Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Aus der eigenen Jugend in den Profikader: Noel Knothe (rechts) im Duell mit Luka Jovic.
+
Aus der eigenen Jugend in den Profikader: Noel Knothe (rechts) im Duell mit Luka Jovic.

Nachwuchsleistungszentrum

Kürzere Wege bei Eintracht Frankfurt

  • Manuel Schubert
    VonManuel Schubert
    schließen

Die Profiabteilung und das Nachwuchsleistungszentrum von Eintracht Frankfurt arbeiten mittlerweile Hand in Hand statt nebeneinander her.

Armin Kraaz lässt es sich gut gehen dieser Tage. Der Leiter des Nachwuchsleistungszentrums der Frankfurter Eintracht hat sich in den Sommerurlaub nach Spanien verabschiedet, das macht er jedes Jahr so. Im warmen Süden besucht der 52-Jährige seine Eltern, die direkt an der Costa Blanca wohnen, dort, wo die Strände weiß sind und kilometerlang. 

Auch am Riederwald geht es in den Sommerwochen etwas ruhiger zu, nicht nur der Chef ist außer Haus, auch U19-Trainer Alexander Schur hat sich mit seiner Mannschaft ins Trainingslager nach Bad Soden-Salmünster verabschiedet. Was jedoch nicht heißt, dass es nichts zu tun gäbe. Ein Großprojekt, an dem die in Frankfurt gebliebenen Mitarbeiter tüfteln, trägt den Titel „Eintracht vom Main“ – das neue gemeinsame Klubmagazin von AG und e.V., das am 11. August erstmals erscheinen soll. Die Zeitschrift taugt als gutes Beispiel dafür, dass Profi- und Nachwuchsbereich bei der Eintracht längst nicht mehr nebeneinander her arbeiten, sondern Hand in Hand. 

Kraaz lobt Bobic

„Der weite Weg vom Riederwald in den Stadtwald ist viel kürzer geworden“, sagt Kraaz. Das hängt auch mit dem neuen Sportvorstand Fredi Bobic zusammen, der seit seinem Amtsantritt im Juni 2016 die Verzahnung zwischen Profis und Jugend spürbar intensiviert hat. „Er hat in der täglichen Zusammenarbeit einiges angestoßen“, betont Kraaz. So werden mittlerweile etwa die Spieler der A-Jugend von der medizinischen Abteilung der Profis behandelt und mithilfe von regelmäßigen Leistungstests frühzeitig im System erfasst. 

Auch im Bereich Scouting wird nun strukturierter und effizienter zusammengearbeitet. Chefspäher Ben Manga stimmt sich eng mit Nachwuchskoordinator Holger Müller ab, Termine und Spieler werden untereinander aufgeteilt, Scouting-Berichte ausgetauscht. Es verwundert ein wenig, dass das nicht schon früher geschehen ist. Bestimmte Spielertypen auszubilden wird vom Nachwuchs jedoch nicht verlangt. „Dafür ist das Geschäft zu schnelllebig geworden“, erklärt Kraaz. Als Beispiel nennt er Bastian Oczipka. „Da hätte man gedacht, man braucht vielleicht in einem Jahr einen neuen Linksverteidiger. Plötzlich braucht man morgen einen.“ 

Kovac verlangt Grundtugenden

Im sportlichen Bereich findet ebenfalls ein reger Austausch statt. Einmal pro Woche fährt Schur in den Stadtwald, um sich mit dem Trainerteam der Profis zu besprechen. Im Gegenzug schaut bei fast jedem Heimspiel der U19 und auch bei vielen Partien der U17 ein Vertreter der AG zu. „Das ist toll, aber das muss auch so sein“, stellt Kraaz klar. In der Vergangenheit war das freilich nicht immer der Fall. Kovac gibt den Jugend-Teams kein Spielsystem vor, verlangt aber gewisse Grundtugenden von den Nachwuchsspielern. „Nicklig sein, hartnäckig sein – so spielen die Profis und so wollen wir auch auftreten“, erläutert Kraaz. 

Am besten ist das in der Vergangenheit Noel Knothe, Nelson Mandela Mbouhom und Renat Dadashov gelungen. Alle drei haben in diesem Sommer Profiverträge unterzeichnet und sollen mit der ersten Mannschaft trainieren, während sie in der A-Jugend Spielpraxis bekommen und dort Führungsrollen einnehmen. „Das ist eine tolle Geschichte für die Jungs“, freut sich Kraaz. Die Profiverträge seien auch eine Art „Vertrauensvorschuss“ für das talentierte Trio. „Jetzt haben sie ein Jahr Zeit, sich im Profi-Training an das Leistungsniveau anzupassen.“ 

Dass es auch schneller gehen kann, zeigte in der abgelaufenen Saison das Beispiel Aymen Barkok. Als Not am Mann war, nutzte der wendige Dribbler seine Chance – und kam auf 18 Einsätze in der Bundesliga. „Er hat klasse performt“, findet Kraaz. Von einem Wechsel zum FC Arsenal, der Interesse an Barkok haben soll, würde der Nachwuchschef dem Mittelfeldspieler jedoch eher abraten. „Da muss man langsam machen“, glaubt Kraaz. „Wenn er es schafft, sich hier zu etablieren, kann er darüber nachdenken.“ 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare