Könnte in die Startelf rücken: Timothy Chandler.
+
Könnte in die Startelf rücken: Timothy Chandler.

Nach Kostic-Verletzung

Eintracht Frankfurt verpflichtet Ajdin Hrustic und sucht den Mann für links

  • Thomas Kilchenstein
    vonThomas Kilchenstein
    schließen

Steven Zuber oder Timothy Chandler könnten bei der Eintracht in die Kostic-Rolle schlüpfen.

Wer hätte das gedacht? Ein Spitzenspiel am dritten Spieltag der noch jungen Bundesligasaison zwischen Eintracht Frankfurt und der TSG Hoffenheim, Dritter gegen Erster, beide Teams noch ungeschlagen. Natürlich ist das nur eine Momentaufnahme, eine nette Spielerei und hat wenig Aussagekraft. Zumal der Erfolg von Berlin mit dem wochenlangen Ausfall von Eintrachts Bestem, Filip Kostic, teuer, sehr teuer, bezahlt wurde. Damit fehlt den Hessen sicherlich den kompletten Oktober Wucht und Tempo am linken Flügel. Der Serbe war - zuletzt weniger - in guten Tagen Alleinunterhalter auf seiner Seite, in seinem Tatendrang eigentlich kaum zu stoppen. In der vergangenen Saison sammelte der bald 28-Jährige in 51 (von 55 möglichen) Pflichtspielen 30 Scorerpunkte, erzielte zwölf Tore und legte 18 auf. Im Grunde spielte er pausenlos, weil er den Unterschied ausmachte, weil er unverzichtbar war, weil er es allein meist war, der für den Gegner gefährliche Situationen heraufbeschworen hatte.

Eintracht Frankfurt verpflichtet Ajdin Hrustic

Insofern passt es, dass die Eintracht am Montag in der Offensive noch einmal nachgerüstet hat. Wie die Hessen bekannt gaben, kommt der 24-jährige Australier Ajdin Hrustic vom niederländische Erstligisten FC Groningen. Hrustic, der in seiner Jugend unter anderem für den FC Schalke gespielt hatte, unterschrieb einen Vertrag bis 2023. „Mit Ajdin Hrustic begrüßen wir einen variablen und zielstrebigen Mittelfeldspieler, der unsere Möglichkeiten auf den Außenbahnen und im Zentrum erweitert“, sagte Sportvorstand Fredi Bobic: „Ajdin überzeugt seit drei Jahren mit konstanten Leistungen in der niederländischen Liga und ist mit 24 Jahren längst nicht am Ende seiner Entwicklung.“

In der vergangenen Spielzeit stand der schussgewaltige Linksfüßer bis zum Abbruch der Eredivisie in 25 von 26 möglichen Partien auf dem Feld, in denen ihm je drei Tore und Vorlagen gelangen. Neben großem Zug zum Tor zeichnen Hrustic auch gefährliche Standardsituationen aus. Auf internationaler Ebene kam er bisher drei Mal für die A-Nationalmannschaft Australiens zum Einsatz. Dabei gelangen ihm drei Assists. Neben der australischen besitzt der Sohn einer rumänischen Mutter und eines bosnischen Vaters auch die Staatsbürgerschaft von Bosnien und Herzegowina. Ajdin Hrustic erhält bei der Eintracht die Rückennummer sieben.

Eintracht Frankfurt sucht den Kostic-Ersatz

Gleichwohl: Steven Zuber, im Tausch mit Mijat Gacinovic von der TSG Hoffenheim gekommen, ist für den Samstag immer noch erster Anwärter auf den vakant gewordenen Posten. Zuber freilich ist ein anderer Spieler, er interpretiert die Rolle am Flügel anders, er ist vor allem kein Draufgänger, keiner, der im Sprint an seinen Gegenspielern vorbeirauscht. Dafür fehlt ihm das Tempo.

Der 28 Jahre alte Schweizer ist einer, der sich mit dem Ball durchzukombinieren versucht. . Damit spielt er ähnlich wie früher Jetro Willems, der ebenfalls die Sprints nach vorne nach Möglichkeit mied und andere Formen wählte. Willems, nach seiner einjährigen Leihe zu Newcastle United seit letzter Woche wieder im Mannschaftstraining, ist aber auf absehbare Zeit keine wirkliche Hilfe, weil er nach seinem Kreuzbandriss körperlich und konditionell einiges aufholen muss.

Links am Flügel könnte natürlich auch Timothy Chandler zum Einsatz kommen. Das hat der immer gut gelaunte Außenverteidiger schon mit einigem Erfolg gespielt, ihm zugute kommt auch, dass er erstaunlich torgefährlich ist. Fünf Tore erzielte der Deutsch-Amerikaner in der vergangenen Runde, allerdings von der rechten Seite. Optimal sind beide personellen Alternativen nicht, aber für einen gewissen überschaubaren Zeitraum sollte das Loch auf der linken Seite gestopft werden können.

Angesichts der Schwächung auf der linken Flanke, ist aus Frankfurter Sicht erfreulich, dass sich überraschenderweise auf der anderen, der rechten Seite, eine ungeahnte Möglichkeit ergeben hat. Der Auftritt des talentierten Almamy Touré auf der für ihn eigentlich ungewohnten Position auf Rechtsaußen hat Lust auf mehr gemacht. In Berlin gehörte der Franzose auf alle Fälle zu den positiven Erscheinungen. Er spielte couragiert, war ein Aktivposten.

Vor allem agierte der 24-Jährige, dem nicht zu Unrecht öfter mal ein gewisser Leichtsinn im Spiel nachgesagt wird, hochkonzentriert. Das sah streckenweise richtig gut aus, Touré fühlte sich sichtlich wohl in der weiter vorne angesiedelten Rolle. Fürs Erste dürfte er Danny da Costa den Platz abgenommen haben, zumal Trainer Adi Hütter große Stücke auf den jungen Franzosen hält.

Eintracht Frankfurt nach dem Ausfall von Filip Kostic: Zur Änderung gezwungen

Der Ausfall von Dampfmacher und Dauerläufer Kostic jedenfalls zwingt die Frankfurter Eintracht in jedem Fall dazu, ihr Spiel die nächste Zeit umzustellen. Sie könnte dadurch variabler auftreten, weniger ausrechenbar. Zuletzt hatten sich alle Gegner darauf einstellen können, dass die Hessen am liebsten über ihre linke Flanke zum Erfolg kommen wollen und entsprechend diese Seite mit schnellen, flinken Leuten verbarrikadiert. Nun sind die Frankfurter dazu verdonnert, anders aufzutreten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare