Filip Kostic darf Eintracht Frankfurt wohl für 30 Millionen Euro Ablöse verlassen. Doch die Corona-Krise könnte einen Transfer verhindern.
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Filip Kostic darf Eintracht Frankfurt wohl für 30 Millionen Euro Ablöse verlassen. Doch die Corona-Krise könnte einen Transfer verhindern.

Wenn das Geld fehlt

Ohne Corona-Krise wäre Kostic schon weg: Die Mega-Transfers, die vermutlich scheitern

  • Nico Scheck
    vonNico Scheck
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Ohne die Corona-Krise wäre Filip Kostic wohl schon längst weg bei Eintracht Frankfurt. Es ist nicht der einzige Top-Transfer, der in diesem Sommer zu scheitern droht.

  • Die Corona-Pandemie hat auch den Fußball finanziell bis ins Mark getroffen
  • Filip Kostic wäre ohne Corona-Krise vermutlich schon weg bei Eintracht Frankfurt
  • Im Transfer-Sommer 2020 bleiben die meisten Top-Transfers aus

Frankfurt - Eigentlich war alles für die große Sause vorbereitet. Der Transfer-Sommer 2020 hätte die nächste Krönung im Multi-Milliarden-Geschäft Fußball werden können. Vermutlich wäre er es auch geworden. Vielleicht wäre sogar die 222-Millionen-Euro-Phalanx des brasilianischen Samba-Künstlers Neymar durchbrochen worden. Hätte. Wäre. Wenn. Denn die Corona-Krise hat auch den Fußball bis ins Mark getroffen. Zwar tüten Klubs wie der FC Chelsea die Timo Werners und Kai Havertz' dieser Welt ein, doch scheinen die meisten großen Deals in diesem Sommer an dem Virus und dessen Nachwehen zu scheitern. Dazu zählt auch Filip Kostic von Eintracht Frankfurt. Eine Übersicht.

Eintracht Frankfurt: Transfer von Kostic scheitert wohl an Corona-Krise

Kaum ein Spieler hat sich in der abgelaufenen Spielzeit aus der Bundesliga derart ins Rampenlicht gespielt wie Fliip Kostic. Zwölf Tore und 18 Assists für Eintracht Frankfurt sprechen eine deutliche Sprache. Doch gute Leistungen machen bekanntlich sexy. Und so muss die SGE einen Abgang ihres besten Spielers befürchten. Also eigentlich. Denn da ist ja noch das Coronavirus.

Noch vor einem Jahr sollen sowohl Inter Mailand als auch Juventus Turin knapp 40 Millionen Euro Ablöse für Flügelflitzer Kostic geboten haben. Dass ein Verein in diesem Sommer mit einer derartigen Summe um die Ecke kommt, darf bezweifelt werden. Eintrachts Aufsichtsratschef Wolfgang Steubing meinte bezüglich Kostic gegenüber „Bild“: „Wenn jetzt einer käme und 30 Millionen zahlen wollte, das würden wir zur Kenntnis nehmen.“ Das scheint bisher nicht der Fall zu sein. Vages Interesse besteht wohl aus Monaco, wo Niko Kovac das Zepter übernommen hat. Kostic selbst bevorzugt einen Wechsel zu einem Top-Klub. Doch die müssten eben auch anklopfen.

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Transfer von Sancho droht an Corona-Krise zu scheitern - BVB fordert 120 Millionen Euro

Auch Jadon Sancho wäre ohne die finanziellen Einbußen der Klubs wohl schon längst weg. Der 20-Jährige zählt zu den besten Spielern der Bundesliga. Von der Insel klimpert schon seit Monaten Manchester United mit den Augen. Ein Flirt, der auf Gegenliebe stößt. Laut der englischen „Sun“ sollen beide Parteien schon einen Vertrag bis 2024 ausgehandelt haben. Das Problem: Borussia Dortmund.

Der BVB ruft eine Ablösesumme von 120 Millionen Euro auf. Darunter geht nichts. Wie der „Telegraph“ vermeldet, halten die „Red Devils" diese Summe in Zeiten von Corona für „völlig unrealistisch“. Dortmunds Bosse pochen auf eine schnelle Lösung. Die Ansage: Entweder United zahlt die 120 Millionen Euro bis zum 10. August oder Sancho fährt mit ins schwarz-gelbe Trainingslager nach Bad Ragaz und bleibt mindestens noch ein Jahr Borusse. Die Tendenz geht eher zu Letzterem.

Alaba und FC Bayern (noch) uneins - Doch ein Transfer ist dank Corona kaum möglich

Verlässt David Alaba den FC Bayern München? Was vor wenigen Monaten noch unvorstellbar klang, könnte Realität werden. Die Vertragsverlängerung über 2021 hinaus stockt, die Alaba-Fraktion möchte wohl in die finanziellen Sphären eines Manuel Neuers vorstoßen. 20 Millionen Euro Jahresgehalt stehen laut „Bild“ als Forderung im Raum. Bei den Münchnern hält man eine solche Summe aktuell für unrealistisch.

Sollte es zu keiner Einigung kommen, ist ein Abgang wohl eher 2021 denn in diesem Sommer denkbar. Alabas Wunschziel außerhalb der bayerischen Hauptstadt liegt mit Real Madrid und dem FC Barcelona in Spanien. Doch beide Klubs können sich den 28-Jährigen in dieser Transfer-Periode nicht leisten. Damit bleibt nur 2021 übrig - sofern sich Alaba und der FCB nicht einigen.

Corona-Krise: Neymar-Transfer zurück zum FC Barcelona „nicht möglich“

Wäre Neymar ohne das Coronavirus in diesem Sommer zum FC Barcelona zurückgekehrt? Vielleicht. Weil die Pandemie aber auch auf die katalanische Kasse drückt, braucht Barca vorerst nicht einmal an eine Rückholaktion des verlorenen Sohnes zu denken. 222 Millionen Euro hatte Paris Saint-Germain 2017 gen Barcelona überwiesen - bis heute Rekord. Im vergangenen Sommer dann wollte Neymar wieder Barcelona und Barcelona wollte wieder Neymar. PSG blockte, Barca resignierte und verschob das Vorhaben auf nächstes Jahr, dieses Jahr.

Jetzt muss Barca erneut verschieben, wie auch ihr Boss Josep Maria Bartomeu gegenüber „Sport“ jüngst betonte: „In der aktuellen Situation ist es absolut nicht machbar.“ Vielleicht dann nächstes Jahr.

Verhindert Corona-Krise Transfer von Lautaro Martinez zum FC Barcelona?

Der FC Barcelona könnte in diesem Sommer gleich doppelt in die Röhre gucken. Mit Lautaro Martinez (derzeit Inter Mailand) hatten sich die Katalanen eigentlich den idealen Nachfolger für Luis Suarez ausgeguckt. Doch zum einen ist der Uruguayer noch da, zum anderen musste Barca die Mitte Juli verstrichene Ausstiegsklausel von 111 Millionen Euro von Martinez verstreichen lassen. Es fehlt die Kohle.

Jetzt droht der „Blaugrana" ein Kaugummi-Transfer. Inter kann die Transfer-Summer quasi frei aufrufen, während die Katalanen verzweifelt versuchen, jeden Euro zusammenzukratzen. Um einen derartigen Top-Transfer zu stemmen, bräuchte Barca zunächst Erlöse aus Spielerverkäufen. Philippe Coutinho etwa, der für den FC Bayern noch bis zum Ende der Champions League aufläuft und dann aus seiner Leihe zurückkehrt, ist ein Kandidat. Doch auch bei dem früheren BVB-Juwel Ousmane Dembéle scheint die Vereinsführung gesprächsbereit. Allein: Es fehlen (noch) die Abnehmer. Was also wird aus Martinez?

Auch zum 22-jährigen Argentinier lieferte Bartomeu eine Wasserstandsmeldung bei der „Sport“: „Wir haben mit Inter über Lautaro gesprochen. Allerdings sind die Gespräche beendet worden. In der aktuellen Situation ist es nicht ratsam, große Investitionen zu tätigen.“ Dass sich Inter jetzt, nach Verstreichen der AK, auf eine deutlich niedrigere Summe einlässt, ist äußerst unwahrscheinlich. Es ist eben nicht der Sommer für die dicken Transfers. Corona sei Dank. (Von Nico Scheck)

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