+
Schafft er es gleich in die Startelf? Rückkehrer Sebastian Rode.

Eintracht Frankfurt - SC Freiburg

Mit kontrollierter Attacke

  • schließen

Eintracht Frankfurt will mit einem Erfolgserlebnis in die Rückserie starten.

Es kann in der Fußball-Bundesliga im Moment keinen größeren Unterschied im Coachen geben als zwischen Christian Streich, Freiburg, und Adi Hütter, Frankfurt, zumindest, was die Präsenz an der Seitenlinie angeht. „Der Freiburger Trainer“, sagt der Frankfurter Trainer, „peitscht seine Mannschaft von der ersten bis zur letzten Minute nach vorne“. Hütter verrät nicht, ob er das gut oder übertrieben findet, er jedenfalls bevorzuge eine andere Art; ruhiger, zurückhaltender, weniger exaltiert, aber wenigstens genauso engagiert.

Grundsätzlich schätzt der Österreicher den Kollegen Streich sehr, „ein guter Trainer, der alles rausholt“. Dazu menschelt es im Breisgau: Im Hinspiel im Sommer, das die Eintracht ein wenig überraschend 2:0 gewonnen hatte, hatte der wegen Rückenproblemen seinerzeit verhinderte Christian Streich dennoch über seine Co-Trainer die allerbesten Wünsche an den Bundesliga-Novizen ausrichten lassen. „Das hat mich gefreut“, erinnert sich Hütter an diese feine Geste des Freiburger Vulkans. „Er passt wie die Faust aufs Auge zu Freiburg.“ Heute Nachmittag werden sich die beiden Fußballlehrer dann endlich auch das erste Mal persönlich am Spielfeldrand begegnen.

Beide Trainer gehen, wie immer nach einer mehr oder weniger längeren Unterbrechung des gewohnten Spielbetriebs, mit einem ungewissen Gefühl in diese Partie, die bisher 48.500 Zuschauer sehen wollen. Keiner weiß so recht, wo die Teams stehen und wie schnell sie ihren Spielrhythmus wieder finden. Eine Mischung aus „Neugier, Freude und Spannung“ sei es, die ihn, Hütter, umtreibe, ohnehin halte das neue Jahr 2019 „schöne Aufgaben“ für Eintracht Frankfurt bereit, in Meisterschaft - nach dem Freiburg-Spiel gleich gegen vier Hochkaräter - und in der Europa League gegen Schachtjor Donezk. Und diesen Aufgaben sieht sich Eintracht Frankfurt gewappnet.

In der knapp bemessenen Vorbereitungszeit haben die Hessen den Schwerpunkt darauf gelegt, das ohnehin vorhandene Niveau zu stabilisieren und „wieder dorthin zu kommen, wo wir schon einmal waren“, sagt Hütter. Dazu habe man „an ein paar Stellschrauben gedreht“, dort, wo es nötig gewesen war. Und nötig war es im Grunde nur im technisch-taktischen Bereich. 

Personell kann der Frankfurter Fußballlehrer weitgehend aus dem Vollen schöpfen - bis auf die Rekonvaleszenten Lucas Torro, Timothy Chandler, Allan Souza und Mijat Gacinovic seien alle Mann an Bord. Darüber hinaus sei während der arbeitsreichen Trainingstage in Übersee keiner leistungsmäßig „abgefallen“, im Grunde könnte heute „jeder spielen“. Es geht im Kern nur noch um Nuancen, das Team für heute Nachmittag steht. „Ich habe keine Mühe, elf Spieler zu finden, sondern muss die elf richtigen wählen“, auf die rechte Mischung komme es an, sagt der 48-Jährige.

Einzig ungeklärt ist die Frage, ob Sebastian Rode von Anfang an spielt oder nicht. Im Kader steht der Neuzugang auf alle Fälle. Hütter ist sehr angetan von dem defensiven Mittelfeldspieler: „Ein Top-Profi und bescheidener Junge.“ Er, Hütter, sei wirklich „sehr positiv überrascht“ gewesen über den guten Fitnesszustand des 28-Jährigen, der bei Borussia Dortmund in den letzten eineinhalb Jahren so gut wie gar nicht an den Ball gekommen war. „Seppl hat sich gut und schnell integriert, er nimmt sofort aktiv am Spiel teil.“ Eine Eingewöhnungsphase habe Rode, von 2010 bis 2014 schon mal bei der Eintracht aktiv, nicht gebraucht, solche bodenständigen Spieler tuen der Mannschaft allemal gut.

Adi Hütter weiß natürlich, dass mittlerweile die Erwartungshaltung des Umfeldes  riesengroß ist. In den letzten Wochen konnte sich Eintracht Frankfurt vor niederprasselndem Lob kaum retten, und dieser öffentliche Beifall will er als Verpflichtung verstehen, als Ansporn, noch mehr Gas zu geben. „Ich gehe mit einem guten Gefühl und voller Zuversicht in die Rückrunde.“

Gegen den SC Freiburg ist die Eintracht mal wieder in der Favoritenrolle. Ihr Heil will sie in der Offensive suchen, das ist ihre Stärke, und sie möchte das Heft des Handels von Anfang an in die Hand nehmen. „Ich möchte ein sehr, sehr gutes Spiel von meiner Mannschaft sehen“, verlangt der Coach. Er spricht von „kontrollierter Attacke“, mit der die Mannschaft ihren Gegner, aktuell Elfter im Klassement, zu bearbeiten versucht. 

Darüber hinaus plant Eintracht Frankfurt derzeit nicht, den Kader weiter zu verstärken. „Wir schauen vorerst nicht“, sagt Hütter, aber natürlich könne sich das jederzeit ändern. Bis das Transferfenster am 31. Januar schließe, sei noch Zeit, womöglich verlasse ja noch der eine oder andere Spieler den Klub. 

Auch in der Frage eines möglichen Backups für die Position des rechten Verteidigers gebe es im Augenblick keinen unmittelbaren Handlungsbedarf. Timothy Chandler trainiere teilweise schon wieder mit der Mannschaft mit, sein Heilungsprozess nach dem Knorpelschaden im Knie ist weiter gediehen als gedacht. „Er ist“, sagt der Trainer, „auf einem sehr guten Weg.“

Zum Spiel

Frankfurt: Trapp – Abraham, Hasebe, Ndicka – de Guzman, Fernandes – da Costa, Kostic – Rebic – Haller, Jovic.
Freiburg:  Schwolow – Gulde, Koch, Heintz – Kübler, Haberer, Gondorf, Frantz – Waldschmidt, Grifo – Petersen.
Schiedsrichter: Jablonski (Bremen).
Es fehlen der Eintracht: Gacinovic, Torro, Chandler, Allan (alle Trainingsrückstand). 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare