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Taktik-Gurus unter sich: Der Matchplan von Eintracht-Coach Oliver Glasner (links) ist aufgegangen – sehr zum Leidwesen von Bayern-Trainer Julian Nagelsmann.
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Taktik-Gurus unter sich: Der Matchplan von Eintracht-Coach Oliver Glasner (links) ist aufgegangen – sehr zum Leidwesen von Bayern-Trainer Julian Nagelsmann.

Kommentar

Eintracht Frankfurt: Sieg gegen den FC Bayern München nicht überbewerten

  • Thomas Kilchenstein
    VonThomas Kilchenstein
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Eintracht siegt in München – das ist gut für die Liga. Doch die Frankfurter sollten dieses Husarenstück, für das es ja auch nur drei Punkte gibt, keinesfalls überhöhen.

Es ist eine uralte Binsenweisheit, wonach jeder Klub zu schlagen ist, selbst die längste Erfolgsserie geht einmal zu Ende, und je länger sie Bestand hat, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie reißt. Dieser Satz des kundigen Professor Dr. Dr. Herberger et al. ist an einem lau-warmen Herbstsonntag zu Fröttmaning mal wieder bewiesen worden, und er gilt sogar für SuperBayern: Auch die können, mal glaubte es zuletzt kaum, ein Fußballspiel verlieren, sogar gegen eine Schnittmannschaft wie Eintracht Frankfurt, dazu brauchte es nicht Real Madrid, FC Chelsea, Manchester City, AC Mailand.

Eintracht Frankfurt mit Paukenschlag

Der nicht direkt erwartete Sieg der Frankfurter in München ist natürlich ein Paukenschlag, ein Ausrufezeichen auch an die Liga: Sehet ihr Ungläubigen, auch die scheinbar unbezwingbaren Goliaths sind zu Fall zu bringen, nicht oft, aber es ist möglich. Es müssen, das ist der klitzekleine Nachteil, aber ein paar Dinge zusammenkommen, ziemlich viele Dinge, um die Bayern zu bezwingen, und es muss alles passen. Das Rezept ist frei verfügbar: Es braucht einen klugen Matchplan, der aufgeht, es braucht einen vielbeinig verrammelten Strafraum, unabdingbar ist des Weiteren ein alle überragender, auch Unhaltbare haltender Torwart, dazu die Fähigkeit, verschwindend geringe Schwächen des Opponenten zu erkennen und die wenig sich bietenden Tormöglichkeiten eiskalt zu nutzen. Eine gewisse leichte Überheblichkeit des Gegners darf gerne dazukommen, der sich an der Überlegenheit der letzten Wochen auf nationaler wie internationaler Bühne selbst berauscht hat. Und es braucht Glück, viel Glück, und zuweilen einen Pfosten am richtigen Fleck.

Wenn derlei Bedingungen erfüllt sind, und eine Mannschaft eben nicht nur „zum Sonntagsausflug zu Kaffee und Kuchen nach München reisen“ will, wie das Eintracht-Trainer Oliver Glasner angekündigt hat, ja dann sind auch Super-Bayern an einem guten Tag in die Knie zu zwingen. Die nächsten 20 Spiele in gleicher Konstellation würde der Branchenprimus allerdings allemal wieder gewinnen.

Und weil so viele unterschiedliche Dinge zusammen kommen müssen, ist es dummerweise auch so selten, dass turmhohe Favoriten stolpern. Favoritenstürze sind beeindruckend, aber eben auch selten, weswegen sie ja so beeindruckend sind.

Eintracht Frankfurt: Coup beim FC Bayern München

Ob sich aus dem Coup der Frankfurter an diesem siebten Spieltag freilich mehr hineininterpretieren lässt als flüchtiger Ruhm, sei dahingestellt. Ganz sicher kann niemand seriös den Bayern eine beginnende Krise unterschieben. Sie haben ein Spiel verloren, das sie normalerweise nicht verlieren. Sie haben ja nicht viel anders gemacht als gegen Kiew (5:0), Bochum (7:0) oder Leipzig (4:1). Genauso wenig sollte die Frankfurter dieses Husarenstück, für das es ja auch nur drei Punkte gibt, überhöhen. Ob das die viel versprochene Wende, gar der Befreiungsschlag ist, muss man sehen. Für die Stimmung im Klub ist das von Bedeutung, für die ganze Liga auch, kommt doch vor dem Spitzenspiel in knapp zwei Wochen zwischen Bayer und Bayern wenigstens ein Hauch von Spannung auf. Das immerhin ist mehr als viele erhofft hatten.

Und auf Eintracht Frankfurt wartet der graue Alltag, Platz 13, acht Punkte und Hertha im nächsten Spiel. Das ist der wahre Lackmustest. (Von Thomas Kilchenstein)

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