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Kostic vor Abschied: Eintracht-Angebot zur Vertragsverlängerung ausgeschlagen

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Von: Ingo Durstewitz

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Die Anzeichen verdichten sich: Filip Kostic könnte die Eintracht verlassen. Derweil ist Stürmer Wout Weghorst in den Fokus der Frankfurter gerückt.

Frankfurt – Jetzt ist es schon so weit gekommen, dass sogar ein Besuch beim Friseur die Wechselspekulationen um Filip Kostic anheizt. Beim Haareschneiden mit den Kumpels der serbischen Nationalmannschaft ist der Starspieler von Eintracht Frankfurt nämlich mit dem Handy gefilmt worden (was auch sonst?), und der nette Herr Coiffeur wollte nur zu gerne wissen: „Und was sagst du: Dein nächstes Team?“ Kostic schwieg eisern, also sprang Mitspieler Nemanja Radonjic in die Bresche: „Juventus“, flötete der einst gänzlich erfolglos ein halbes Jahr bei Hertha BSC kickende Spezi. Kostic konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen.

Ob das nun als belastbares Indiz gelten sollte, sei mal dahingestellt. Fakt ist aber, dass der 29 Jahre alte Flügelspieler ein Angebot zur Vertragsverlängerung in Frankfurt ausgeschlagen hat. Angeblich hat er sich mit Juventus Turin bereits auf eine Zusammenarbeit verständigt. Der italienische Renommierklub soll einen Dreijahresvertrag und fast drei Millionen Euro netto bieten. Filip Kostic würde das gerne machen . Er will noch mal was anderes erleben.

Filip Kostic: Abgang von Eintracht Frankfurt steht noch nicht fest

Juve ist in den vergangenen elf Jahren neunmal italienischer Meister geworden, in diesem Jahr aber nur enttäuschender Vierter, aber trotzdem für die Champions League qualifiziert. Wie die Eintracht.

Filip Kostic von Eintracht Frankfurt
Filip Kostic in Aktion. © Revierfoto / Imago Images

Ein Wechsel von Filip Kostic, des besten Europa-League-Spielers, ist jedoch noch nicht fix. Juve hat bisher noch kein belastbares Angebot vorgelegt, die Eintracht will mit Boni knapp 20 Millionen Euro erzielen. Grundsätzlich würde sie dem verdienten Spieler keine Steine in den Werg legen, wenn dieser wirklich weg will und die Parameter stimmen. Sie ist für das Geleistete dankbar.

NameFilip Kostic
Alter29 Jahre (geboren am 1. November 1992)
NationalitätSerbien
Bei Eintracht Frankfurt seit2018
Einsätze (Tore)168 (33)

Das Besondere an Kostics Geschichte in Frankfurt: Der Serbe bringt seit vier Jahren kontinuierlich Topleistungen, hat in jeder Bundesligasaison Vorlagen im zweistelligen Bereich geliefert, in insgesamt 170 Pflichtpartien für die Eintracht 33 Tore gemacht und 75 Assistes verbucht. Ersetzen ließe er sich positionsgetreu und eins zu eins nicht.

Eintracht Frankfurt will Kader verkleinern - was wird aus Filip Kostic?

Generell ist die Eintracht drauf und dran, ihren aufgeblähten Kader zu verkleinern. Die Stürmer Goncalo Paciencia und Ragnar Ache zählen zu den Kandidaten, bei Ache ist ein Leihgeschäft denkbar. Genauso wie bei Ali Akman, der in der zurückliegenden Spielzeit in die Niederlande ausgeliehen war und für NEC Nijmegen eine allenfalls ordentliche Saison spielte (21 Einsätze, sechs Tore). Der türkische Stürmer könnte in die zweite Liga gehen, Fortuna Düsseldorf soll Interesse haben. Auch Ajdin Hrustic könnte abgegeben werden, ein Angebot gibt es allerdings nicht. Erik Durm wird den Verein sicher verlassen, er ist der perspektivloseste Akteur im Aufgebot.

Auf der anderen Seite sind die Bemühungen um Stürmer Lucas Alario von Bayer Leverkusen, wie berichtet, ins Stocken geraten, der Argentinier fordert fünf Millionen Euro pro Jahr. Das ist der Eintracht zu viel. Sebastian Polter aus Bochum drängt hingegen auf eine Entscheidung, er will Klarheit.

Eintracht Frankfurt: Kostic könnte gehen, Wout Weghorst könnte kommen

Neu auf dem Karussell ist Wout Weghorst, der einst in Wolfsburg mit Oliver Glasner zusammengearbeitet hat. Der Chefcoach schätzt den Mittelstürmer sehr. Ein Engagement sollte die Eintracht freilich noch mal prüfen. Der 29-Jährige ist gerade mit dem FC Burnley in England abgestiegen (zwei Tore in 20 Spielen), gilt als schwieriger Charakter. In Wolfsburg schied er im Unfrieden, zudem ist er wegen seltsamer Corona-Aussagen auffällig geworden. Fraglich auch, ob der Niederländer still bleiben würde, wenn er auf die Bank müsste, was bei der Konkurrenz im Angriff durchaus passieren kann. Denn der Teamspirit war immer ein Faustpfand, Unruhe aus den eigenen Reihen ist schädlich.

Womit man bei Martin Hinteregger wäre, der sich erneut zur mittlerweile beendeten Geschäftsbeziehung zu einem in Österreich bekannten Rechtspopulisten geäußert hat: „Den Fehler muss ich mir eingestehen, dass ich nicht recherchiert habe, wer er ist, welche Vorgeschichte er hat. Für viele in Sirnitz in meiner Generation war er kein Begriff. Auf meiner Karriere wird es einen kleinen Kratzer hinterlassen.“ (Ingo Durstewitz)

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