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Lakic will einen Neuanfang wagen

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Srdjan Lakic besteht den Medizincheck bei Eintracht Frankfurt und wird wohl schon gegen den Hamburger SV spielen.

Von Thomas Kilchenstein und Ingo Durstewitz

Am Montag, kurz vor Tischzeit, sind Srdjan Lakic und Christoph Preuß durch die gläserne Drehtür der Gemeinschaftspraxis des Frankfurter Mannschaftsarztes Christoph Seeger in der Langener Röntgenstraße geschritten. Sie ließen die kleine Apotheke und die Cafeteria links liegen und nahmen die Treppe in den dritten Stock.

Dort praktiziert der Orthopäde, dort wurde Srdjan Lakic auf Herz und Nieren und auch ein bisschen Knie untersucht. Diesen Medizincheck schreibt die Deutsche Fußball-Liga bei einem Transfer zwingend vor. Und wüsste man nicht, dass es sich dabei um den Betreuer der Lizenzspielermannschaft von Eintracht Frankfurt und den neuen Stürmer handeln würde, man hätte die beiden jungen Männer glatt übersehen können.

Lakic soll in Frankfurt durchstarten

Doch Lakic, in weißen Turnschuhen und schwarzer Daunenjacke, soll in Frankfurt richtig durchstarten, er soll das eklatante Sturmproblem des Tabellenvierten lösen, deshalb ist er verpflichtet worden. Er passt auch charakterlich zum Team. Der Medizincheck beim Doc dauerte eine knappe Stunde, dann führte Preuß den Neuen in der Klub-Geschäftsstelle im Stadtwald ein, dort wurde der 29-Jährige neu eingekleidet. Er wird bei der Eintracht die Nummer 11 bekommen. Den Vertrag über eineinhalb Jahre bis 2014 wurde ihm am Nachmittag von Bruno Hübner, der just an diesem Tag seinen 52. Geburtstag feierte, und im Beisein seines Beraters Dirk Hebel unterschriftsreif vorgelegt. Bis zum Abend waren lediglich Formalitäten zu klären gewesen, eine Unterschrift aus Wolfsburg fehlte noch. Die soll heute eingeholt werden.

Heute um zehn Uhr wird der Kroate erstmals mit seinen neuen Kollegen trainieren, anschließend soll er offiziell vorgestellt werden. Es spricht auch nicht besonders viel dagegen, dass der Familienvater am Samstag im Auswärtsspiel beim Hamburger SV zur Startelf zählen wird. Das hat er eher der Schwäche seiner Konkurrenten Olivier Occean, Karim Matmour und Erwin Hoffer zu verdanken. Der Österreicher Hoffer könnte sogar noch abgegeben werden.

Srdjan Lakic will in Frankfurt einen Neuanfang wagen. Das traut er sich zu. Körperlich fühlt er sich ohnehin topfit; nur zu gerne würde er die letzten eineinhalb Jahre vergessen machen, eineinhalb Jahre beim VfL Wolfsburg, in Hoffenheim und wieder in Wolfsburg, in denen der Vollblutstürmer kein einziges Tor in der Bundesliga erzielt hat und auch relativ selten zum Einsatz kam. Seinen letzten Treffer markierte er am 14. Mai 2011. Damals spielte er noch beim 1. FC Kaiserslautern, für den er insgesamt 43 Pflichtspieltoren erzielte.

Erfolgreich in der Pfalz

Die Saison 2010/2011 war ohnehin seine mit Abstand erfolgreichste, allein in der Hinrunde hatte er elfmal getroffen, dann fiel er in ein kleines Loch und blieb in zehn Spielen ohne Tor. Erst gegen Ende der Runde kehrte seine alte Treffsicherheit zurück, er schoss weitere fünf Tore. Da war auch die Friedenspfeife mit den Lauterern Fans schon geraucht, aufgrund seines früh feststehenden Wechsels nach Wolfsburg war er in Ungnade gefallen und wüst beschimpft worden. Die Anhänger hatten ihm nicht verziehen, dass er sich ein halbes Jahr vor dem Transfer an der Seite des damaligen VfL-Managers Dieter Hoeneß im Wolfsburger Trikot hatte ablichten lassen.

In Frankfurt wird Lakic auch Martin Amedick wiedertreffen, die beiden waren damals das Gesicht des 1.FC Kaiserslautern, Aufstiegshelden und die Identifikationsfiguren. Beide teilten sich auch das Amt des Mannschaftskapitäns, Amedick war der, der die Binde trug. Das ist erst mal nicht der Anspruch von Lakic. Er will nur wieder Fußball spielen ? und Tore schießen.

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