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Last-Minute-Frust in Berlin: Die Eintracht-Profis in der Einzelkritik

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Von: Daniel Schmitt

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Herausragend: Frankfurts Randal Kolo Muan (links).
Herausragend: Frankfurts Randal Kolo Muan (links). © dpa

Die Eintracht spielt in Berlin nur 1:1, weil sie die erste Hälfte völlig verhaut und kurz vor Schluss einen möglichen Elfer verwehrt bekommt. Die Spieler in der Einzelkritik.

Gut dabei

Randal Kolo Muani: Eine laufende Rakete, welch furioses Tempo, mit und ohne Ball. Der beste Frankfurter Feldspieler – mit weitem Abstand. Dribbelte, sprintete, flankte, ergattertet Bälle, passte diese dann auch noch überlegt quer zu seinen Kollegen - so wird’s gefährlich, so fallen Tore. Chapeau, starker Einstand in der Startelf.

Ganz okay

Kevin Trapp: Einer der besten zehn Torhüter der Welt, zumindest laut einer Nominierung von „France Football“. Konnte am frühen 0:1 dennoch nichts machen, ein zu wuchtiger Kopfball aus zu kurzer Distanz. Im Stich gelassen von seinen Vorderleuten in dieser Szene. Ansonsten fehlerlos, aber auch selten geprüft. Berichtete, was Schiri Willenborg zur finalen Elfmeter-Rücknahme sagt: „Er wollte keinen Gurkenelfer geben.“ Allemal eine eigenwillige Erklärung des Referees.

Daichi Kamada: Sollte als Sechser für zusätzliche Offensivpower sorgen, tat dies anfangs unfreiwillig im Sinne der Berliner. Verlor den Ball nach drei Minuten leichtfertig, daraus resultierte die Hertha-Führung. Versuchte danach, seinen Patzer wieder gut zu machen, legte Alario die Riesenchance auf. Schoss dann selbst erst volley drüber und kurz nach der Pause souverän rein. Taugt er denn jetzt auf der Sechs oder eher nicht? Gar nicht so einfach, die Antwort auf diese Frage.

So lala

Faride Alidou: Gab in der zweiten Hälfte sein Bundesligadebüt, traute sich was zu, flankte zweimal recht gefährlich, schoss einmal knapp vorbei. Muss halt an der Effektivität arbeiten. Dennoch: ein ordentlicher Einstand.

Tuta: Bekam als Abwehrchef seine Nebenleute nicht richtig organisiert, auch selbst im Passspiel nicht fehlerfrei, aber immerhin ohne kapitale Böcke. Im direkten Duell gegen den wuchtigen Kanga mit Behauptungswillen.

Rafael Borré: Eine vergebene Kopfballchance nach seiner Einwechslung, und dann die finale Szene des Spiels: Vom Berliner Torwart im Sechzehner zu Boden gestreichelt, nahm er dankend an und fiel hin. Der Kontakt war da, zweifelsohne, der Pfiff auch. Elfer? Nach drei, vier Minuten Videostudium entschied sich Referee Willenborg dagegen. Schwer nachvollziehbar. Sieht so etwa eine klare Fehlentscheidung aus? Hmm. Borré fluchte noch weit nach Abpfiff. Verständlich.

Jesper Lindström: Kam diesmal von der Bank, reihte sich ein, mit guten wie schlechten Aktionen. So lala eben.

Schwächelnd

Djibril Sow: Im Rückpass-Wahn, Trainer Glasner klatschte sich in Hälfte eins die Hände an die Stirn. Konnte er, der Trainer, nicht verstehen, dieses Zögern. Nach der Pause mit etwas mehr Zug, trotzdem insgesamt viel zu wenig Impulse.

Mario Götze: Die ersten halbe Stunde war gar nichts, da fragten sich viele: Spielt der Götze überhaupt mit? Taute dann ein bisschen auf, hatte ein, zwei gelungene Ideen kurz vor der Pause. Direkt danach wieder deutlich unauffälliger, später ausgewechselt. Was auch zur Wahrheit gehört: Ihm fehlte draußen auf links ein Spielpartner, auf den biederen Lenz konnte er nicht zählen.

Evan Ndicka: Wirkte schläfrig, fand den Turbo nicht. Die Flanke vorm 0:1 hätte er locker verhindern können, trabte aber nur in Richtung seines Gegenspielers. Herthas Lukebakio stellte ihn ein ums andere Mal vor Probleme.

Lucas Alario: Gekas reloaded. Unfassbar, wie er diese Mega-Chance nach sieben Minuten versiebte. Traf da einfach den Ball nicht, wie der Grieche anno 2011 gegen die Bayern. Alario wollte dann gefühlt im Rasen versinken - und tat es lange Zeit auch. Vier Ballkontakte nach 30 Minuten. Tut halt wenig fürs Spiel, das weiß man, wird sich an Toren messen lassen müssen. Aktueller Zählerstand in der Liga: null.

Almamy Touré: Bedenklicher Auftritt in Hälfte eins, fand keinen Zugriff, verteidigte oft im gegnerlosen Raum, nicht aber direkt gegen den Mann. Dazu mit Wacklern am Ball und ungenauen Pässen. Eine Viertelstunde vor Schluss macht der Oberschenkel zu, ging nicht mehr weiter für ihn. Hasebe kam, besser so.

Christopher Lenz: War es den Berliner nicht wert, ihn zu decken. Der Plan ging auf. Stand zwar ständig blank auf seiner linken Seite, machte aber nichts draus. Schlug fleißig Bastian-Oczipka-Gedächtnisflanken aus dem Halbfeld in die Mitte, stets ungefährlich. Wird ab kommender Woche wohl für Luca Pellegrini seine Seite räumen müssen. Reicht so einfach nicht.

Ansgar Knauff: Dürfte noch von des Trainers Geschrei träumen, Glasner plärrte ihn ständig an in Hälfte eins. Er, Knauff, wusste nicht an diesem Tage, was er da tat. Ließ sich seltsamerweise ständig zurückfallen auf die Position des Rechtsverteidigers und fand dennoch nie in die Zweikämpfe. Bestes Beispiel das 0:1, da kam er gegen Torschütze Serdar zu spät. Zur Pause ausgewechselt, zu Recht.

Zu spät gekommen

M. Hasebe, K. Jakic. dani

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