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Marco Russ.

Marco Russ

Der lange Weg zurück

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Marco Russ ist wieder da. Der Defensivallrounder, der sich Anfang März eine Knieverletzung zugezogen hatte, beginnt am heutigen Mittwoch mit dem Lauftraining. Eine Rückkehr noch in der laufenden Saison schließt der gebürtige Hanauer nicht mehr aus und vertraut dafür auf sein „Heilfleisch“.

Die Zeit ohne den geliebten Fußball war für Eintracht-Spieler Marco Russ keine leichte. Weit weg zu sein von der Mannschaft, in der Reha zu schuften, quasi über Nacht rausgerissen zu werden aus dem gewohnten Ablauf und zum Einzelkämpfer zu mutieren – das fällt allen verletzten Spielern schwer. Ihnen fehlt der Flachs in der Kabine, der Geruch des Rasens, der Wettkampf, das Gefühl, ein Teil des großen Ganzen, ein Teil eines verschworenen Haufens zu sein. Für Sportler ist es ein hohes Gut, das vielleicht höchste, wenn man mal von der opulenten Bezahlung für Berufsfußballer absieht. Das gilt auch für Marco Russ, den eine Knieverletzung Anfang März heimgesucht hatte.

Doch bisweilen hat so eine Verletzung nebst Operation ja auch einen ganz netten Nebeneffekt: „Ich hatte mehr Zeit für meine Familie, für die Kids, das war schön“, sagt Marco Russ. Der 29 Jahre alte Frankfurter Defensivspieler erzählt das, während er auf dem Trainingsplatz steht, zum ersten Mal nach seiner Knieoperation durfte er heute wieder aufs Feld, laufenderweise zwar nur, aber immerhin. „Ich bin froh, wieder da und bei der Mannschaft zu sein“, sagt er. Man sieht es ihm an. Die Zeit auf der Tribüne, die Untätigkeit am Spieltag sei fürchterlich gewesen. „Du sitzt dumm rum und kannst gar nicht eingreifen oder helfen. Das ist beschissen.“

Guter Heilungsverlauf

Vor sechs Wochen war Russ am lädierten Meniskus operiert worden. Der Heilungsverlauf läuft bestens, „alles eine Frage des Heilfleischs“, sagt er. Das ist bei ihm gut. Er habe schon direkt nach der Operation kaum eine Schwellung und während der gesamten Reha „nie Probleme“ gehabt, „alles läuft supergut.“

Russ hat sich nicht hängenlassen in den vergangenen Wochen, er wirkt fit und durchtrainiert. „Ich habe viel im Kraftraum gearbeitet“, sagt er. Ab morgen wird es verstärkt darum gehen, „dass die Puste wieder kommt“, wie es der Defensivallrounder beschreibt. Er ist da ganz optimistisch. „Ich habe ja nicht so viel verloren.“ Bei Nelson Valdez (Kreuzbandriss) oder jetzt Alexander Meier (Patellasehnen-OP) sei das was anderes, „das ist ein anderes Brett.“

Russ wird nun versuchen, so schnell wie möglich wieder mit dem Ball arbeiten zu können. Unter Zeitdruck will er sich nicht setzen, aber diese Saison hat er noch nicht abgehakt. Ein, zwei Spiele möchte er noch machen. „Und wenn es das letzte Spiel der Saison ist, ist es für mich auch okay.“ Fest entschlossen wirkt er zumindest.

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