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Nur in Europa gut gelaunt unterwegs: Der FC Basel und Trainer Marcel Koller (Mitte).

Eintracht-Gegner FC Basel

Krise am Rheinknie

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Der FC Basel, nächster Gegner von Eintracht Frankfurt in der Europa League, steckt in seiner vielleicht größten sportlichen Misere der vergangenen zwanzig Jahre. Nur in Europa läuft’s mal wieder für die Schweizer.

Es ist nicht lange her, da waren die Nächte im Europapokal eine Abwechselung für den FC Basel, dem Achtelfinalgegner von Eintracht Frankfurt in der Europa League. Eine Abwechselung vom langweiligen Alltag in der Liga, die der Serienmeister vom Rheinknie ja ohnehin immer gewann, mit riesigem Vorsprung natürlich. Das ist jetzt anders. Die Basler stecken in ihrer vielleicht größten sportlichen Krise der vergangenen zwanzig Jahren, und so sind die Nächte im Europapokal in erster Linie: Ablenkung. Von all der Unbill in der Schweizer Superleague.

In den vergangenen beiden Jahren, nach acht Meistertiteln in Folge, landete der FC Basel nur auf Platz, jeweils hinter den Young Boys Bern. Und in dieser Saison könnte es noch schlimmer kommen, aktuell liegt Team von Trainer Marcel Koller nur auf der dritten Position, fünf Punkte hinter den Bernern und dem Tabellenführer FC St. Gallen. Grund dafür ist der überaus miese Start ins Jahr 2020, mit drei Niederlagen, einem Remis und nur einem Sieg in der Liga. „Aufgeben – das gibt es nicht“, sagte Koller neulich, nach einem peinlichen 0:1 im heimischen St. Jakob-Park gegen den Tabellenletzten FC Thun: „Wir müssen noch enger zusammenstehen, noch bewusster arbeiten.“

Koller, 59, der einst den 1. FC Köln und den VfL Bochum coachte und sieben Jahre lang die Österreichische Nationalmannschaft, wäre schon nach der vergangenen Saison beinahe rausgeflogen. Nur der Schweizer Pokalsieg rettete ihn. Jetzt steht er wieder auf der Kippe, und der gute Lauf in der Europa League ist fast das einzige, das für ihn spricht.

In der Zwischenrunde überwand der FC Basel die Zyprioten von Apoel Nikosia mühelos, 3:0, 1:0. Schon in der Gruppenphase waren ein paar schöne Siege gelungen, gegen Krasnodar, Trabzonspor und, vor allem, zweimal gegen den starken spanischen Vertreter FC Getafe. Die europäischen Nächte liegen ihnen eben weiterhin, den Baslern, die ohne große Namen im Kader daherkommen. Aus der Bundesliga kennt man den Ex-Berliner Valentin Stocker und Fabian Frei, ehemals Mainz 05. Der ist wettbewerbsübergreifend auch bester Torschütze beim FCB, mit zwölf Treffern. Bezeichnend: Frei ist defensiver Mittelfeldspieler.

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