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Werner Lorant nennt ihn einen "Rohdiamanten": der neue Eintracht-Stürmer Leonard Kweuke.

Werner Lorant

"Leonard besser als Gomez und Grafite"

Werner Lorant ist im FR-Interview voll des Lobes über den neuen Eintracht-Stürmer Leonard Kweuke, den er in der Slowakei trainierte: "Ein großer Rohdiamant".

Herr Lorant, Sie waren im slowakischen Dunajska Streda der Trainer des neuen Eintracht-Stürmers Leonard Kweuke. Können Sie uns den hierzulande gänzlich unbekannten Stürmer mal etwas näher bringen?

Er ist ein Riesentalent, eine Granate. Wirklich. Ich habe in diesem Alter noch nie einen so guten Stürmer gesehen. Er hat einfach alles. Da hat die Eintracht einen richtig guten Fang gemacht.

Das sind ja jetzt eine ganze Menge Vorschusslorbeeren

?weil ich zu 1000 Prozent überzeugt von ihm bin. Er bringt alles mit: Fleiß, Robustheit, Charakter, Willen. Er ist pfeilschnell, spielt sehr aggressiv und ist extrem torgefährlich. Er hat nicht nur das Zeug dazu, sich in der Bundesliga durchzusetzen, er wird sich durchsetzen. Ganz sicher. Er wird ein richtig guter Bundesligastürmer, wenn nicht gar der beste.

Jetzt tragen Sie aber ein bisschen dick auf, Herr Lorant.

Nein. Er ist kein kleiner Rohdiamant, er ist ein großer Rohdiamant. Er braucht sich vor keinem anderen Bundesligastürmer zu verstecken. Nicht vor dem Stuttgarter Mario Gomez oder Grafite aus Wolfsburg. Auch nicht vor den beiden Kroaten in Hamburg (Ivica Olic und Mladen Petric; Anm. d. Red.). Leonard ist besser als die alle.

Das ist, mit Verlaub, nur schwer vorstellbar.

Warten Sie es ab. Natürlich wird er ein bisschen Eingewöhnungszeit brauchen, das ist aber ganz normal für Spieler aus Afrika. Aber er wird sich durchsetzen. Er ist sehr lernwillig, er lernt unheimlich schnell. Er ist wissbegierig und hat eine vorbildliche Einstellung. Er ist total fußballverrückt. Er will immer Tore machen, in jedem Training. Er ist verrückt nach Toren. Wenn er mal nicht trifft, ist er sauer. Das stinkt ihm dann.

Ist er schwierig zu führen?

Überhaupt nicht. Er ist ein absolut klasse Typ, ein toller Junge. Menschlich ist er über jeden Zweifel erhaben. Mit ihm kann man einfach keine Probleme bekommen. Eintracht-Trainer Friedhelm Funkel kann sich schon jetzt auf ihn und die Zusammenarbeit freuen. Er ist diszipliniert, pünktlich, zurückhaltend, er beobachtet viel, schaut sich vieles ab. Er saugt alles in sich auf. Ich gebe Ihnen ein Beispiel: Er spricht Französisch und ein paar Brocken Englisch, aber weil er unbedingt meine Ansprache mitbekommen wollte, hat er angefangen Deutsch zu lernen. Und er lernt rasend schnell. Das ist ein ganz kluger Kopf.

Da muss man ja die Frage stellen: Weshalb geben Sie ihn dann ab?

Ich muss es ihm zuliebe tun. Ganz einfach. Er ist zu schade für die slowakische Liga, da war er fast schon unterfordert. Er war einfach der Beste dort. Mit Abstand. Ich musste ihm einen Wechsel empfehlen, um ihm die Möglichkeit zu geben, sich zu entwickeln. Ich versuche, den Jungen weiterzubringen, und in der Bundesliga kommt er weiter. Natürlich ist da das Tempo höher, aber er wird sich ganz schnell daran gewöhnen. Und er weiß sich zu wehren, er kennt keine Angst. Er hat uns dreimal gefehlt - dreimal haben wir nicht gewonnen. Das sagt alles. Er ist der Beste. Punkt. Aus. Ende.

Haben Sie ihn der Eintracht empfohlen?

Ja, ich habe mit Karl-Heinz Körbel gesprochen (Vorstandsberater; Anm. d. Red) und habe ihm gesagt: ,Charly, bei mir spielt eine Rakete. Wenn ihr die nicht holt, seid ihr selbst schuld.' Die Eintracht hat dann schnell gehandelt. Ich muss mir jetzt einen anderen Stürmer holen. Das ist nicht leicht. So einer ist nicht auf dem Markt. Nur für viel, viel Geld. Das haben wir nicht.

Wie Sind Sie denn auf Ihn aufmerksam geworden?

Arie Hahn (bis 2007 Nationaltrainer Kameruns und früher auch Bundesligacoach; Anm. d. Red.) hat ihn empfohlen, Leonard spielte vorher im Iran. Und dann kam er zu uns und hat die Liga aufgemischt. Und das wird er auch mit der Bundesliga machen. Da bin ich mir sicher. Ich habe ein Auge für Stürmer, und so einen habe ich lange nicht gesehen.

Interview: Ingo Durstewitz

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