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Luka Jovic beweist gegen den VfL Wolfsburg seinen Torriecher.
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Luka Jovic beweist gegen den VfL Wolfsburg seinen Torriecher.

Luka Jovic

Linke Varianten

  • Thomas Kilchenstein
    VonThomas Kilchenstein
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Edeljoker Luka Jovic könnte bei Eintracht Frankfurt stürmisch beginnen - oder doch Branimir Hrgota?

Dragoslav Stepanovic hatte sich herausgeputzt. Sehr sportlich sah er aus, rote Turnschuhe, Trainingsanzug, nur der Eintracht-Pulli, den er trug, war vom falschen, weil alten Sponsor. Aber das machte dem Stepi natürlich nichts aus, denn er kam direkt aus der Reha. Und stehen konnte er auch mühelos, vor Monaten hatte er sich ein neues Kniegelenk einsetzen lassen. „Das Bein ist wieder gerade“, sagte er launig. Im April legt sich der ehemalige jugoslawische Weltauswahlspieler erneut unters Messer, auch das rechte Knie muss erneuert werden. Stepanovic war an diesem Donnerstag dienstlich zum Training der Frankfurter Eintracht in den Stadtwald gefahren. Der Mann, im Sommer wird er 70, war als Dolmetscher gefordert.

Luka Jovic war gefragt. Der junge Mann aus Serbien hat ja zuletzt dadurch auf sich aufmerksam gemacht, dass er nach seiner Einwechslung sofort zwei wichtige Tore erzielt hat. Dazu besteht die Möglichkeit, dass der seit Weihnachten 20-Jährige am kommenden Sonntag im Spiel beim FC Augsburg in der Startelf steht. Der von Benfica ausgeliehene Angreifer hat sich einen gewissen Ruf als Joker erarbeitet, als eiskalter Knipser vor dem Tor, der kaum Chancen benötigt, drei seiner bislang vier Tore hatte er eben in dieser Rolle erzielt. In Pflichtspielen stand er dagegen erst dreimal in der Startelf, im Pokal gegen den 1. FC Schweinfurt, gegen Hamburg und Schalke. Erstaunlicherweise vergab er in den Partien gegen Schweinfurt und Hamburg allerbeste Möglichkeiten, etwas, was man von ihm nicht gewohnt war. „Da hatte ich kein Glück“, sagte er. Dafür habe er gegen Schalke aber gleich in der Anfangsphase getroffen.

Kovac hat viele Optionen auf links

Es bleibt die Frage, ob Trainer Niko Kovac am Sonntag bei den Schwaben tatsächlich auf Jovic setzt. Dass der Fußballlehrer, der Gerüchten zufolge seinen im Sommer 2019 auslaufenden Vertrag bald verlängern werde, die zuletzt zweimal siegreiche Mannschaft verändert wird, liegt in der Natur der Sache: Ante Rebic, der bullige Angreifer, ist wegen seiner fünften Gelben Karte gesperrt. Jovic an seiner statt zu bringen, läge eigentlich auf der Hand. Aber Kovac hat natürlich weitere Optionen auf links, was bei einem so großen Kader nur logisch ist. Er könnte beispielsweise Branimir Hrgota bringen, der als laufstärker als Jovic gilt und viel nach hinten rackert. Jovic selbst hat angedeutet, dass es diese Umstellung war, die ihm in diesem halben Jahr am meisten zu schaffen gemacht hat: das ständige Anlaufen des Gegners, die Arbeit nach hinten und gegen den Ball. Hrgota fällt das leichter, doch dem Schweden ist bisher noch kein halbwegs überzeugendes Spiel gelungen, seine Auftritte im Eintracht-Dress waren eher von unglücklicher Natur.

Auch die Variante mit Aymen Barkok ist eine denkbare. Der 19-Jährige ist wieder dichter an die Mannschaft gerückt, am Samstag gegen Gladbach hat er pikanterweise den Treffer von Jovic mit einem feinen Pass vorbereitet. Auch er ist eine ernst zu nehmende Option. Und womöglich schafft es ja auch der Rekonvaleszent Marco Fabian erstmals seit seiner schweren Bandscheiben-Operation und einer mehr als achtmonatigen Pause in den Kader. Der Mexikaner jedenfalls scharrt sehr vernehmlich mit den Fußballschuhen, er brennt förmlich darauf, an den Ball zu kommen. Für die erste Elf dürfte es noch nicht reichen. Aber Niko Kovac muss ja angesichts der anstehenden Englischen Woche mit den Spielen gegen Augsburg (Sonntag), im Pokal gegen Mainz (Mittwoch) und dann gegen den 1. FC Köln mit dem alten Trainer und aktuellen FC-Geschäftsführer Armin Veh (Samstag) sehr genau auf die Frische seiner Profis schauen. Es dürfte in diesen drei Spielen durchaus rotiert werden, so viel scheint sicher.

Luka Jovic fühlt sich in Frankfurt wohl

Und Luka Jovic ist da mittendrin. Er findet, dass er sehr gut mit Stürmer Nummer eins, Sebastien Haller, harmoniere, „das passt“, sagt er, auch wenn er kein Flügelstürmer (wie Rebic) sei. Beide haben übrigens zusammen fast die Hälfte (zwölf) aller Frankfurter Tore (26) erzielt. Mittlerweile hat sich Jovic, der schon im Alter von 16 Jahren in der serbischen Liga bei Roter Stern Belgrad spielte, auch an die deutlich höheren Trainingsumfänge gewöhnt. Er fühle sich wohl in Frankfurt, findet die Stadt „wunderschön“ und nennt Trainer Kovac „ein großes Plus“, wegen ihm sei er seinerzeit von Benfica Lissabon gewechselt. Knapp eineinhalb Jahre, bis Sommer 2019, gilt sein Leihvertrag noch, dann könnte ihn die Eintracht für etwa zwölf Millionen Euro kaufen; eine entsprechende Kaufoption ist vertraglich fixiert.

Bei Benfica kam Jovic nicht so richtig zum Zug, viermal spielte er nur in der ersten Mannschaft, bald wurde er ins B-Team abgeschoben. „Damals“, lässt er von Stepi übersetzen, „habe ich nicht so professionell gelebt“. Das tut er jetzt, auch wenn in Frankfurt unter Kovac „viel mehr gearbeitet wird als bei Benfica“. Gänzlich unerwartet kam das jedoch nicht. Vor dem Wechsel rief er bei Landsmann Mijat Gacinovic an, der ihn ausführlich über die Eintracht informierte. „Deshalb habe ich nicht viele Überraschungen erlebt.“ Überrascht waren nur die anderen, die nicht ahnen konnten, wie verlässlich der U21-Nationalspieler zu treffen pflegt. 

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