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Köln-Trainer Steffen Baumgart: Einer, den die Kreisliga umarmen würde

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Von: Daniel Schmitt

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Hat die Kölner auf Vordermann gebracht: Steffen Baumgart.
Hat die Kölner auf Vordermann gebracht: Steffen Baumgart. © Rolf Vennenbernd/dpa

Für viele ist Kölns Trainer Steffen Baumgart ein wohltuendes Unikat, manch andere halten ihm übertriebene Imagepflege vor.

Frankfurt – Eigentlich ist Steffen Baumgart ein Mensch, der das sagt, was er denkt. Es sei denn vielleicht, die vereinseigene Presseabteilung bringt ihn auf eine pfiffige Idee. Dann taucht der Familienvater mal eben ein in die Welt der Jugendsprache, fernab seines Wohlfühljargons, dann wird der „Macher“ des 1. FC Köln plötzlich „wild“, manchmal sogar „bodenlos“. Und überhaupt, „diggah“, dann kommt er richtig „slay“ rüber.

Steffen Baumgart ist der etwas andere Trainer der Fußball-Bundesliga, nicht erst seit dem Social-Media-Scherz seines Arbeitgebers. Er wird dafür nicht von allen gemocht, manche halten das Auftreten des 50-Jährigen auch für aufgesetzt, übertrieben. Wenn im Baumgart’schen Wohnzimmer der flauschige Familienhund zum Star wird, weil er dem fürs Stadion gesperrten und wütend bellenden Sofatrainer samt Schirmmütze auf die Schultern hüpft, finden viele das witzig, manch andere halten es für unangenehme Imagepflege eines vermeintlichen Unikats.

Konsens aber herrscht in einem Punkt: Steffen Baumgart, der kreisligahafteste Trainer der Bundesliga, was mehr Lob denn Kritik sein soll, sagt das, was er denkt und hat damit den 1. FC Köln aufgeweckt. Am Donnerstag nach der 1:2-Heimniederlage im Qualifikationshinspiel zur Conference League gegen den ungarischen Klub Fehervar FC, letztjähriger Tabellenvierter, zum Beispiel, befand der Kölner Coach: „Das sind Situationen, in denen auch der Trainer lernen muss. Da hat er vielleicht nicht immer die Erfahrung, dass er auf jede Situation richtig reagiert.“ Er, der Trainer, das ist Baumgart selbst, der infolge der überraschenden Pleite an Selbstkritik nicht sparte. Der Coach nahm seine Mannschaft, die sich wie das komplette Kölner Umfeld so sehr gefreut hatte auf das internationale Comeback, in Schutz. Auf die frühe Rote Karte für Jeff Chabot habe er schlicht taktisch falsch reagiert, so Baumgart, aus einer 1:0-Führung wurde daher binnen weniger Minuten ein 1:2-Rückstand. „Da haben wir die Ordnung verloren.“

1. FC Köln zu Gast bei Eintracht Frankfurt: Steffen Baumgart will „Spiel durchsetzen“

Die Kölner werden in dieser frühen Phase der Saison durchaus von Rückschlägen begleitet: Erst das Pokalaus im Elfmeterschießen gegen Zweitligist Regensburg, dann der Abgang von Torjäger Anthony Modeste nach Dortmund, nun das drohende Aus in Europa - was neben sportlichem Frust auch finanziell ein veritables Dilemma wäre für die Domstädter. Aber gut, noch steht ja ein Rückspiel kommenden Donnerstag in Ungarn auf dem Plan. Lässt sich also alles geradebiegen.

Dazwischen wartet für die Kölner die Bundesliga, das Spiel am Sonntag (15.30 Uhr/Dazn) bei Eintracht Frankfurt, unter anderem gegen seinen ehemaligen Paderborner Weggefährten Markus Krösche, den Sportvorstand von Eintracht Frankfurt. Mit vier Punkte aus zwei Ligaspielen sind die Kölner im Alltagsgeschäft gut gestartet, nach einem 3:1 gegen Schalke ließ vor allem zuletzt das 2:2 bei RB Leipzig aufhorchen. „Wir müssen uns in Frankfurt auf eine eingespielte Mannschaft mit hoher Qualität und Geschwindigkeit einstellen. Sie haben zwar erst einen Punkt, aber das täuscht. Wir wollen aber unser Spiel um- und durchsetzen“, sagt Baumgart. (Daniel Schmitt)

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