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Typisch Luka Jovic. Jubel nach einem seiner zahlreichen Tore.

Luka Jovic

Luka Jovic auf der Reise in die Vergangenheit

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In Lissabon ist Luka Jovic einst ins B-Team von Benfica abgeschoben worden. Dass er dort nicht Fuß fassen konnte, lag aber ganz allein an ihm.

Es sind ganz sicher gemischte Gefühle, mit denen Luka Jovic heute nach Lissabon reist, in die Stadt, die er kennt und in der er nicht recht glücklich wurde. „Das war nicht einfach, es war eine schwere Zeit. Ich muss ehrlich sagen: Als ich Roter Stern Belgrad verlassen habe, habe ich drei Tage geweint“, hat er einstim großen FR-Interview gesagt. „Am Anfang war es ziemlich hart“, bekräftigte er jetzt im klubeigenen Sender. In Lissabon, bei Benfica, hat sich der Mann, um den sich mittlerweile halb Europa reißt, nicht durchsetzen können, ja seine so hoffnungsvoll gestartete Karriere schien bereits gestoppt. In die B-Mannschaft war der damals 18-Jährige abgeschoben worden, im Profiteam von Benfica durfte der Serbe gerade mal 15 Minuten kicken. Fußstapfen, logisch, hat er da keine hinterlassen. Dabei galt er in seiner Heimat schon als Star, mit dem großen Kolumbianer Radamel Falcao ist er verglichen worden, er galt als hellster Stern in Belgrad, ihm wurde eine Zukunft „als bester Torjäger Europas“ prophezeit. In Portugal drohte er, in der Versenkung zu verschwinden – bis ihn der Frankfurter Chefscout Ben Manga entdeckte.

Jetzt kehrt Luka Jovic, mit 17 Treffern aktuell zweitbester Schütze in der Bundesliga, mit der Eintracht zurück in die portugiesische Kapitale, im März war er schon mal da gewesen, die serbische Nationalmannschaft spielte im Estadio da Luz, dem Stadion des Lichts, vorher hat der Stürmer mit den kräftigen Waden im Lissabonner Zoo Delphine gestreichelt. Spielen durfte er nicht, warum, bleibt das Geheimnis des Nationaltrainers Mladen Krstajic.

Eintracht Frankfurt weiß um die Qualitäten von Luka Jovic

Morgen wird Jovic spielen, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Bei Eintracht Frankfurt wissen sie längst, was sie an ihm haben: „Er ist eine Tormaschine“, sagt jetzt Trainer Adi Hütter, verlässlich trifft der junge Mann, auch in der Europa League, da in zehn Spielen sieben Mal. Und entscheidend zuletzt in Mailand. Den Siegtreffer zum 1:0 gegen Inter bezeichnete der Serbe als „wichtigstes Tor meiner bisherigen Karriere“. Es ebnete den Hessen den Weg in dieses Viertelfinale. Und Jovic war glücklich, als das Los auf Benfica fiel, er freut sich auf diese „ganz besondere Partie“ am Donnerstag, 21 Uhr, nicht „weil ich mich rächen will“. Sondern weil Benfica „ein großer Klub ist“, und die Erfahrung, die der unreife Jovic damals in den 17 Monaten gemacht hat, vielleicht die wichtigsten in seinem jungen Leben waren. „Es war eine lehrreiche Zeit“, sagt er heute.

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Denn dass er dort nicht Fuß fassen konnte, sei allein sein Fehler gewesen. Er gibt das unumwunden zu. „Es war meine Schuld. Ich war unerfahren, es war eher ein mentales Problem“, sagt er jetzt. Vor allen Dingen hatte er sich nicht besonders professionell verhalten, hatte nicht immer den Eifer gezeigt, der angebracht gewesen wäre. In der FR umschrieb er das einmal so: „Ich bin hier in Frankfurt in einem Monat mehr gelaufen als in Lissabon in einem ganzen Jahr.“ Ähnlich hatte sich auch schon Sportvorstand Fredi Bobic geäußert, der Jovic nahe der Weltklasse verortete, „wenn er noch einen Schritt mehr nach rechts und links machen“ würde. Das hat Jovic inzwischen begriffen, er hat läuferisch enorm zugelegt, spielt inzwischen erstaunlich variabel. Ex-Trainer Niko Kovac hat ihn aufs richtige Gleis gesetzt.“ „Er“, sagt Jovic, „hat mich aufgeweckt.“ Womöglich stünde Luka Jovic heute nicht da, wenn er die (schlechte) Erfahrung bei Benfica nicht gemacht hätte.

Kevin Trapp: „Wir glauben an uns“

Binnen eines Jahres ist er nun förmlich durch die Decke gegangen, seine Leistungsexplosion ist frappierend – vor allem, wenn man bedenkt, dass er im siegreichen Pokalfinale im Mai 2018 noch 90 Minuten auf der Ersatzbank schmoren musste. Aktuell trifft er fast, wie er will, derzeit in der Liga alle 104 Minuten. Das ist in etwa der Wert, den auch ein gewisser Gerd Müller erreicht hatte. „Wenn Luka den Ball hat“, sagte Teamkollege Martin Hinteregger, „dann passiert zu 99 Prozent etwas Exzellentes“. Hinteregger wird trotz Mittelhandbruchs genauso wie die angeschlagenen Sebastien Haller, Mijat Gacinovic und Sebastian Rode die Reise an den Tejo antreten.

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Den aktuellen Transferwert von Luka Jovic beziffert das Onlineportal Transfermarkt.de auf 55 Millionen Euro, doch wer den Angreifer will, wird nicht unter 80 Millionen Euro in die Hand nehmen müssen. Real Madrid und der FC Barcelona sind heiß auf den 21-Jährigen, der sich von Fali Ramadani beraten lässt. Beide Klubs liefern sich eine wahre Bieterschlacht um den jungen Vater, den die Eintracht noch per Option für knapp sieben Millionen Euro von Benfica auslösen muss. Bisher ist einer der heißesten Stürmer in Europa nur ausgeliehen. „Es ist klar, dass solche Topklubs die Angel nach ihm auswerfen“, sagt Trainer Hütter.

Die entscheidende Frage ist freilich, ob Luka Jovic den Klub überhaupt jetzt schon verlassen will. „Wenn wir die Champions League erreichen, kriegt ihr mich nicht los“, hat er im vergangenen Jahr im Spaß gesagt. Und im Ernst? Verbürgt aus dem engsten Zirkel ist, dass sich Jovic ausgesprochen wohl in Frankfurt fühlt, hier passe alles bestes, privat mit Freundin und dem erst ein paar Wochen alten Baby, sportlich mit den Landsleuten vom Balkan. Sein Wunsch wäre es, so heißt es, er könne noch ein Jahr in Frankfurt spielen und dann den Schritt zu einem Topklub wagen. Reifer wäre er dann allemal.

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