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Ein Schelm, nicht nur in den sozialen Netzwerken: Sebastien Haller.

Sebastien Haller

Ein Leben voller Gelegenheiten

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Sebastien Haller über seinen lustigen Instagram-Post und Wechselgerüchte.

Der Lausbub grinst, durchaus schelmisch. „Warum ich das gemacht habe?“, fragt Sebastien Haller und antwortet den Medienvertretern im Schweizerischen Thun selbst: „Euretwegen.“ Es ging, natürlich, um diesen Instagram-Post von vor ein paar Wochen, in dem der Eintracht-Stürmer angeblich seinen Abgang verkündete, was für heillose Aufregung sorgte. „Traurig, den Club zu verlassen, aber alle guten Dinge kommen mal zu einem Ende“, schrieb der 25-Jährige. Dann löschte er den Eintrag und stellte kurz darauf ein Foto seines Urlaubdomizils ein, eine Clubanlage im marokkanischen Marrakesch. Abschließend postete er noch 21 lachende Smileys. Pfiffig.

Sebastien Haller war es leid, jeden Tag neue Gerüchte über seine Zukunft hören und lesen zu müssen, weshalb er die Klickjäger aufs Korn genommen und an der Nase herumgeführt hat. Auch heute, fast fünf Wochen später, findet er seinen Gag echt gelungen. „Das war wirklich lustig“, sagt er. „Ich habe schon länger darüber nachgedacht. Ich denke, es war der richtige Moment.“

„Es gibt kein Angebot“

Das bedeutet wiederum nicht, dass der Franzose bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag in Frankfurt die Tore jagen wird. Der Mittelstürmer hat sich eine abgeklärte Einstellung angeeignet, die eines Berufsfußballers eben. „Im Leben gibt es immer Gelegenheiten“, bekundet er. „Du weißt nie, was passiert.“ Ehe das nun wieder falsch interpretiert wird, schiebt er nach: „Nein, ein Angebot gibt es nicht.“ Und wenn doch, dann wüsste er selbst davon, sein Agent und die Eintracht. „Glaubt mir“, sagt er an die Reporter gewandt, „Ihr werdet es erfahren, wenn es was geben sollte – aber es gibt nun mal nichts.“ Haller wird im September zum zweiten Mal Vater, doch auch das Babyglück könnte nicht verhindern, dass er weiterzieht, wenn es die Karriere nachhaltig beschleunigen würde und er der Meinung wäre, dass dieser Schritt richtig sei.

„Meine Familie kennt das Leben als Fußballprofi“, betont der Angreifer. Vereinswechsel gehörten zum Job schlichtweg dazu. Aus der Entfernung beobachtet er auch die Gerüchte, die sich derzeit um Sturmpartner Ante Rebic ranken. „Jeder meint, irgendwas zu wissen, aber im Endeffekt weiß der Spieler oft selbst nicht, was passiert.“ Er freue sich für einen Kollegen wie Luka Jovic, der zu Real gewechselt ist. Neid ist ihm fremd, jeder müsse seine Zukunft selbst regeln, und im Übrigen sei es nun mal so, dass Spieler gehen und Neue kommen. „Das ist ein Teil des Geschäfts.“

Wie gut die neue Eintracht-Mannschaft sein wird, kann Haller noch nicht sagen, aber eines weiß es sicher: „Wir haben gute Typen und eine gute Atmosphäre, in der Kabine lachen wir viel. Und das ist sehr, sehr wichtig.“

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