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Frankfurter Vorzeigespielerin: Laura Freigang.
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Frankfurter Vorzeigespielerin: Laura Freigang.

Frauen-Fußballbundesliga

Leise Töne bei den Eintracht-Frauen

  • VonKatja Sturm
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Fußballerinnen von Eintracht Frankfurt schielen auf Platz drei hinter Bayern München und dem VfL Wolfsburg.

In den vergangenen sechs Wochen hat Laura Freigang sich „wirklich wie ein Profi“ gefühlt. Denn wenn die Torjägerin des Frauen-Bundesligisten Eintracht Frankfurt während der Saisonvorbereitung zum Training kam, erwartete sie ein perfekt präparierter Rasen. Im Rebstockpark, wo die 23-jährige Nationalspielerin sonst meist mit ihrem Team geübt hat, war dies nicht der Fall.

Den ungewohnten Genuss bescherte den Hessinnen der Luxus, dass sie in diesem Sommer auf dem Gelände der WM-Arena im Stadtwald und damit auf den gleichen Plätzen wie die Männer trainieren durften. Ein Vorgeschmack auf das, was irgendwann einmal zum Dauerzustand werden könnte. Die Weiterentwicklung des Frauenfußballs im eigenen Verein, betont Eintracht-Vorstand Axel Hellmann, sei auch eine Frage der Infrastruktur. Die Stadt selbst müsse sich einbringen, wolle man sich in dieser Sparte in der Spitze bewegen. Dabei sei nicht der Standort entscheidend, sondern die Qualität der Bedingungen.

Ein Klub wie Eintracht Frankfurt muss die Ambitionen haben

Garantiert ist, dass die Eintracht-Entscheider voll hinter dem Projekt stehen. Der Frauenfußball sei ein nicht wegzudenkender Teil bei Eintracht Frankfurt, betonte Hellmann. „Ein Klub wie die Eintracht, der so eine tiefe Verankerung hat in der Region und auf leistungssportlicher Seite das Bestmögliche erreichen will, muss auch die Ambitionen haben, Frauenfußball auf Spitzenniveau anzugehen.“ Das hätten auch viele Fans gefordert.

„Solange es den FFC gab, hatten wir mit Siegfried Dietrich den Deal, dass die Eintracht sich nicht auf diesem Niveau bewegt.“ Aber jetzt habe sich das geändert, und es passe in die Klubkultur. Durch die erhöhte mediale Präsenz werde die gesamte Markenwahrnehmung der Eintracht abgerundet. Gemeinsame Kampagnen mit den Männern sollen zunehmen.

Sportdirektor Siegfried Dietrich mischt seit Juli wieder mit

Sportdirektor Dietrich mischt nach seiner vier Monate gesundheitlich bedingten Auszeit seit Juli wieder fleißig mit - und richtet den Blick auf den Saisonstart am Sonntag (13 Uhr) gegen den SC Sand. Nur: Die sportlichen Ziele wollten die Verantwortlichen bei der Pressekonferenz am Mittwoch in der Arena für die nächste Spielzeit nicht konkret benennen, um, wie Dietrich es formulierte, „der Mannschaft nicht zu viel Druck zu machen“. Langfristig habe man jedoch „den Traum von der Champions League vor Augen“ und damit einen Rang unter den besten drei Teams der Liga. Doch die Ansprüche werden nur vorsichtig formuliert.

Im ersten Jahr nach der Fusion des langjährigen Frauenfußball-Topklubs 1. FFC Frankfurt mit der Eintracht hatte es für die Mannschaft von Cheftrainer Niko Arnautis zu einem eher enttäuschenden sechsten Tabellenplatz, aber auch für die Finalteilnahme im DFB-Pokal (0:1 nach Verlängerung gegen Titelverteidiger VfL Wolfsburg). „Da haben wir gezeigt, was wir wirklich können“, sagte Dietrich. Die Rückrunde, fügte Arnautis hinzu, habe jedoch auch schon gezeigt, dass sich die junge Mannschaft entwickelt habe. Nun soll sie weiter wachsen.

Siri Worm, Nicole Anyomi und Hannah Johann sind neu

Im Sommer wurde der Kader durch drei Neuzugänge ergänzt: Die niederländische Nationalspielerin Siri Worm verstärkt die Defensive, die deutsche Nationalstürmerin Nicole Anyomi den Angriff und Nachwuchstorfrau Hannah Johann soll an der Seite von Nationalkeeperin Merle Frohms lernen. Um für die Gegnerinnen „unberechenbarer zu werden“, übte Arnautis mit seinem Kader ein neues Spielsystem ein.

Erstmals dürfen am Sonntag auch wieder Zuschauer im Stadion am Brentanobad dabei sein. Knapp 1050 Interessierte können online ein Ticket erwerben.

Nicht dabei sein können die drei Langzeitverletzten: Kapitänin Tanja Pawollek, die sich im Pokalfinale einen Kreuzbandriss zuzog, aber Spielführerin bleiben soll, sowie Geraldine Reuteler und Lea Schneider. Mit der Rückkehr des Trios rechnet Arnautis nicht vor der Winterpause. „Natürlich lassen sich solche Stützen nur mit vereinten Kräften kompensieren.“ Hellmann selbst will es sich nicht nehmen lassen, beim Auftakt dabei zu sein. „Mit gefällt der Fußball, den unsere Frauen spielen“, betonte der Jurist. Und mit der „hohen Emotionalität“ des Publikums bekomme man noch mehr Energie in die Truppe hinein.

Einen Pflichttabellenplatz gebe es nicht. „Wichtig ist, dass das Team den zu uns passenden authentischen, leidenschaftlichen Fußball spielt.“ Für die längerfristige Entwicklung spricht auch, dass der Vertrag mit Arnautis vorzeitig bis zum Sommer 2024 verlängert wurde. „Wir wollen unseren Beitrag dafür leisten“, sagte Vorstandssprecher Hellmann, „dass der Frauenfußball insgesamt noch professioneller wird.“

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