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Eintracht in der Einzelkritik: Kostic als Primus, der Rest ist überragend

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Von: Thomas Kilchenstein

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Eintracht Frankfurt gewinnt in Barcelona
Rafael Borré und Filip Kostic jubel in Barcelona. © Xavier Bonilla/Imago Images

Das Zeugnis zur Sensation: So gut war Eintracht Frankfurt lange nicht mehr. Die Spieler in der Einzelkritik.

Primus

Filip Kostic: Da war er endlich wieder, der Kostic, wie ihn Frankfurt kennt und liebt. Dynamisch, powervoll, spielfreudig beackerte er seine Seite. Er schoss eiskalt den Elfmeter ins Tor und auf seine typische Art das 3:0. Und er half Ndicka defensiv gegen die schnellen Dembele und Traore. Dazu fand er immer wieder Zeit und Kraft, zu Gegenstößen, gerade in der zweiten Halbzeit, nie zu stoppen.

Matchwinner unter vielen: Filip Kostic. Foto: AFP
Matchwinner unter vielen: Filip Kostic. © AFP

Gut dabei

Martin Hinteregger: Eigentlich auch Primus, aber es gibt halt nur einen Primus. Überragend in der Abwehr, Turm in der Schlacht, fegte dazwischen, dass es eine Freude war. Stand immer goldrichtig, perfektes Tackling. Wurde zu Recht am Ende von Camp Nou gefeiert.

Kevin Trapp: Hätte fast sogar noch den Elfmeter gehalten, war aber unerheblich, Spiel war danach vorbei. Hielt Eintracht Frankfurt im Spiel, parierte einmal überragend gegen Aubameyang zu Beginn der zweiten Halbzeit. Strahlte Sicherheit und, wichtiger noch, viel Ruhe aus. Hat den Fluch von Camp Nou endlich besiegt.

Almamy Touré: Was für ein Comeback! Hat ja ewig nicht mehr auf der Wiese gestanden, und dann spielt der Verteidiger so eine Partiei. Gewann 100 Prozent seiner Zweikämpfer, auf ihn war immer Verlass. Das ist nicht immer so, neigt ja gerne zu Leichtsinnsfehlern. Als es darauf ankam, war er da, Chapeau.

Sebastian Rode: Ähnlich wie Touré. Auch der Kapitän hatte ja gar keinen Spielrhytmus, kaum im Einsatz, allenfalls Kurzeinsätze. Und dann so eine Partie. Ganz feine Leistung, spielte wunderschöne Diagonalpässe. Und dass er kämpft wie eine Löwenmutter, die ihre Kleines beschützt, ist bekannt. Solange ihn die Beine trugen.

Daichi Kamada . Soll das der Daichi Kamada sein, der zuweilen pomadig vor sich hinspielt? Zeigte enormen Einsatz, setzte seinen Körper ein, attackierte Dembele auf eine Art und Weise, dass der keine Lust mehr hatte zum Spielen. Dazu mit Ideen für den Spielaufbau, leitete das 3:0 ein.

Rafael Borré: Alle im Stadion hätten den Ball vor seinem 2:0 auf den freien Kamada gespielt. Der Kolumbianer hatte eine bessere Idee: Er zimmerte die Kugel in den Winkel. Seine mit Abstand beste Partie im Eintracht-Dress. Auf einmal konnte er auch Bälle festmachen, setzte sich gegen die Abwehrspieler Barcelonas prima durch. Lief wie ein Windhund, half nach Kräften überall aus.

Evan Ndicka: Hatte in Dembele einen enorm trickreichen Gegenspieler. Je länger das Spiel dauerte, desto mehr bekam er ihn in den Griff. Also bekam er in der zweiten Hälfte einen neuen Gegenspieler, Traore. Auch den hielt er weitgehend in Schach. Unglücklich Sekunden vor Schluss. War das Elfmeter? Dumm für ihn: Dafür sah er Gelb-Rot. Er wird gegen West Ham fehlen.

Ansgar Knauff: Vor vier Monaten kickte der Junge noch in der Dritten Liga, jetzt ließ er Jordi Alba, einen Weltstar, alt aussehen. Beherzte Dribblings, klasse Läufe, schoss zweimal gefährlich aufs Tor. Und verteidigte nach hinten gegen Ferran Torres. Prima Vorstellung des jungen Mannes. Ließ sich auch durch Provokationen nicht aus der Ruhe bringen.

Kristijan Jakic: Der Kilometerfresser. Störte die filigrane Aufbauarbeit Barcas oft im Keim, war nicklig, unbequem, niemals müde zu kriegen. Sah früh Gelb, hatte sich dennoch stets unter Kontrolle. Und spielte zudem erstaunlicherweise so manch hübschen Pass, der ankam.

Jesper Lindström: Er rieb sich auf, setzte sich ein, sprintete, machte und tat, immer im Dienste der Mannschaft. Und hätte sich selbst ums Haar mit dem 4:0 belohnt. Das hätte ein Tor verdient, Ter Stegen hatte etwas dagegen. Holte den Strafstoß heraus. Spulte ein enormes Pensum ab, nutzte jeder Gelegenheit für Vollsprints, die Entlastung brachten..

Ganz okay

Kein Eintrag

So lala

Kein Eintrag

Schwächelnd

Kein Eintrag

Zu spät gekommen

Ajdin Hrustic, Timothy Chandler, Jens Petter Hauge, Makoto Hasebe, Ragnar Ache.

Eintracht gewinnt in Barcelona

Kommentar: Die Sensation von Camp Nou

(Thomas Kilchenstein)

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