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Toptalent: Fabio Blanco (rechts) beim Trainingsauftakt der Eintracht.
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Toptalent: Fabio Blanco (rechts) beim Trainingsauftakt der Eintracht.

Kaderplanung bei der SGE

Eintracht Frankfurt: Die Leistungsträger im Hintergrund

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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Eintracht-Kadermanager Ben Manga holt Talente wie den erst 17-jährigen Fabio Blanco, die in Frankfurt nicht verheizt werden sollen.

Frankfurt am Main - Fast hat es den Anschein, als sei Oliver Glasner die mediale Anpreisung seiner Hochbegabten etwas zu viel. Nach der Testspielniederlage gegen den drittklassigen SV Wehen Wiesbaden (1:3) reagierte der Eintracht-Trainer auf die Frage nach dem Fehlen seiner Toptalente aus Spanien fast ein wenig genervt. „Wir sollten die Kirchen im Dorf lassen“, hob der 46-Jährige an und schob nach: „Sie werden uns nicht in die Champions League schießen.“ Zumindest nicht so bald.

Dem Fußballlehrer geht es darum, die Erwartungen einzufangen und die Spieler nicht zu verheizen, sondern sie behutsam heranzuführen an den Profifußball – das gilt vor allem für die 16-jährigen Enrique Herrero Garcia und Ignacio Ferri Julia. „Sie werden nicht das volle Programm bei uns mitmachen, das wäre zu viel für sie“, sagt Glasner. „Wir würden die Jungs kaputt machen.“

SGE: Talente bei Eintracht Frankfurt

Auch von dem 17 Jahre alten Fabio Blanco, der genauso wie seine beiden Landsleute wegen der fehlenden Spielberechtigung gegen Wehen nicht mittun konnte, aber nach Möglichkeit am Samstag gegen den SV Sandhausen (16 Uhr) dabei sein soll, dürfe niemand Wunderdinge erwarten, selbst wenn der vom FC Valencia gekommene Flügelspieler sehr viel weiter als die jungen Kollegen und schon für die erste Mannschaft eingeplant ist. „Seine technischen Fertigkeiten sind außergewöhnlich, seine Art Fußball zu spielen und Situationen im Spiel zu antizipieren, herausragend“, sagt Kadermanager Ben Manga. Doch auch das Toptalent Spaniens braucht die Möglichkeit, sich zu entwickeln. „Diese Zeit bekommt er bei uns.“

Ben Manga, unlängst vom Chefscout zum Direktor Profifußball befördert, ist maßgeblich daran beteiligt gewesen, dass Blanco überhaupt den Weg zur Eintracht gefunden hat, obwohl der Lockenkopf von vielen europäischen Spitzenvereinen gejagt wurde. Ben Manga ist der Späher, der Spieler entdeckt, sie ködern und überzeugen kann. Gerade die aus dem iberischen oder südamerikanischen Raum. Die Muttersprache des Rheinländers, in Äquatorial-Guinea geboren, ist Spanisch. „Die Gespräche mit Ben haben meine Familie und mich sehr überzeugt“, sagt Fabio Blanco. Ben Manga ist bestens verdrahtet, auch in die Türkei, wo er bei Bursaspor den 19 Jahre alten Ali Akman erspähte.

Hinteregger bleibt in Frankfurt

Martin Hinteregger lässt sich nicht lumpen. „Beim Feiern bin ich gut, das wisst Ihr ja“, schmetterte der Eintracht-Verteidiger, stilecht in Trachtenuniform und mit Seppelhut, den Menschen entgegen, die sich ihm zu Ehren in Sirnitz, einem kleinen Örtchen in Kärnten, eingefunden hatten. In seinem Heimatort wurde der 28-Jährige am Sonntag zum Ehrenbürger ernannt. Aus diesem Grund und weil Hinteregger Gott und die Welt zum Dorffest eingeladen hatte, haben sich etliche Eintracht-Fans auf den Weg nach Österreich gemacht. Ihnen rief er zu: „Es hieß, ich würde nach Italien wechseln. Ich bleibe aber in Frankfurt, was ist das denn für eine Frage!? Salzburg war schön, Augsburg und Gladbach waren okay, aber in Frankfurt habe ich meine zweite Heimat gefunden.“ Gut gebrüllt, Hinti. dur

Eintracht Frankfurt: Von Bobic emanzipiert

In Frankfurt ist er zu einem der wichtigsten Mitarbeiter aufgestiegen, seine Expertise wird geschätzt, auf seine Meinung gezählt, ihm wird viel Verantwortung übertragen – weil er geliefert und bewiesen hat, was er kann. Die Wertschätzung hat er sich durch Leistung verdient.

Das Verhältnis zum neuen Sportvorstand Markus Krösche ist exzellent, beide harmonieren prächtig, was von entscheidender Bedeutung ist, weil gerade auf dieser Ebene und diesem Niveau ein vertrauensvolles Miteinander die Basis für erfolgreiches Wirken. Stimmt die Chemie nicht oder herrscht eine abweichende Sichtweise auf Spieler, die Philosophie und die generelle Ausrichtung, ist eine Zusammenarbeit zum Scheitern verurteilt.

Die Eintracht-Verantwortlichen werten es als erstaunlichen Coup, dass sie den Vertrag mit dem 47-Jährigen bis 2026 verlängern konnten, schließlich galt er als enger Vertrauter des abtrünnigen Fredi Bobic. Ein großer Mosaikstein, denn der öffentlichkeitsscheue Ex-Profi legt mit seiner akribischen Arbeit im Hintergrund die Basis für den sportlichen Erfolg.

In Frankfurt hat sich Ben Manga endgültig von Förderer Bobic emanzipiert, er ist mit weitreichenderen Kompetenzen ausgestattet worden, kann sich nach Belieben entfalten, genießt viele Freiheiten. Schon in der Vergangenheit hat er zig kluge Transfers angeschoben, Akteure Jesus Vallejo, Omar Mascarell, Evan Ndicka, Almamy Touré, Sebastien Haller oder Luka Jovic entdeckt. Seine Quote ist beachtlich, auch wenn selbst ihn die Spürnase manchmal täuscht: Spieler wie Andersson Ordonez oder Chico Geraldes floppten nach allen Regeln der Kunst. Das gehört dazu.

Der Talent-Späher bei Eintracht Frankfurt: Ben Manga

Ben Manga ist federführend dafür verantwortlich, dass die Eintracht verheißungsvolle Talente holt und sie aufbaut, um sie eines Tages teuer verkaufen zu können. Das ist Teil des Geschäftsmodells. „Wir wollen die Philosophie weiter ausbauen, Talente rekrutieren und Marktwerte schaffen“, sagt Sportvorstand Krösche, der mit seinem Kadermanager die Zukunft gestaltet. Dazu gehört natürlich, die aktuelle Mannschaft zu verstärken. Auch da hat Ben Manga seine Finger im Spiel, die Verpflichtung des 25 Jahre alten Stürmers Rafael Santos Borré von River Plate Buenos Aires legte er den Verantwortlichen ans Herz.

Für die neue Saison ist die Arbeit getan, alle Deals sind vorbereitet, alle Alternativen für etwaige Abgänge ins Auge gefasst. Daher lässt sich Ben Manga dieser Tage auch häufiger auf dem Platz blicken und schaut beim Training zu. Oder er schart die stattlich gewachsene Schar an Scouts zu einem Strategiegespräch in Frankfurt um sich. Denn die Konkurrenz schläft nicht – keiner weiß es besser als der polyglotte Weltenbummler Ben Manga. (Ingo Durstewitz)

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