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Die Reise durch Europa kann weitergehen.

Eintracht Frankfurt 

Die Reise geht weiter

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Eintracht Frankfurt hat sich ein weiteres Mal übertroffen und erreicht das Achtelfinale der Europa League. Ein Kommentar.

Der schöne europäische Traum geht weiter. Die Frankfurter Eintracht bleibt, ein bisschen überraschend, auch wegen des klaren Rückspielergebnisses, keine Frage, diesem Wettbewerb, den sie so sehr lebt und liebt, erhalten. Auch Schachtjor Donezk, jahrzehntelanger Stammgast in der Champions League, hat sich gestern an den wilden, ungestümen Hessen die Zähne ausgebissen. Die Reise durch Europa geht weiter. Wer hätte das gedacht!

Als Ende August des vergangenen Jahres in Monaco die Gruppen für die Europa League-Saison ausgelost wurden und Eintracht Frankfurt mit Hochkarätern wie Olympique Marseille und Lazio Rom spielen mussten, hatten Pessimisten Hochkonjunktur. Die Meisten hatten es den Hessen nicht zugetraut, die Gruppenphase zu überstehen, viel zu hoch erschienen die Hürden. Und dann dieser Durchmarsch: Sechs Siege in sechs Spielen, das war in der Europa League zuvor noch keiner deutschen Mannschaft gelungen. Und wie Eintracht Frankfurt über Marseille, Rom und Limassol hinwegfegte: á la bonheur, das hatte Stil, das hatte Klasse. „Europa ist in unserer DNA“, konnte Eintracht-Vorstand Axel Hellmann mit Fug und Recht jubeln.

Und jetzt ist Eintracht Frankfurt gestern mit dem Erreichen des Achtelfinales noch mal eine nicht für möglich gehaltene Steigerung gelungen, der Klub hat sich ein weiteres Mal übertroffen, denn die Millionentruppe von Schachtjor Donezk, gespickt mit Nationalspielern, war ja alles, nur keine Laufkundschaft. Nicht weniger als den Sieg im Finale in Baku hatten sich die sehr selbstbewussten Ukrainer als Ziel gesetzt. Das hat dann nicht ganz geklappt.

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Und Eintracht Frankfurt kann weiter an ihrer beeindruckenden Erfolgsgeschichte schreiben, kann sogar noch weitere Kapitel hinzufügen. Der wundersame Trip durch die europäische Hautevolee geht weiter, wo wird er enden? Die Begeisterung in der Stadt ist so groß wie nie, sie wird die Mannschaft weiter tragen.

So weit wie bisher waren Frankfurter Profifußballer zuletzt vor einem knappen Vierteljahrhundert gekommen, damals als Yeboah, Bein und Möller noch spielten, Stein, Binz und Okocha, und Heynckes Trainer war, als Eintracht Frankfurt eine Nummer war im internationalen Geschäft und 1995 erst im Viertelfinale an Juventus Turin scheiterte. In Frankfurt ist die Sehnsucht nach internationaler Reputation ungebrochen.

Lust noch nicht gestillt

Die Frankfurter können ihre Auftritte auf europäischer Bühne weiter zelebrieren, sie genießen es, im Rampenlicht zu stehen. Kein anderes Team bringt so viele Anhänger zu Auswärtspartien mit, selbst in die Ukraine waren 3000 Fans gereist. Dass alle Heimspiele restlos ausverkauft waren, bedarf kaum noch einer weiteren Erwähnung. Die Lust nach Europa ist noch längst nicht gestillt. Denn Eintracht Frankfurt hat diesen Wettbewerb, hat diese Spiele im gleißenden Licht angenommen wie kaum eine andere Mannschaft in Europa, auch deshalb ist es verdient, dass sie weiter dabei sind.

Das Weiterkommen in ihrem Lieblingswettbewerb hat dem Klub bislang nicht nur einen warmen finanziellen Regen gebracht, bislang dürften die Frankfurter runde zwölf Millionen Euro brutto eingestrichen haben, allein neun Millionen Euro aus dem Uefa-Topf. Auch die weichen Faktoren sind es, die zählen: Anerkennung, weiter im Konzert der Großen mitzuspielen, Respekt für eine außergewöhnliche Performance, Sponsoren rennen den Hessen die Bude ein, der Klub ist mehr denn je auf dem Höhepunkt seines Wirkens.

Eintracht Frankfurt surft momentan auf der ganz großen Welle. Dieser Schwung wird sie weiter tragen. In der Liga sowieso und mindestens noch bis zum 7. März – da wird nämlich das Achtelfinale angepfiffen.

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