1. Startseite
  2. Eintracht

Krösche: „Platz vier verteidigen“

Erstellt:

Von: Ingo Durstewitz

Kommentare

Darf nicht wechseln: Rafel Borré. Foto: Imago Images
Darf nicht wechseln: Rafel Borré. Foto: Imago Images © Imago/Nordphoto

Eintracht-Sportvorstand Markus Krösche glaubt nicht an einen Einbruch nach der Winterpause und stellt die Weichen für die Zukunft - mit Rafael Borré.

Am Sonntagmorgen hat sich dann sogar Markus Krösche mal verdünnisiert. Der Sportvorstand der Eintracht hielt in Frankfurt die ganze Zeit die Stellung, brachte sogar noch manch kleinere Verpflichtung über die Bühne wie die des 18 Jahre alten albanischen Torwarttalents mit dem drolligen Namen Simon Simoni. Jetzt aber klinkt sich der 42-Jährige für fünf Tage aus, rüber geht’s über den Teich in die Staaten nach New York. Auch für den Manager geht ein außergewöhnliches Jahr zu Ende.

In Frankfurt sind die Weichen für die Restsaison gestellt. Am 3. Januar beginnt das Training im Stadtwald, einen Tag später begibt sich der Tross in die Wüste, bezieht in Dubai für zehn Tage Quartier. Und am 21. Januar startet die Bundesliga wieder, Heimspiel gegen den Tabellenletzten Schalke 04. Die Zielsetzung ist klar: Am Ende soll die Mannschaft auf einem Platz stehen, der zur abermaligen Teilnahme am internationalen Wettbewerb berechtigt. „Das haben wir schon vor der Saison gesagt“, betont Sportchef Krösche im Gespräch mit der FR. „Jetzt sind wir auf Platz vier, und den wollen wir verteidigen. Wir wollen zeigen, dass wir den nächsten Schritt gemacht und aus dem letzten Jahr gelernt haben. Daran werden wir uns messen lassen.“

In der vergangenen Saison holte die Eintracht zwar den monumentalen Europa-League-Titel, ließ dafür in der Liga Federn und wurde von Rang sechs bis elf durchgereicht. Das soll nun nicht mehr passieren, die Spieler sind entsprechend sensibilisiert. Manager Krösche glaubt nicht daran, dass das Team auf nationaler Ebene einbrechen wird. „Ich sehe uns sehr gut gerüstet. Die letzten Wochen haben gezeigt, wie stabil wir sind, wir haben uns stetig weiterentwickelt. Man merkt den Jungs die Überzeugung an. Das sieht man auch daran, wie wir nach Rückständen zurückkommen. Wir bleiben ruhig, werden nicht hektisch.“

Borré darf nicht weg

Doch wird das alles auch so sein, wenn der Ball wieder rollt? Die Mannschaft, vor der Winterpause prächtig in Schuss, legt ja einen Kaltstart hin, Unwägbarkeiten liegen auf dem Weg. „Klar wissen wir nicht, wo wir stehen, wenn es losgeht“, räumt der Sportvorstand ein, gibt aber gleichwohl zu bedenken: „Das weiß keine Mannschaft. Unser Anspruch ist, uns weiterzuentwickeln und immer besser zu werden. Zum Beispiel in Sachen Chancenverwertung und Effizienz. Ich bin zuversichtlich, dass uns das gelingen wird.“ Und die Defensive soll gestärkt werden, daran will das Trainerteam um Erfolgscoach Oliver Glasner mit Hochdruck arbeiten.

Geschenkt bekommen die Frankfurter gewiss nichts. Das wissen sie. „Unsere Wahrnehmung hat sich noch einmal verändert, die Gegner werden noch mal eine Schippe drauflegen gegen uns“, befindet Krösche. „Aber damit müssen wir leben und es annehmen. Ich habe keine Sorgen, dass uns das nicht gelingt.“

Der 42-Jährige hat auch keine Bedenken, dass etwa der Frankfurter Unterschiedspieler Mario Götze außer Tritt geraten sein könnte, weil seine Rückkehr in die Nationalmannschaft ganz sicher nicht so verlief, wie er es sich vorgestellt hatte. „Das hat gar keinen Einfluss auf die Leistung im Verein“, glaubt Krösche. „Das sind zwei Paar unterschiedliche Schuhe, da wird nichts hängenbleiben.“ Wäre für die Eintracht enorm wichtig. Will sie weiterhin für Furore sorgen, muss sie ihre Topspieler in Topform wissen, überdies Verletzungen besser umdribbeln. Doch da steckt man natürlich nicht drin.

In jedem Fall wird das Team im Großen und Ganzen bis Sommer zusammenbleiben. Das stellt Krösche klar: „Grundsätzlich wollen wir keinen Spieler abgeben. Vielleicht kommt es zu einer Leihe bei dem einen oder anderen, der nicht so viel gespielt hat, aber Leistungsträger werden wir nicht abgeben.“ Auch Stürmer Rafael Borré, mit seinem Status als Backup nicht gerade glücklich, darf laut Krösche nicht wechseln: „Rafa weiß, dass wir ihn behalten und nicht abgeben wollen. Das wissen auch seine Berater.“

Selbst bei Luca Pellegrini stehen die Zeichen nicht auf einem vorzeitigen Abschied, wenngleich eine vorzeitige Auflösung des Leihgeschäfts nicht gänzlich ausgeschlossen werden kann. Geplant ist das aber eigentlich nicht.

Bleibt die Frage, was im Sommer passieren wird. Bei Daichi Kamada und Evan Ndicka sind die Chancen gering, dass sie in der kommenden Saison noch Eintracht-Spieler sind. „Wir haben bei sehr vielen Spielern die Kontrolle, bei einigen nicht“, räumt Krösche ein. „Das ist halt so. Ich glaube aber nicht, dass es einen großen Umbruch geben wird, wir wollen schon Kontinuität beibehalten.“

Ansgar Knauff, bis Saisonende von Dortmund entliehen, soll ein Frankfurter Bub bleiben. „Bei Ansgar haben wir gesagt, dass wir versuchen werden, ihn zu halten.“ Da müsste die Eintracht freilich tief in die Tasche greifen, gut acht Millionen Euro könnten für den beim BVB 2024 gebundenen Flügelspieler fällig werden. Sollte Knauff sich aber grundsätzlich zu einem festen Wechsel nach Frankfurt entschließen, hätte die Eintracht in den Verhandlungen gute Karten.

Bei Führungsfigur Kevin Trapp strebt der Klub, wie berichtet, eine Vertragsverlängerung an. „Beide Parteien sind an einer langfristigen Zusammenarbeit interessiert“, sagt Krösche. „Wir haben da aber noch Zeit, eine gute Lösung zu finden.“ Trapps Arbeitspapier läuft bis 2024. Knackpunkt hier: Die finanzielle Ausstattung des neuen Kontrakts. (Ingo Durstewitz)

Auch interessant

Kommentare