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Ob er nach links muss oder ganz raus, wenn Alex Meier wieder kommt? Luc Castaignos.
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Ob er nach links muss oder ganz raus, wenn Alex Meier wieder kommt? Luc Castaignos.

Eintracht Frankfurt

Luxusproblem wegen Meier

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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Alexander Meier kehrt nach seiner Verletzungspause ins Team von Eintracht Frankfurt zurück. Was passiert, wenn Alex Meier bald wieder der Alte ist? Dann hat Armin Veh ein Luxusproblem.

Natürlich sah das am Donnerstag bei Alexander Meier noch etwas unrund aus, nicht ganz so geschmeidig wie vor ein paar Monaten, als der Fußballgott noch gänzlich unversehrt war und Tore am Fließband fabrizierte, mehr als jeder andere Spieler in der Bundesliga.

Das liegt in erster Linie daran, dass Alexander Meier, wie jedes Kind an Main und Nidda weiß, eine recht komplizierte Knieoperation hinter sich gebracht und seitdem in Trainingszentren mit vielen Maschinen und Ergometern an seiner Rückkehr gearbeitet hat. Seit zwei Wochen ist er zurück auf dem Platz, am Donnerstag durfte er erstmals im Trainingsspiel gegen Sandhausen (0:1) mittun. Man konnte schon erkennen, dass doch noch ein bisschen was fehlt an Timing, Fitness und Spritzigkeit. Das ist normal. Zwei ganz gute Torchancen hatte er trotzdem, und Trainer Armin Veh ist sich sicher, dass Meier zumindest eine verwertet hätte, wenn er schon in bester Verfassung wäre. Ist er nicht, kann er nicht sein. Doch was passiert, wenn Alex Meier bald wirklich wieder der Alte ist?

Dann hat Armin Veh ein Problem, besser: ein Luxusproblem. Wobei: Die kurze Kausalkette Meier und Problem verbietet sich von selbst. Die Frage wird aber fürwahr sein: Was wird sich ändern, wenn der 32-Jährige zurückkehrt, wenn er nicht nur eine Alternative sein wird, nicht nur als Joker für einen Kurzeinsatz wie beim Heimspiel in einer Woche gegen den 1. FC Köln in Frage kommt, sondern wieder eine feste, unverrückbare Größe ist, ein Fixpunkt im Spiel. Meier, der Kapitän, ist unumstritten. Doch wenn der treffsicherste Eintracht-Spieler der vergangenen beiden Jahrezehnte wieder in die erste Elf zurückkehren wird, was nicht mehr so lange dauern wird, dann wird Veh personell oder taktisch einiges umstellen müssen.

Viel Offensive, wenig Raum

Der Fußballlehrer ist dieser Tage schon ganz leicht genervt vom immer wieder aufkommenden Meier-Thema, er könne und wolle gewiss nicht jeden Tag über diese Personalie sprechen. Und er werde auch nicht alles über den Haufen werfen, wenn Meier zurückkommt. Aber er wird sehr wohl feinjustieren müssen. Meier, das stellte der Coach schon sehr früh in der Saison klar, spiele bei ihm eher hinter den Spitzen oder eben leicht hängend, aber nicht, wie bei Vorgänger Thomas Schaaf, als zweiter Stürmer. Zumal, das nur als Nebenaspekt, die Eintracht mittlerweile zwei gute Angreifer in ihren Reihen weiß.

Was also passiert, wenn Meier seine angestammte Position als extrem offensiver Mittelfeldspieler einnehmen wird? Vordergründig betrachtet könnte man ja sagen, dass die Eintracht noch nie so viel Torgefahr vor des Gegners Kasten versammelt hat, zumal auch Stefan Aigner ein torgefährlicher Mann am rechten Flügel ist, der in zwei seiner drei Bundesligaspielzeiten neun Tore erzielt und 17 Treffer vorbereitet hat. Aigner ist aber noch auf der Suche nach seiner Form.

Aber ist es wirklich realistisch, dass Haris Seferovic und Luc Castaignos im Angriff spielen, Alex Meier dahinter, Aigner auf rechts stürmen und womöglich noch Kreativspieler Marc Stendera im linken Mittelfeld aufgeboten wird? Das geht vielleicht mal in einem Heimspiel, aber auf Dauer? Es wäre eine extrem offensive Ausrichtung, die im Grunde nur in einer Raute funktioniert, dann wäre zudem nur ein defensiver Mittelfeldspieler auf dem Feld.

Oder aber Veh müsste entweder einen Stürmer ganz opfern (wobei Haris Seferovic sicherlich unverzichtbar ist und Luc Castaignos schon schnell bewiesen hat, dass er weiß, wie man den Ball ins Tor schießt) oder ihn nach links ziehen. In der vergangenen Saison spielte Seferovic einige Male auf dem Flügel, das ist sicherlich keine ernsthaft in Betracht zu ziehende Option. Und auch bei Castaignos war in der zweiten Halbzeit im ersten Saisonspiel in Wolfsburg gut zu sehen, dass er sich auf dem linken Flügel nicht wohl fühlt. Beide sind keine Außenbahnspieler.

Doch nur die Variante mit einem Stürmer würde die Möglichkeit bieten, einen zweiten Sechser als zusätzliche Absicherung einzubauen. Und die Frage ist, ob eine solch offensive Ausrichtung tatsächlich auch viele Torchancen und mehr Durchschlagskraft garantiert. Zum einen besteht die Gefahr, defensiv anfälliger zu sein. Zum anderen gehen dort viele Räume zu, wo sich viele Offensive tummeln.

An Alex Meier wird über kurz oder lang trotzdem kein Weg vorbeiführen.

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