+
Die Frankfurter trainieren bereits im Metalist-Station. 

Eintracht Frankfurt

Liebe Uefa!

  • schließen

Eintracht-Fan Thomas Stillbauer wünscht sich in einem offenen Brief in der nächsten Runde bessere Lose für die SGE.

Liebe Union Europäischer Fußballverbände, kurz: Uefa, wir Frankfurter freuen uns. Weißt du, wir sind einfach gern in Europa! Wir sind ja sogar dermaßen gern in Europa, dass wir vor jedem Heimspiel ein, zugegeben, etwas kurioses Lied singen. Ein Lied, dargeboten von einem Polizeichor, das uns im Herzen von Europa verortet. Und wir singen es voller Stolz.

Das ist, was wir Europa entgegenbringen. Wir bunten Frankfurter leben Europa, wir lieben Europa. Und ehrlich gesagt: Es wäre echt schön, wenn uns Europa auch ein bisschen liebhaben würde. Aber man muss schon sagen: Du, liebe Uefa, stellst uns als fußballerische Vertretung des Kontinents vor so manch harte Probe.

Weißt du, jahrelang fiebern wir darauf hin, wieder einmal durch die Lande zu reisen, die Kicker und ihre Fans in anderen Höhen- und Breitengraden kennenzulernen. Uns im fairen Wettstreit mit ihnen zu messen. Dann fährt der Dampfer nach Europa am allerletzten Bundesligaspieltag ohne uns davon – und wir schnappen uns das Ticket trotzdem noch. Auf die unfassbar tollste denkbare Art – mit einem fulminanten Endspielsieg gegen die Bayern, dem ersten Titel seit 30 Jahren, mit Mijat Gacinovics langem Lauf in eine glitzernde europäische Zukunft. Was für ein epischer Moment!

Und was machst du, Uefa? Was gibst du uns durchgeknallten euphorisierten Kontinentalreisewütigen? Präsentierst uns als allererstes ein Geisterspiel in Marseille! Dann schickst du uns zahlenmäßig beschränkt zu den gesinnungsmäßig, nun ja, reichlich rechtslastigen Anhängern von Lazio Rom, die uns auch noch ungehindert mit ausgestreckten rechten Armen provozieren dürfen. Versuchst uns zwischendurch mit einer Airline-Pleite von Zypern fernzuhalten.

Aber hey: Das alles hat uns nicht davon abbringen können, die nächste Runde zu erreichen – und zwar mit blütenweißer Weste. Um dann postwendend wohin gejagt zu werden? Ans östliche Ende der Welt!

Och Uefa! Jetzt mal im Ernst. Minus zehn Grad. Ein Eiskick bis kurz vor Mitternacht. Ist das denn notwendig?

Ich sag dir was: Wir bleiben trotzdem die besten Freunde von Europa. Wir ziehen uns die Stutzen übers Knie. Wir machen uns warme Gedanken. Und wer weiß, vielleicht hast du ja ein Einsehen und schickst uns in der nächsten Runde endlich irgendwohin, wo’s richtig schön ist. Frühling am Mittelmeer! Oder am Atlantik! Oder auf dieser hasenförmigen Insel, ehe sie Europa flieht!

An uns soll’s nicht liegen. Wir werden heute und am nächsten Donnerstag alles dafür tun.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare