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Königsklasse? „Was Geileres gibt’s nicht!“

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Von: Ingo Durstewitz

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Hat mit der Eintracht noch viel vor: Timothy Chandler (links), hier im Gespräch mit Filip Kostic.
Hat mit der Eintracht noch viel vor: Timothy Chandler (links), hier im Gespräch mit Filip Kostic. © dpa

Eintracht-Urgestein Timothy Chandler über die Integration der Neuen, Mario Götze, die Champions League und den Supercup: „Mit dem Pokal in den Händen nach Frankfurt reisen“

Timothy Chandler ist ein echtes Eintracht-Urgestein, bis auf eine Episode beim 1.FC Nürnberg, immerhin vier Jahre lang (2010 bis 2014), trug der Außenverteidiger immer das Trikot mit dem Adler auf der Brust. Der 32-Jährige ist mit Makoto Hasebe der dienstälteste Eintracht-Spieler, zudem eine Frohnatur, ein Spaßvogel, aber auch gute Seele und Kummerkasten. Im Trainingslager in Windischgarsten sprach der Frankfurter Bub über...

...die Belastung im Training: Das hier ist Trainingslager, da muss alles wehtun und schmerzhaft sein. Am Mittwoch hatten wir ja einen etwas ruhigeren Tag, das hat gut getan. Jetzt sind die Beine nicht mehr ganz so schwer. Aber es macht Spaß.

...die veränderte Belastungssteuerung, das Fehlen vieler Laufeinheiten: Der Fußball hat sich dahin entwickelt, dass man viel abreißen kann mit Ball. Die Einheiten sind länger, intensiver. Wir haben auch über die Ferien gute Pläne mit nach Hause bekommen, da haben wir viel vorgearbeitet. Wir haben alle unsere Leistungstests gemacht, wir sind alle fit. Deshalb können wir auch viel mit dem Ball machen und uns so die Kapazität für die Lunge holen.

...die neuen Spieler: Wir haben viel Qualität dazu bekommen, viel Geschwindigkeit und Torgefahr, vor allem auch charakterlich super Jungs, was bei uns immer sehr wichtig ist. Sie passen super ins Team, sie haben sich hier in der einen Woche im Trainingslager noch besser eingelebt, wir konnten uns noch besser kennenlernen. Sie werden uns weiterhelfen.

...seine Rolle als Integrationsfigur: Ich rede viel mit den Jungs, sage ihnen, sie sollen nicht schüchtern sein, sondern offen. Wenn es Fragen gibt, sollen sie fragen. Machen sie auch. Das passt.

...die Eingliederung von gestandenen Spielern wie Lucas Alario oder Mario Götze: Kein Problem. Mario etwa hat schon bei großen Mannschaft gespielt, aber er hat direkt nach einer Woche gesagt: „Es ist unglaublich: Wenn man hier reinkommt, denkt man, man ist schon seit ein, zwei Jahren hier.“ Mario ist super aufgenommen worden, ist ein entspannter, offener Typ, der gleich alle Späße mitmacht. Das ist auch nicht unwichtig: Bei uns ist es sehr laut, es gibt viele Späße. Viele gehen am ersten Tag daher bestimmt nach Hause, setzen sich auf die Couch und sagen: „Wow, was ist denn jetzt hier passiert?“ Aber im Ernst: Die Jungs werden immer super aufgenommen, das ist ganz einfach bei uns. Dieser Teamspirit ist bei uns das Besondere. Wenn die Kabine stimmt, stimmen schon mal 50 Prozent. Das ist seit Jahren hier perfekt. Das haben wir uns seit Jahren erarbeitet, es hat sich eingespielt. Jeder kann offen und ehrlich sein. Das ist ganz wichtig für unsere Mannschaft, weil wir so international sind. Das ist ein Grundstein für eine gute Saison.

...das Hauptaugenmerk, auch im Testspiel am Freitag gegen den FC Turin: Wir wollen uns taktisch verbessern, im letzten Drittel die Situationen zu Ende spielen, Torchancen kreieren. Wir arbeiten uns oft durch, aber kommen nicht zum Abschluss. Wir wollen da den nächsten Schritt machen. Wir müssen zu mehr Abschlüssen kommen. In die Tiefe kommen wir, bis 20 Meter vors Tor, dann treffen wir oft falsche Entscheidungen, wollen noch mal passen oder quer spielen. Qualität haben wir jetzt dazu bekommen.

...seinen guten Freund und Zimmerpartner Goncalo Paciencia, der womöglich den Verein wechseln wird: Was passiert, kann man nie sagen. Aber er fühlt sich hier wohl, das ist das Wichtigste. Natürlich will er Fußballspielen. Warten wir mal ab, was kommt.

...seine persönlichen Ambitionen: Am Ende entscheidet Trainer, das ist ja klar. Aber ich bin topfit, habe keine Schmerzen, ich stand in jeder Trainingseinheit jede Minute auf dem Feld. Ich bin flexibel, kann links oder rechts spielen, in der Innenverteidigung aushelfen. Ich hoffe, dass ich meine Minuten bekommen werde.

...die Vorfreude auf die Champions League: Was Geileres gibt’s nicht. Und für mich als Frankfurter erst recht nicht. Das war immer ein Riesentraum, den wir verwirklicht haben. Es gibt nichts Besseres.

...den Supercup gegen Real Madrid: Der Supercup hat einen hohen Stellenwert. Wir wollen den nächsten Titel holen, das wäre für uns unglaublich. Es wird bestimmt ein gutes und spannendes Spiel. Wir wollen mit dem Pokal in den Händen nach Frankfurt reisen.

Aufgezeichnet von Ingo Durstewitz

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