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Läuft: Marco Fabian absolviert erstmals seit seiner Rücken-OP ein Training im Freien.
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Läuft: Marco Fabian absolviert erstmals seit seiner Rücken-OP ein Training im Freien.

Eintracht Frankfurt in Berlin

Lust auf Berliner Luft

  • Thomas Kilchenstein
    VonThomas Kilchenstein
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Eintracht Frankfurt hat viele Freunde in der Hauptstadt, aber auch Respekt vor der Stärke der Hertha bei Standards. Was geschieht mit Makoto Hasebe?

Es stehen noch eine ganze Menge Frankfurter Koffer in Berlin. Der Bezug zur Hauptstadt ist bei einigen Protagonisten groß, größer jedenfalls als bei anderen Gegnern. Kevin-Prince Boateng hat Mitte dieser Woche gesagt, er finde es „wunderschön zurückzukommen“. Hier in Berlin ist der 30-Jährige aufgewachsen, bei der Hertha hat er gespielt, ehe er in die weite Fußballwelt hinauszog. Auch die Kovac-Brüder Niko und Robert stammen aus Berlin, haben ihre ersten Sporen bei der Hertha verdient, und Fredi Bobic, der Eintracht-Vorstand, war zum Ende seiner Karriere zwischen 2003 und 2005 ebenfalls beim Berliner Bundesligisten am Ball. Noch heute lebt seine Familie in der Kapitale. Es ist also kein alltägliches Spiel für einen wichtigen Teil der Mannschaft. Zudem haben die Hessen gute Erinnerungen an Berlin, das Pokalfinale, obzwar im Mai 1:2 verloren, gehört zu den herausragenden Ereignissen des vergangenen Jahres.

Sportlich freilich hingen die Trauben in Berlin stets hoch. Der letzte Sieg gelang Eintracht Frankfurt vor fast genau acht Jahren, 3:1 gewannen die Hessen seinerzeit nach Toren von Ochs, Franz und Meier, Berlin stieg unter Trainer Friedhelm Funkel ab. Vor zwei Jahren gab es ein mattes 0:0. Und dieses Mal? Wird es da besser? „Die Berliner“, sagt der gebürtige Berliner Boateng, „sind genauso eklig zu bespielen wie wir. Sie lassen wenig zu“, das werde ein ziemlich fieses Spiel. Zumal die von Pal Dardai angeleitete Truppe neben dem SC Freiburg „die am tiefsten stehende der Liga“ sei, wie Trainer Kovac weiß. An deren Defensive haben sich viele schon die Zähne ausgebissen. Die Truppe seines ehemaligen Mannschaftskollegen Dardai arbeite in einem 4-4-2-Verbund sehr gut gegen den Ball und setze zuerst auf Torsicherung, lobte Kovac („Pal und ich haben viele Gemeinsamkeiten“) den Gegner, der von allen 18 Bundesligaklubs zudem am besten seine Chancen nutzt: „Hertha ist uns noch voraus.“

Fabian läuft schon wieder

Und die Hertha ist wahrlich kein Freund davon, das Spiel zu machen, oft genug verlassen sich die Berliner auf ihre ausgezeichneten Standards. In dieser Disziplin sind sie Meister, sage und schreibe 13 ihrer 18 Tore erzielte das Team nach einem ruhenden Ball. Das ist Ligaspitze. „Sie haben außerordentlich gute Schützen“, weiß Kovac, etwa Marvin Plattenhardt. Deshalb gelte es vorrangig, zumindest Freistöße in der Nähe des eigenen Tores zu vermeiden. „Wenn wir das schaffen, haben wir einen Großteil der Hertha außer Gefecht gesetzt“, vermutet der Coach.

In Frankfurt sieht es da eher mau aus. Fünf Tore nach Standards, darunter zwei Elfmeter, sind nicht gerade ein Ruhmesblatt, der „Kicker“ hat unlängst sogar mitgezählt: 69 Ecken schlugen die Frankfurter in 13 Bundesligaspielen in den gegnerischen Strafraum, ein einziges Tor resultierte daraus, das 1:2 gegen Augsburg durch Luka Jovic. „Unsere Standards sind sehr entwicklungsfähig“, findet auch Leitwolf Boateng, der gerne mal einen schießen würde, von Trainer Niko Kovac aber andersweitig eingeplant ist. „Das ärgert mich auch“, sagt der Frankfurter Fußballlehrer, der einst selbst als relativ kleiner Spieler nach ruhenden Bällen durchaus Tore erzielt hat. „Wir müssen uns da verbessern, ganz klar.“

Viel Grund, personell umzustellen, hat Kovac nicht. Einzig die Frage, ob er auf Makoto Hasebe zurückgreifen will, möchte er sich „noch durch den Bauch gehen lassen“. In dieser Woche hat der 33 Jahre alte Japaner beschwerde- und schmerzfrei trainieren können. Das malade rechte Knie, das ihn zuletzt immer mal wieder zu Trainingspausen gezwungen hat, zeigte keine Reaktion. Auch konnte der Kapitän der japanischen Nationalmannschaft auf Schmerztabletten verzichten. Kovac will aber seinen Einsatz genau dosieren, will das Knie nicht überbelasten. Im Sommer will Hasebe ja noch eine Weltmeisterschaft spielen. „Wir müssen abwägen, hauen wir jetzt drauf, und dann fällt er die nächsten zwei Monate aus, oder timen wir seinen Einsatz richtig“, sucht Kovac noch die rechte Balance. Die Frage ist darüber hinaus, auf welcher Position Hasebe spielen soll: Auf der „Sechs“ oder als zentrales Glied in der Dreierkette? Dort sieht Kovac den Argentinier David Abraham als wertvoller an, weil er viel abräumt, auf der anderen Seite täte der Stratege Hasebe der Eintracht beim Spielaufbau gut. Da hapert es nämlich, nicht nur bei der Eintracht. „Viele Bundesligisten suchen ihr Glück mit wenig Spielaufbau“, sagt Kovac, den „gepflegten Fußball“ spiele kaum noch ein Team.

Trotzdem will die Eintracht, bei der der am Rücken operierte Marco Fabian ein erstes leichtes Lauftraining absolvierte, etwas Zählbares aus der Hauptstadt mitnehmen. „Der Abstand nach unten ist nicht so groß, wie ich mir das wünsche. Deshalb müssen wir vor der Winterpause noch punkten. Die Spiele gegen Bayern München und Schalke 04 werden dabei nicht einfach. Deshalb ist gerade das Spiel in Berlin sehr wichtig.“

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