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SGE-Fans Lars Heise mit Kumpel Moritz.

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Aus Liebe zur Eintracht: Einmal um die halbe Welt und zurück

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Zwei SGE-Fans reisen um die halbe Welt, um bei den Spielen der Frankfurter Eintracht in der Europa League dabei zu sein. 

Im gemeinsamen Familienurlaub in Mexiko hat Frau Heise schon etwas geahnt, ganz dunkel nur, aber diese stille Vorahnung war da. Ehemann Lars und Sohnemann Tim, beide beinharte Eintracht-Fans, hatten es sich in den Ferien nicht nehmen lassen, sich die beiden Viertelfinalpartien der Frankfurter gegen Benfica Lissabon im Fernsehen anzusehen, trotz Zeitumstellung, und als es dann vollbracht und der Einzug ins Halbfinale geschafft war, da kreisten die Gedanken von Lars Heise tatsächlich um einen Trip nach London an die Stamford Bridge. Die Eintracht im Halbfinale, da musste er dabei sein. 

Das Besondere: Lars Heise hat seinen Trip nicht von Frankfurt aus geplant, sondern vom jungen Kontinenten aus. Der gebürtige Frankfurter lebt in Boston, USA. Doch einen echten Fan schreckt die Distanz nicht. Am Donnerstag war er live vor Ort in London, eingeflogen aus den Staaten. Aus Liebe zur Eintracht: Einmal um die halbe Welt und zurück.

Eintracht-Fans, im Frankfurter Nordend geboren

Direkt nach der Arbeit bei J. P. Morgan am Mittwoch hatte sich der 44-Jährige auf den Weg gemacht, irgendwann am Spieltag schwebte er auf der Insel ein, an der Seite einen guten Kumpel aus Frankfurter Kindheitstagen, Moritz Am Ende, beide eint die Liebe zur Eintracht und denselben Geburtsort, das Frankfurter Nordend. Moritz am Ende kam eigens aus Wien nach England eingeflogen. Über ein paar Umwege holten sie sich ihre Tickets ab, beim Berater des Chelsea-Profis Antonio Rüdiger, auf diesem Wege lernten sie auch gleich Hansi Flick kennen, dessen Eintrittskarten für das große Spiel dort ebenfalls hinterlegt waren. 

„Ein total netter Typ“, sagt Lars Heise, der vor 15 Jahren nach Boston ausgewandert war. Die Liebe zur Eintracht blieb, und wenn er geschäftlich nach Deutschland muss, dann versucht er die Termine so zu legen, dass er ein Heimspiel besuchen kann. Papa Heise und der 13-jährige Sohn Tim haben die Eintracht auch im Trainingslager in Florida besucht, lernten die Vorstände Axel Hellmann und Fredi Bobic kennen. „Überragende, tolle Typen. Total bodenständig und freundlich“, sagt Heise. Fredi Bobic etwa habe Filius Tim sogar mit in die Spielerkabine genommen und Autogramme besorgt, auch von Tims Lieblingsspieler Ante Rebic. 

Das bittere Aus gegen Chelsea haben die beiden Freunde Lars und Moritz von der Tribüne aus befolgt, sie waren, wie alle, enttäuscht, aber auch mächtig stolz. „Wir waren ganz nah dran“, sagt Lars Heise, ein begeisterter Triathlet. „Unsere Mannschaft lief auf der letzten Rille, hat aber alles gegeben und bis zum Umfallen gefightet. Sie kann mit erhobenen Hauptes nach Hause zurückkehren, in der Gewissheit Deutschland auch gut vertreten zu haben.“ Am Freitagmorgen schon ging für ihn der Flieger zurück nach Boston, Lars Heise musste sich beeilen, um rechtzeitig zur Familienfeier zurück zu sein. 

Am Freitag hatte er nämlich auch Geburtstag, wurde 44. Und etwas Gutes hatte das Ausscheiden, die Reise nach Baku kann er sich nun sparen, die Route hatte er schon ausgetüftelt. „Aber da wäre ich vier, fünf Tage unterwegs gewesen.“ Natürlich hätte er auch das auf sich genommen – aus Liebe zu seiner Eintracht.

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