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Impulsiver Dauerb(r)enner Patrick Ochs.
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Impulsiver Dauerb(r)enner Patrick Ochs.

Interview mit Patrick Ochs

„Können was Besonderes erreichen“

Eintracht-Profi Patrick Ochs im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau über den momentanen Höhenflug und die neue Konkurrenzsituation.

Herr Ochs, welches Gesicht der Eintracht ist denn nun das wahre? Das zu Saisonbeginn oder jenes der letzten, sehr erfolgreichen Spiele?

Ich denke, das momentane Erscheinungsbild trifft uns ganz gut. Wir stehen so um Platz sieben, acht, das hatten wir uns vor der Saison auch ausgerechnet. Das passt ganz gut.

Aber wieso klappt jetzt alles, was vorher nicht geklappt hat?

Tja, so ist der Fußball. Am Anfang hatten wir auch Pech in manchen Spielen und Szenen, auch die Schiedsrichter-Entscheidungen waren nicht für uns. Das hat sich jetzt gedreht. Nehmen wir das Spiel am Sonntag in Kaiserslautern: Da schießen wir kurz vor der Halbzeit das wichtige 1:0, von dem sich die Lauterer nicht mehr erholt haben. Das war für die der Knockout. Da spielte uns alles in die Karten. Zu Saisonbeginn war es anders, da bekommen wir in der 90. Minute das 0:1 gegen Freiburg, da bekommen wir kurz vor Schluss durch meinen Bock noch das 1:2 in Leverkusen. Da lief es noch gegen uns. Jetzt hat sich der Wind gedreht. Aber festzuhalten bleibt: Es liegt an Kleinigkeiten in der Bundesliga, weil sie so ausgeglichen ist.

Könnte das auch ein Vorteil für die Eintracht sein?

Nicht nur für uns, aber auch wir könnten davon profitieren. Sehr viele Teams haben in dieser Saison die Chance, etwas Besonderes zu erreichen, vielleicht einen Europa-League-Platz oder so. Denn Klubs wie Schalke oder Stuttgart, die werden zwar da unten wieder rauskommen, aber die müssen ja erst einmal diesen gewaltigen Vorsprung der anderen wieder aufholen. Das ist nicht so leicht.

Es fällt auf, dass sich die Eintracht auswärts bedeutend leichter tut. Drei der vier Siege wurden in der Fremde errungen. Zufall?

Nein, es sollte sich ja mittlerweile herumgesprochen haben, dass sich alle Mannschaften auswärts leichter tun. Früher galt es ja als großer Vorteil, zu Hause zu spielen. Heute ist es umgekehrt. Das liegt daran, dass es vielen entgegen kommt, wenn sie größere Räume haben und Konter fahren können. Das ist ja längst kein Geheimnis mehr.

Insofern kommt also das Heimspiel gegen Schalke jetzt sehr ungelegen?

Nein, nein. Es kommt genau zum richtigen Zeitpunkt. Das Spiel kommt uns gelegen. Die Schalker müssen unbedingt gewinnen, wir hingegen haben nicht so den großen Druck. Vielleicht können wir schön eng stehen und im Heimspiel unsere Konter ansetzen. Das könnte uns gefallen.

Wann will man Schalke denn schlagen, wenn nicht jetzt?

Moment. Die haben schon enormes Potenzial. Aber Sie haben halt auch einen totalen Umbruch hinter sich, das braucht dann seine Zeit, bis sich die Mannschaft gefunden hat. Aber ich glaube, die kommen da unten raus. Dass sie Qualität haben hat man ja auch am Mittwoch in der Champions League gesehen.

Einspielen muss sich die Eintracht nicht. Ist das der größte Trumpf der Mannschaft? Oder ist es die fußballerische Weiterentwicklung?

Natürlich ist es von Vorteil, dass wir schon lange als Team so zusammen sind und uns nur punktuell verstärkt und ergänzt haben. Aber ich denke auch, dass ein großes Plus unsere spielerische Qualität ist. Jedes Training bei uns macht Spaß, weil fast immer der Ball im Mittelpunkt steht. So gewinnst du Sicherheit und Selbstvertrauen. Und wir sind auch von unserer Linie nicht abgewichen, als es nicht so lief. Da haben wir uns gesagt, wir werfen jetzt nicht alles über den Haufen, was uns stark gemacht hat. Zumal wir nicht schlecht gespielt haben in den ersten Spielen, nur die Ergebnisse haben nicht gestimmt.

Und die Konkurrenz ist größer geworden. Sogar Alexander Meier sitzt draußen zurzeit.

Die Konkurrenz ist riesig. Gegen Kaiserslautern waren Martin Fenin oder Ümit Korkmaz nicht mal im Kader, auch Markus Steinhöfer spielte bisher fast keine Rolle. Dabei hat er vor zwei Jahren noch elf Tore vorbereitet und drei selbst erzielt. Dass solche Spieler außen vor sind, das wäre vor zwei Jahren undenkbar gewesen. Und Alex Meier wird wieder irgendwann in die erste Elf kommen, er ist ein guter Spieler, aber momentan gibt es nur wenig Grund zum Wechseln. Da muss er sich gedulden.

Und vorne trifft Theofanis Gekas nach Belieben.

Es ist unglaublich, er steht immer genau da, wo er stehen muss. Das erste Tor gegen Kaiserslautern, das hätte auch meine Oma gemacht. Aber er steht halt goldrichtig. Er macht den kleinen Unterschied. Und so lange er trifft, müssen sich die anderen Stürmer hinten anstellen. Das ist nun mal so.

Bei Ihnen persönlich läuft es ziemlich gut, Sie sind der vielleicht konstanteste Eintracht-Spieler in dieser Runde.

Die Saison läuft gut bis sehr gut für mich. Ich habe drei Tore gemacht, vier vorbereitet. Auch die Leistungen waren gut. Ich bin zufrieden. Auch dieser bitterböse Bock in Leverkusen hat mich weitergebracht. Denn man lernt ja aus Fehlern, und so etwas passiert mir sicher nicht noch mal.

Noch ein Thema zum Schluss, auf das Sie eigentlich gar nicht mehr angesprochen werden wollen: die Nationalmannschaft.

Was soll ich dazu auch sagen? Man muss seine Leistung bringen, dann entscheidet Joachim Löw, wer nominiert wird und wer nicht. Ich war bisher nicht dabei. Mehr gibt es nicht zu sagen.

Interview: Ingo Durstewitz

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