteste Spieler von Eintracht Frankfurt drängt nach auskurierter Verletzung fürs Auswärtsspiel bei Hertha BSC wieder in die Startelf.

Frankfurt - Am Mittwochvormittag, die Sonne mühte sich gerade durch die dichten Wolken, strahlte der dick eingemummelte Fußballtrainer Oliver Glasner für einen kurzen Moment. Während einer Übungsform, enges Feld, keine Torhüter, ein auf Ballbesitz ausgelegtes Spielchen, attackierte die in Unterzahl agierende Gruppe auffällig homogen, drängte den Altmeister an der Kugel, Makoto Hasebe, geradezu in einen Fehler. Und Hasebe, sonst der verlässlichste Passgeber im Team von Eintracht Frankfurt, schubste den Ball unter Druck an allen vorbei ins Seitenaus. Glasner klatschte in die Hände, lobte den verteidigenden Teil seiner Truppe, und kommentierte Hasebes verärgertes Raunen: „Kein Mitleid, kein Mitleid.“ In anderen Worten: Die Abwehrarbeit gefiel dem Coach.

Bundesligist Eintracht Frankfurt werkelt nach drei sieglosen Spielen in Serie ohne eigenen Treffer konzentriert auf das Auswärtsspiel am Samstag bei Hertha BSC hin, Trainer Glasner setzt auf viele Spielformen, unterbricht, erklärt, motiviert, pusht. Die Stimmung scheint gelöst – trotz schlechter Saisonphase.

„Ja, wir haben ein bisschen Druck, aber das kann manchmal auch helfen“, ordnet Makoto Hasebe kurz drauf in einem Pressegespräch die Lage ein. Es werde daher viel miteinander gesprochen, denn zufrieden sei aktuell natürlich niemand, viele Spieler seien nicht in Optimalform. „Wir sind nicht konstant genug.“

Eintracht Frankfurt: Muss Martin Hinteregger etwa auf die Bank?

Hasebe selbst hat das vergangene Niederlagen-Triple nur von außen beobachten können, nach dem „Unfall“ (Hasebe) mit Torwart Kevin Trapp in Stuttgart und dem erlittenen Pneumothorax war der Japaner zum Zusehen verdammt. Zwar saß er gegen die Bayern wieder auf der Bank, für eine Nominierung entschied sich Glasner aber nicht. Nun meldete sich Hasebe endgültig fit zurück. Er sei, so der 38-Jährige, bei „100 Prozent“. Kein Prozent weniger. „Ich fühle mich sehr gut und habe keine Angst mehr.“ Ganz automatisch stellt sich für Glasner damit die Frage, wie er Hasebe am besten wieder ins Team integrieren kann. Die Formkurve von Vertreter Martin Hinteregger, zuletzt Mittelmann der Dreierabwehr, zeigt leicht nach oben, ihn nun auf die Ersatzbank zu setzen, würde dieser Entwicklung wohl schaden. Andererseits: Kann es sich eine verunsicherte Eintracht-Mannschaft ernsthaft erlauben, auf den erfahrensten Profi und einen der besten Fußballer in der Startelf zu verzichten? Ist Hasebe gegen ein vermutlich tiefstehenden Gegner wie die Hertha nicht zu wichtig fürs eigene Aufbauspiel?

Den internen Konkurrenten um den Stammplatz, Martin Hinteregger, redet Hasebe jedenfalls stark: „Wenn er seine Qualität auf den Rasen bringt, dann ist er ein Topverteidiger in der Bundesliga.“ Er, Hasebe, erwarte schon bald wieder Topleistungen vom Österreicher, ebenso übrigens wie von seinem japanischen Landsmann Daichi Kamada. „Daichi wird bald wieder seine Stärke auf dem Platz zeigen. Die brauchen wir auch.“

Eintracht Frankfurt: Sam Lammers überzeugt im Training

Einen Platz im defensiven Mittelfeld, einem weiteren möglichen Wirkungsgebiet Hasebes, wies ihm Trainer Glasner dagegen bisher nur selten zu. Zudem kehrt Kristijan Jakic nach seiner abgesessenen Gelbsperre zurück, der angeschlagene Kapitän Sebastian Rode absolvierte gestern abseits des Teams immerhin ein intensives Lauf- und Sprinttraining.

Klar ist: Hasebe wird wichtig bleiben für die Eintracht – auch über die Saison hinaus. Erst kürzlich verlängerte er seinen Vertrag um fünf Jahre, eine Saison wird er auf jeden Fall noch spielen, danach könnte er ins Trainerteam wechseln. „Mit dann 39 Jahren hört man normalerweise auf“, sagt Hasebe lächelnd: „Aber ich bin vielleicht nicht normal. Die letzten fünf Jahre habe ich auch immer gesagt, ich mache Schluss. Und dann habe ich trotzdem weiter gemacht.“ Ende offen.

An seinem B-Schein, der Einstiegslizenz fürs Trainerdasein, arbeitet Hasebe längst, Ende Mai steht die Prüfung an. „Ich lerne viel“, sagt er. Abends oder an freien Tagen zieht es ihn zudem häufig an den Riederwald, wo er den jungen Talenten zuschaut und ab und an selbst schon coachend eingreift. Doch Priorität hat für ihn das eigene Tun am Ball. „Ich bin einfach noch selbst gerne Spieler.“

Übrigens: Treffsicherster Angreifer an diesem Mittwochvormittag im Training war, wie zuletzt häufiger, Sam Lammers. Der viel gescholtene Niederländer hämmerte unter anderem einen Volleyschuss krachend unter die Latte – auch hier: ein Strahlen im Gesicht von Trainer Glasner.

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