Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Kommentar

Eintracht Frankfurt in Antwerpen wird zum Skandalspiel: Eine Schande wiederholt sich

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
    schließen

Man kennt das mit Skandalspielen: Die Empörung steigt an und ebbt wieder ab. Bis zum nächsten Mal. Auch nach dem Spiel von Eintracht Frankfurt in Antwerpen wird das nicht anders sein. Ein Kommentar.

Antwerpen - Es ist dem Frankfurter Torwächter Kevin Trapp hoch anzurechnen, dass er am Donnerstagabend im Antwerpener Hexenkessel nicht den sterbenden Schwan markierte. Das hätte ihm nicht mal jemand verübeln können. Dem 31-Jährigen fuhr zwar der Schreck in die Glieder, als ein aus dem belgischen Fanblock geworfener Böller quasi zwischen seinen Beinen detonierte, er ging zu Boden und musste behandeln werden. Doch schließlich rappelte er sich auf – und das Spiel konnte fortgesetzt werden; ein Spiel, das unter anderen Umständen vielleicht abgebrochen worden wäre. Als Signal wäre das vielleicht nicht verkehrt gewesen, geändert hätte es freilich nichts.

Eintracht Frankfurt: Eine Welle der Empörung nach Spiel in Antwerpen

Man kennt das ja mittlerweile mit diesen Skandalspielen: Eine Welle der Empörung steigt an, rollt los – und ebbt wieder ab. Bis zum nächsten Mal. Und alles wieder von vorn. The same procedure. Und doch: Trapps Sportsgeist hat eine Entgleisung und weitere Eskalation verhindert. Gut so.

Teils vermummte Hooligans beim Spiel von Antwerpen gegen Eintracht Frankfurt im Stadion.

Trapp, das gehört auch zur Wahrheit, hatte schlichtweg Glück, dass ihn der Knallkörper beim Spiel von Eintracht Frankfurt in Antwerpen nicht getroffen hat und auch nicht laut genug war, um größeren Schaden anzurichten. Mal nachfragen bei Ex-Bundesligatorwart Georg Koch, der als Schlussmann von Rapid Wien nach einem Böllerwurf einen massiven Hörverlust samt Tinnitus erlitt, über Gleichgewichtsstörungen und Schwindelgefühle klagte. Koch musste seine Karriere beenden. Er leidet bis heute.

Es ist beklagenswert, dass man sich offenbar wieder an Bilder wie diese gewöhnen muss: Pyro im Block, Pyro auf dem Feld, verzerrte Fratzen, Faustschläge auf den Rängen, Randale vor dem Stadion, zerstörte Kneipen, Jagdszenen in der Stadt, Hundertschaften von Polizisten, Helikopter am Himmel, Festnahmen ohne Ende.

Eine Schande, ein Trauerspiel.

Ist zum Glück unbeschadet davongekommen: Torwart Kevin Trapp am Boden.

Eintracht Frankfurt: Spiel gegen Antwerpen bleibt in Erinnerung

Die Europa-League-Partie von Eintracht Frankfurt in Antwerpen bleibt nicht wegen des Spiels als solches in Erinnerung, sondern wegen den hässlichen Begleitumständen. Es ist unerträglich, aber real, dass es überall so viele Wüteriche gibt, die ein Fußballspiel dazu missbrauchen, ihrer kriminellen Energie freien Lauf zu lassen. Sehr wahrscheinlich ist dieses Phänomen nicht auszurotten, so lange es den Fußball gibt – selbst Corona hat nichts verändert, weder in der ach so demütigen Branche noch bei den Chaoten drumherum. Man kann es trotzdem beklagen und bedauernswert finden.

Eintracht Frankfurt sieg in Antwerpen

Das Klassenbuch zur Europa-League-Partoe: Die Spieler der SGE in der Einzelkritik

Und ja: Es soll Momente in dieser Welt der Balltreterei geben, da sich der eine oder andere Ausgangssperren, geschlossene Kneipen und Geisterspiele zurückwünscht. So weit ist es gekommen. Schlimm genug eigentlich. (Ingo Durstewitz)

Rubriklistenbild: © Marius Becker

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare